Logo steine-und-minerale.de

Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 14.06.2021


Kimberlit

Kimberlit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: kimberlite | französisch: kimberlite


Kimberlit - Ein diamanthaltiges Gestein

Der Name Kimberlit ist dem US-amerikanischen Mineralogen und Geologen Henry Carvill Lewis (1853 bis 1888) zu verdanken. Im Jahr 1887 erschien seine Publikation mit dem Titel "The Matrix of the Diamond", in der er ausführlich das "neue" Gestein beschreibt, welches sich aufgrund der mineralischen Zusammensetzung deutlich von anderen, vergleichbaren Magmatiten unterscheidet und deshalb mit einem eigenen Namen versehen werden sollte.
Namenspate des Gesteins Kimberlit ist der britische Politiker John Wodehouse, erster Earl von Kimberley (1826 bis 1902). Kimberley ist zugleich derjenige, nach dem die Stadt Kimberley in Südafrika benannt wurde. Hier wurde im Jahr 1869 der erste diamantführende Kimberlit gefunden.


Kimberlit - Unsere Empfehlungen*

*

Eigenschaften von Kimberlit

Definition Kimberlit: Kimberlit ist ein magmatisches Gestein intrusiver Herkunft und ultrabasischer Klassifikation.

Kimberlit ist von blaugrüner bis schwarzer Farbe, daher auch die Bezeichnung Blaugrund (blue ground) als Synonym für Kimberlit. Im Laufe der Zeit verändert sich die Farbe von Kimberlit infolge der Verwitterung, sodass aufgrund der oxidativen Veränderung der eisenhaltigen Bestandteile Kimberlit gelbbraun wird, der sog. Gelbgrund (yellow ground).

Das Gestein wird der Peridotit-Gruppe zugeordnet.
Kimberlit besteht hauptsächlich aus serpentinisiertem Olivin und Phlogopit.
Als Nebengemengteile sind mit einem Anteil von bis zu fünf Prozent Rutil, Perowskit, Graphit, Pyrop,/Granat Pyroxene wie Hypersthen, Bronzit und Enstatit, Chromit, Chromdiopsid, Zirkon, Spinell, Magnetit, Ilmenit, Biotit/Glimmer und Diamant am Aufbau von Kimberliten beteiligt.

Das Gefüge des grobkörnigen Gesteins zeigt eine richtungslose Anordnung der Gemengeteile, die als Fragmente erscheinen und an Brekzien sowie das porphyrische Gefüge erinnern, oder wie Lewis 1887 schreibt: "structure is at the same time porphyritic and brecciated". Bisweilen enthalten Kimberlite Xenolithe, bestehend aus Dolerit oder Granit.
Die Dichte variiert zwischen 3,3 und 5,7 g/cm3.


Entstehung und Verbreitung von Kimberliten

Kimberlite gehen aus der langsamen, tektonisch ungestörten Kristallisation ultrabasischer Magmen im Erdinneren hervor. Der Großteil der weltweiten Kimberlitvorkommen weist ein Alter von 70 bis 150 Mio. Jahren auf, die ältesten Funde von Kimberliten sind 1,2 Mrd. Jahre alt. Als plutonisches Gestein nehmen die Kimberlite unterirdisch große Flächen, insbesondere unter den ältesten Gebirgen der Welt ein.

Nennenswerte Vorkommen von Kimberlit wurden u.a. in Sibirien/Russland; Indien; China; Kanada; Australien; Simbabwe; Tansania; Kongo; Ghana; Angola und Südafrika (erster Abbau erfolgte 1871 im Big Hole in Kimberley) dokumentiert.


Bedeutung und Verwendung von Kimberlit

Aufgrund der in Kimberliten enthaltenen Diamanten stellt das Gestein die primäre und wichtigste Quelle für die Gewinnung des Edelsteins dar. Auch für die Bergung weiterer, enthaltener Minerale ist Kimberlit von hoher Bedeutung.


Siehe auch:
GE POL-Diamanten
Die berühmtesten Diamanten der Welt
Diamanten, die keine sind


Quellen:
⇒ Lewis, H. C. (1887): The Matrix of the Diamond. IN: The Chemical News and Journal of Physical Science
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Maresch, W., Medenbach, O.; Trochim, H.-D. (1987): Die farbigen Naturführer Gesteine. Mosaik Verlag GmbH München*
⇒ Murawski, H. (1992): Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart
⇒ Schumann, W. (1994): Steine und Mineralien sammeln; finden, präparieren, bestimmen. BLV Verlag München
⇒ Bank, H. (1992): Diamanten. Pinguin-Verlag Innsbruck

* = Affiliate Link, d.h. beispielhafte Links, die zum Partnerprogramm von Amazon führen und bei erfolgreichem Verkauf mit einer Provision vergütet werden, ohne dass für Sie Mehrkosten entstehen.

Steine schleifen mit Profimaschinen

Börsenkalender

Mineralienboersen Kalender
Hier gelangen Sie direkt zum Börsenkalender

Unsere Buchmpfehlung

Der neue Kosmos-Mineralienführer: 700 Mineralien, Edelsteine und Gesteine

Kosmos Mineralienführer

Mehr Details


angeboten bei Amazon

Mineralien-Steckbriefe