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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 19.12.2019


Zeolith-Gruppe

Zeolith-Gruppe - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: zeolite | französisch: zéolithe


zeolithe Foto
Zeolithe

Der Name Zeolith ist dem schwedischen Mineralogen Axel Frederic von Cronstedt (1722 bis 1765) zu verdanken. Zeolith wird aus dem Griechischen mit Sprudelstein übersetzt und bezieht sich auf das Verhalten des Minerals in der Flamme. Bei Erhitzen sprudeln Zeolithe auf, weil im Mineral enthaltenes Kristallwasser freigesetzt wird. Deshalb werden Zeolithe alternativ auch als Siedesteine bezeichnet.



Eigenschaften von Zeolithen

Zeolithe sind eine Gruppe von insgesamt 48 Mineralien mit gleicher oder ähnlicher chemischer Zusammensetzung, die der Mineralkasse der Silikate zugehörig sind.
Die Farbe von Zeolithen variiert zwischen farblos und weiß in der Reinform, während rötlich, bräunlich oder gelblich getönte Zeolithe für Fremdbeimengungen in den Kristallen sprechen. Die Strichfarbe von Zeolithen ist immer weiß.
Die Mohshärte von Zeolithen schwankt im Bereich von 3,5 bis 5,5. Mit einer Dichte von 2,0 bis 2,5 g/cm3 gelten Zeolithe als leichte Mineralien.


zeolith-gruppe - Mineral und Kristalle
Zeolith


Unterscheidung von Zeolithen

Zeolithe werden abhängig vom Kristallsystem in kubische Zeolithe, Faser- und Blätterzeolithe unterschieden.
Würfel- bzw. Kubische Zeolithe kristallisieren im kubischen Kristallsystem. Bsp: Bellbergit, Harmotom, Léyvn, Pollucit, Offretit, Chabasit, Analcim und Faujasit.
Faserzeolithe sind dem orthorhombischen Kristallsystem zugehörig. Bsp: Ferrierit, Natrolith, Dachiardit, Edingtonit, Skolezit, Laumontit, Mordenit, Mesolith, Boggsit, Gonnardit und Gotthardit.
Blätterzeolithe sind Vertreter des monoklinen Kristallsystems. Bsp: Brewsterit, Stilbit, Cowlesit, Goosecreekit, Gismondin, Klinoptilolith, Heulandit, Amicit und Phillipsit.



Entstehung und Verbreitung von Zeolithen

Zeolithe sind Mineralien magmatischen Ursprungs mit Basalt als Muttergestein; weit häufiger jedoch sind Zeolithe Sekundärmineralien, d.h., Zeolithe gehen aus der hydrothermalen und/oder kontaktmetamorphen Umwandlung aus anderen Mineralien hervor, finden sich aber auch im Bereich um Thermalquellen oder vulkanische Aschelagen.
Besonders reichhaltige Zeolith-Vorkommen existieren bspw. auf Island und den Faröer-Inseln; in Irland; Schottland; Norwegen; Vogelberg/Hessen, Kaiserstuhl, St. Andreasberg bei Goslar und am Ettringer Bellerberg/Deutschland; Schweiz; Österreich; Italien; Polen; Russland; Kanada sowie in den USA.



Verwendung und Bedeutung von Zeolithen

Aufgrund der besonderen Eigenschaft der Kationenaustauschkapazität werden Zeolithe seit den 1970er Jahren für industrielle und wirtschaftliche Zwecken genutzt, werden dafür aber synthetisiert.
Künstliche Zeolithe sind beispielsweise in Waschmitteln, Wasserenthärtern (Trinkwasserfilter und auch in der Aquaristik in Form von Aquarienkies) und Benzin enthalten, werden aber auch in einigen Medikamenten werden Zeolithe als Absorber eingesetzt.
Weiterhin werden Produkte mit Zeolithen als Kühlschrank-Deo (bindet Ammoniak und andere Fäulnisgerüche) und in der Landwirtschaft als Bodenverbesserer eingesetzt. In der Alternativmedizin werden Zeolithe zur Entschlackung und Entgiftung des Körpers angeboten.
Zudem macht man sich die Kationenaustauschkapazität von Zeolithen bei der Dekontamination von radioaktiven Belastungen oder Verunreinigungen mit Schwermetallen zunutze. Untersuchungen von Böden, Gewässern, Tieren und Menschen zeigten, dass in Lösung gegebene bzw. gegessene pulverisierte Zeolithe Caesium- und Strontium- sowie Bleigehalte ausschalten konnten. Auch im Fall des Reaktorunglücks im Kernkraftwerk Fukushima (Japan) im März/April 2011 hätte laut den Aussagen der österreichischen Mineralogin Anna Bieniok von der Universität Salzburg die Kontamination verhindert werden können: "Zeolith-Filterpatronen hätten bis zu 90 Prozent der abgeleiteten Verstrahlung verhindert", indem diese durch Zeolithe gebunden wären.



Siehe auch:
Zeolithe - Mineralen im Einsatz gegen Radioaktivität
Zeolithe im Waschmittel
Mineralische Kakteenerde


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Quellen:
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
www.pte.at vom 07. April 2011

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Letzte Aktualisierung: 19. Dezember 2019

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