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Wollastonit Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Wollastonit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: wollastonite | französisch: wollastonite


Namenspate des Minerals Wollastonit ist der englische Universalgelehrte William Hyde Wollastone (1760 bis 1828). Die Benennung in Wollastonit erfolgte 1818, nachdem bereits 1793 in einer Veröffentlichung des österreichischen Mineralogen Andreas Stütz (1747 bis 1806) Wollastonit, damals noch unter der Bezeichnung, Tafelspath, Erwähnung fand - erstmals entdeckt im rumänischen Bereich des Banater Gebirges.


Eigenschaften von Wollastonit

Wollastonit ist ein Silikatmineral bestehend aus Ca3Si3O9.
Wollastonit kann sowohl farblos als auch von weißer, hellgelber, blaßrosa, hellgrüner bis grauer Farbe sein. Die Strichfarbe ist weiß.
Wollastonit kristallisiert im triklinen Kristallsystem, kann aber auch dem monoklinen Kristallsystem folgen. Trikliner Wollastonit bildet kurze, prismatische bis dicktafelige Kristalle aus, häufig auch zu Kristallen miteinander verwachsen. Die Aggregate sind massig, körnig, säulig oder radialstrahlig angeordnet.
Wollastonit ist von durchsichtiger bis durchscheinender Transparenz; der Glanz ist glasartig, kann auf frischen Spaltflächen ebenso perlmuttartig sein. Der Bruch ist uneben bis splittrig, die Spaltbarkeit ist sehr vollkommen. Die Mohshärte des calciumhaltigen Silikatminerals beträgt 4,5 bis 5 bei einem spezifischen Gewicht von 2,87 bis 3,09.


Entstehung und Verbreitung von Wollastonit

Wollastonit ist Mineral metamorphen Ursprungs, das entsteht, wenn heiße, aufsteigende und silikatische Magmen auf Kalksteine oder andere kalkhaltige Gesteine treffen. Entsprechend hoch ist die Wahrscheinlichkeit, Wollastonit in kontaktmetamorph veränderten kalkreichen Gesteinen wie Marmor oder Skarn zu finden. Ferner kann Wollastonit auch in Gneis und Quarzit vorkommen; möglich sind zudem Vergesellschaftungen mit Mineralen wie Epidot, Calcit, Diopsid, Grossular, Brucit, Larnit, Mikroklin und Vesuvian.
Bei dem bereits weiter oben angesprochenem monoklinen Wollastonit handelt es um Varietäten des Minerals: Parawollastonit und Pseudowollastonit. Beide Varietäten unterscheiden sich hinsichtlich der Druckverhältnisse bei der Entstehung von triklinen, „normalen“ Wollastonit. Während Parawollastonit bei Niedrigdruckbedingungen hervorgeht, ist Pseudowollastonit die Hochdruckvariante.
Abbauwürdige Wollastonit-Lagerstätten befinden sich bspw. in Grönland; Island; Schweden; Schottland; Irland; England; Frankreich; Erzgebirge, Sauerland, Eifel, Odenwald, Oberpfälzer Wald, Kaiserstuhl und Haslach/Deutschland; Waldviertel, Weiz und Bad Radkersburg/Österreich; Italien; Tschechien; Slowakei; Slowenien; Rumänien; Kosovo; Russland; Tansania; Kenia; Angola; Madagaskar; Namibia; Südafrika; Usbekistan; Tadschikistan; Afghanistan; China; Japan; Australien; Südamerika; Mexiko; Kanada und in den USA.


Verwendung und Bedeutung von Wollastonit

Aufgrund des hohen Schmelzpunktes bei 1.540 °C ist Wollastonit ein begehrter Rohstoff für die Herstellung feuerfester Materialien wie Keramik, Isolatoren, feuerbeständige Kleidung; kommt aber auch in Farbe oder als Dämmstoff zum Einsatz.


Nachweis von Wollastonit

Wollastonit ist säurelöslich unter gleichzeitiger Bildung von Kieselsäuregel.


Siehe auch:
Die Entstehung von Mineralien
Alltägliches: Porzellan
Seltene Mineralien


Quellen:
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
- www.mindat.org - wollastonite
- www.handbookofmineralogy.org - wollastonite

Letzte Aktualisierung: 11. November 2019

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