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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 03.03.2022


Essexit

Essexit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: essexite | französisch: essexite


Essexit - Ein melanokrates Plutonit

Über die Entdeckung des Gesteins Essexit wurde erstmals im Jahr 1891 von Henry Sears /1834 bis 1910) berichtet. In seinen Ausführungen "Elaelolite-Zircon-Syenites and associated granitic rocks in the vincinity of Salem, Essex County, Massachusetts" beschreibt der US-amerikanische Geologe und Mineraloge ein Gestein, das in dieser Form bis dato unbekannt war und gab der Entdeckung in Anlehnung an den Fundort im Essex-County den Namen Essexit.


Eigenschaften von Essexit

Definition: Essexit ist ein dunkles magmatisches Gestein intrusiver Herkunft, sog Plutonit.
Der Geologe Harry Rosenbusch (1836 bis 1914) definierte Essexit 1896 als "quarzfreie, hypidiomorphkörnige Gesteine von eugranitischem bis hyperitischem Charakter, die durch gleichmässig hohen Gehalt an Alkalien und Oxyden der zweiwertigen Metalle bei mittlerem bis niedrigem Kieselsäuregehalt, durch meistens grossen Reichthum an farbigen Gemengtheilen, häufigen Olivin und meist beträchtlichen Apatitgehalt ausgezeichnet sind".
hypidiomorph = im Gestein eingewachsene Mineralkörner

Essexit wird der Farbe wegen zu den melanokraten, d.h. dunklen Gesteinen gezählt, ist von mittel- bis dunkelgrauer Farbe, geht aber auch nahezu ins Schwarze.

Der Mineralbestand von Essexit ist zur Hauptsache von Plagioklasen – insbesondere Labradorit und Andesin – und Alkali-Feldspäten – vor allem Orthoklas und Mikroklin – bestimmt.

Weitere Hauptgemengteile, d.h. im Gestein vorherrschende Minerale, sind

Die Nebengemengteile von Essexit werden mit einem Anteil von bis zu fünf Prozent durch Olivin, Biotit und Amphibole – hier: Arfvedsonit, Barkevikit und Kaersutit, beschrieben.

Akzessorisch, mit einem Anteil von bis zu einem Prozent, kann Essexit Titanit, Magnetit, Ilmenit und Apatit aufweisen.

Angelehnt an die Gemengteile wird Essexit in hellen, sog. Leuko-Essexit und dunkleren, Mela-Essexit unterschieden. Die Differenzierung fußt auf dem Gehalt der dunklen Minerale in Essexit: beträgt deren Anteil unter 20 % im Gestein, liegt Leuko-Essexit vor; Essexit mit mehr als 60 % dunklen Gemengteilen wird Mela-Essexit genannt.

Optisch ist Essexit zudem Gabbro sehr ähnlich. Verwechslungen können jedoch durch genaue Betrachtung der mineralischen Komponenten ausgeschlossen. Im Vergleich zu Essexit enthält Gabbro keine Alkali-Feldspäte.

Das Gefüge des körnigen Gesteins ist porphyrisch, d.h. in der dunklen Gesteinsmatrix treten relativ gut ausgebildete Kristalle hervor, die ohne Zuhilfenahme von Lupen o.ä. gut sichtbar sind. Zumeist handelt es sich helle stäbchenförmige Feldspäte, aber auch dunklerem bläulich schimmernden Labradorit. Die Dichte beträgt 2,8 bis 3,0 g/cm3.


Entstehung und Verbreitung von Essexit

Essexit ist ein Plutonit, alternativ Tiefen- oder Intrusivgestein genannt, und wird durch Kristallisation von siliciumarmen Magmen weit unterhalb der Erdoberfläche gebildet.

Die Vorkommen von Essexit sind auf wenige Fundorte weltweit beschränkt, die im Zusammenhang mit einstigen vulkanischen Aktivitäten stehen. So kann man Essexit in Deutschland beispielsweise am Kaiserstuhl in Baden-Württemberg finden. Weitere Funde sind unter anderem in einzelnen Lokalitäten in Grönland, Norwegen, Schweden, Schottland, Frankreich, Italien, Polen, Tschechien, Indien und in den USA möglich.


Bedeutung und Verwendung von Essexit

Da Essexit nicht großräumig verbreitet ist, ist eine wirtschaftliche Nutzung des Gesteins nicht bedeutend. Vereinzelt wird Essexit als Verkleidung von Fassaden oder als Fußbodenmaterial eingesetzt.


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Auch interessant:


Quellen:
⇒ Sears, J. H. (1891): Elaelolite-Zircon-Syenites and associated granitic rocks in the vincinity of Salem, Essex County, Massachusetts. IN: Bulletin of the Essex Institute. Band 23
⇒ Rosenbusch, H. (1896): Mikroskopische Physiographie der Mineralien und Gesteine: Massige Gesteine
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Maresch, W., Medenbach, O.; Trochim, H.-D. (1987): Die farbigen Naturführer Gesteine. Mosaik Verlag GmbH München*
⇒ Murawski, H. (1992): Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart
⇒ Okrusch, M. und S. Matthes (2009): Mineralogie: Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. Springer Verlag Berlin Heidelberg

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