Logo

Lapislazuli Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z 




Lapislazuli - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: lapis lazuli | französisch: lapis-lazuli

Lapislazuli
Bild 1: Lapislazuli-Trommelstein

Lapislazuli - Der blaue Stein

Der Name Lapislazuli (alternativ auch Lapis Lazuli) bezieht sich auf die Farbe des Gesteins. Der aus dem Lateinischen (lapis) und Arabischen stammende Name wird mit blauer Stein übersetzt.


Inhaltsverzeichnis

Eigenschaften von Lapislazuli

Definition: Lapislazuli besteht aus verschiedenen Mineralien, weshalb es sich bei Lapislazuli der Definition von Gesteinen folgend nicht um ein Mineral, sondern ein Gestein - d.h., ein Gemenge bestehend aus verschiedenen Mineralien - handelt.
Dennoch gibt es Unterschiede, was die mineralische Zusammensetzung und damit auch die Farbe betrifft; begründet vor allem durch den Fundort und die individuellen Bedingungen während der Entstehung von Lapislazuli.
Die frühesten Untersuchungen zur Zusammensetzung von Lapislazuli gehen auf Nicolas Clément (1779 bis 1841), seines Zeichens Chemiker und Physiker aus Frankreich, zurück und stammen aus dem Jahr 1806.
Ein Mineral, das in jedem Lapislazuli - unabhängig vom Fundort, vorhanden ist, ist Lasurit, dessen Anteil zwischen 25 und 40% schwankt.
Weitere Gemengteile sind Hauyn, Sodalith, Diopsid, Afghanit, Amphibole, Feldspäte, Glimmer, Apatit, Titanit, Zirkon sowie Pyrit.
Naturbelassener Lapislazuli ist von mattem Glanz; poliert kann der Glanz auf glasartig gesteigert werden. Die Spaltbarkeit ist unvollkommen, der Bruch spröde und muschelig. Die Transparenz von Lapislazuli ist undurchsichtig; erscheint in dünne Schichten zerlegt durchscheinend.
Die Mohshärte von Lapislazuli schwankt zwischen 5 und 6 bei einer Dichte von 2,4 bis 3 g/cm3.

Lapislazuli
Bild 2: Lapislazuli im Detail

Die Farbe von Lapislazuli

Die Farbe von Lapislazuli erscheint in vielfältigen Blautönen, kann aber auch grün, rosa oder rotbraun sein.
Anhand der Farbe können Rückschlüsse auf die Herkunft eines Lapislazulis gezogen werden.

Neben der blauen Grundfarbe sind die Einsprenglinge und feinen Adern von goldenem, metallisch glänzenden Pyrit sowie weißem Calcit ein charakteristisches Merkmal von Lapislazuli . Die weißen Calcit-Flächen werden zu Zwecken der Wertsteigerung häufig mit eingefärbtem Paraffin behandelt, um eine Blaufärbung hervorzurufen oder das Blau zu intensivieren. Am begehrtesten und teuersten sind Lapislazulis, die der tiefblauen Farbe und der goldenen "Pyritsterne" wegen an einen sternenreichen Nachthimmel erinnern.
Die Strichfarbe des blauen Gesteins, d.h., die Farbe, die erscheint, wenn ein Mineral oder Gestein über ein unglasiertes Porzellantäfelchen gestrichen wird, ist hellblau.


Entstehung und Verbreitung von Lapislazuli

Lapislazuli entsteht durch Kontaktmetamorphose oder Metasomatose vorwiegend in silikathaltigen und natrium-aluminiumreichen Gesteinen wie bspw. Gneis, Marmor, Pyroxenit oder Amphibolit.
Die Vorkommen von Lapislazuli erstrecken sich unter anderem auf Fundorte in Badakshan/Afghanistan; Argentinien; Kalifornien/USA; Kanada; Neapel/Italien; Halbinsel Kola, Baikalsee/Russland; Tadschikistan, Indien, China, Korea sowie Chile.

Lapislazuli
Bild 3: Lapislazuli im Anschliff


Verwendung und Bedeutung von Lapislazuli

Lapislazuli spielt bereits seit Jahrtausenden eine bedeutende Rolle im Alltag der Menschen.
Aufzeichnungen belegen, dass Lapislazuli schon vor über 6000 Jahren im Hindukusch in Afghanistan abgebaut wurde.
Dienten die Steine anfangs noch zur Herstellung von kostbarem Schmuck verschiedener Kulturen der Vorzeit oder pulverisiert als blauer Lidschatten in der Antike, zählt Lapislazuli auch heute noch zu den beliebtesten Steinen überhaupt.
Ob in der Innenraumgestaltung als Wandvertäfelung, zur Fertigung von Dekoration und Ziergegenständen oder zu Schmucksteinen verarbeitet - Lapislazuli ist begehrt.
Blau gilt als die Farbe der Könige - so ist es nicht verwunderlich, dass auch im Alten Ägypten bei der Verzierung von Gegenständen auf Lapislazuli gesetzt wurde, bspw. bei der über 3000 Jahre alten Goldenen Totenmaske von Tutanchamum.
Lapislazuli als Werkstoff kam auch bei Peter Carl Fabergé (1846 bis 1920) zum Einsatz. Der russische Goldschmied kreierte und designte am Hof des Zaren von Russland in St. Petersburg über 50 kunstvoll gestaltete Eier, die unter dem Namen Fabergé-Eier weltbekannt wurden, und die traditionell zu Ostern verschenkt wurden. Das Fabergé-Ei Zarewitsch-Ei gestaltete Fabergé mit Lapislazuli, Gold und Diamanten.


Werbung: Lapislazuli - Unsere Empfehlung

*

Farbpigment Lapislazuli

Im Laufe der Geschichte hat sich Lapislazuli einen Namen als ultramarinblaues Pigment in der Malerei gemacht.
Unter anderem arbeitete der Nürnberger Maler Albrecht Dürer (1471 bis 1528) mit Lapislazuli-Pigmenten am Heller-Altar; ein Triptychon für die Dominikanerkirche in Frankfurt/Main.
Farbe bzw. Pigmente aus Lapislazuli waren bzw. sind immer noch sehr begehrt, da die Farbe lichtbeständig ist - Im Gegensatz zu Azurit. Azurit wurde der himmelblauen Farbe in der Vergangenheit in zahlreichen Gemälden als Pigment für Himmel verwendet, allerdings oxidierte die azurithaltige Farbe mit der Zeit in grün (Mineral Malachit).
Im Handel werden Farben und Pigmente aus Lapislazuli bspw. unter dem Namen Fra Angelico Blau verkauft.
Mit der Entdeckung der Fertigung von künstlichem Lapislazuli im frühen 19. Jahrhundert ist die Gewinnung von blauen Farbpigmenten aus Lapislazuli weitgehend in den Hintergrund gerückt.


Heilstein Lapislazuli

Lapislazuli ist zudem als Chakrastein/Heilstein von Bedeutung, wobei die Heilwirkung von Lapislazuli in klinischen Untersuchungen nicht bewiesen werden konnte.
Lapislazuli gilt außerdem als Monatsstein für den Geburtsmonat September und - abhängig von der Quelle - als Glücksstein für das Sternzeichen Schütze.


Lapislazuli und Schmuck

Lapislazuli wird seit über 6000 Jahren zu Schmuck verarbeitet.
Um die Strukturen im Stein und die Farbe zu betonen, wird Lapislazuli vornehmlich zu Cabochons in verschiedenen Formen (z.B. tropfenförmig, oval, rund, eckig, dreieckig) geschliffen oder aber zu Perlen, Donuts oder Trommelsteinen verarbeitet.


Der Preis von Lapislazuli

In Bezug auf den Wert von Lapislazuli gibt es erhebliche Unterschiede, die auf die Qualität des Stein zurückzuführen sind.
Am gefragtesten und entsprechend hoch im Preis angesiedelt sind Steine von dunkelblauer Farbe mit feinen Pyriteinschlüssen und dezenten Calcitadern.
Dominiert Pyrit im Lapislazuli erscheint das Gestein schnell grünstichig. Ebenso geringer im Wert werden Exemplare eingestuft, die viel Calcit aufweisen und bei denen das Blau zurücktritt.
Mitunter wird die Farbe von blass-blauen Lapislazulis nachträglich verbessert. Eine gängige Methode zur Steigerung der Farbintensität von naturbelassenem, unbehandelten Lapislazuli ist das Ölen und Wachsen des Steins; teilweise sind die Öle und Wachse eingefärbt, um die Farbe abzudunkeln oder einzufärben. Ein Nebeneffekt des Ölens/Wachsens von unbehandltem Lapislazuli ist es, die Steine zum Glänzen zu bringen.


Lapislazuli-Imitationen und Fälschungen

Mitunter kann es sein, dass nicht jeder Lapislazuli, den es im Handel zu kaufen gibt, ein echter Lapislazuli ist. Stattdessen werden Imitationen oder zusammengesetzte Steine angeboten. Die häufigsten Imitationen bestehen aus blau eingefärbtem Glas, das von Metallstücken (z.B. Kupfer) als Pyritersatz durchsetzt sind. Teilweise werden auch andere Mineralien wie Chalcedon, Achat, Jaspis oder Howlith farblich auf Lapislazuli getrimmt. Dem gegenüber stehen zusammengesetzte Stein, die aus miteinander verkitteten, kleinen Fragmenten aus Lapislazuli bestehen.

Der größte Lapislazuli der Welt

Der weltgrößte Lapislazuli stammt aus den Anden in Chile und brachte ein Gewicht von 18,3 Tonnen auf die Waage. Aus dem Monolithen fertigte der österreichische Bildhauer Hans Muhr 1998 den Wasserwellen-Lebens-Brunnen, auch Lapislazuli-Brunnen genannt, in Wien.



Nachweis von Lapislazuli

Lapislazuli fluoresziert weiß. Bei Kontakt mit Salzsäure entwickelt sich ein deutlich wahrnehmbarer Geruch von Schwefelwasserstoff. Farbverändernd wirkt der Kontakt mit hohen Temperaturen, Fetten und Laugen.


Siehe auch:
Ägyptisch Blau
Lapislazuli und Sodalith unterscheiden
Blaufluss, Goldfluss, Purpurfluss und Grünfluss - Steine aus Glas und Metall

Quellen:
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München

* = Affiliate Link. beispielhafte Links, die zum Partnerprogramm von Amazon führen und bei erfolgreichem Verkauf mit einer Provision vergütet werden, ohne dass für Sie Mehrkosten entstehen.

Letzte Aktualisierung: 22. November 2019

Steine schleifen mit Profimaschinen

Börsenkalender

Mineralienboersen Kalender
Hier gelangen Sie direkt zum Börsenkalender

Unsere Buchmpfehlung

Der neue Kosmos-Mineralienführer: 700 Mineralien, Edelsteine und Gesteine

Kosmos Mineralienführer

Mehr Details


angeboten bei Amazon

Mineralien-Steckbriefe