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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 01.10.2021


Verdelith

Verdelith - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: verdelite, green tourmaline


Verdelith – Grüner Turmalin

Der Name Verdelith wird erstmals im 20. Jahrhundert erwähnt. Im „Repertorium zum Neuen Jahrbuch für Mineralogie, Geologie und Paläontologie“ aus dem Jahr 1936 heißt es unter dem Stichwort Verdelith: „Verdelith, neue Bezeichnung für grünen Turmalin“.

Wie auch schon bei den Mineralien Rubin, Saphir, Azurit oder Aquamarin steht der Name Verdelith für die Farbe des Minerals. Verdelith wird wortwörtlich mit grüner Stein übersetzt, wobei der Wortstamm von der lateinischen Vokabel viridis oder dem französischen vert für grün abgeleitet werden kann.

Trotz der Tatsache, dass der Begriff Verdelith im Vergleich zu anderen Turmalin-Varietäten verhältnismäßig spät eingeführt wurde, waren grüne Turmaline in der Vergangenheit schon lange bekannt, wie die Ausführungen historischer Mineralien zeigen, z.B. Blumenbach (1797), Haüy (1806) oder Brückmann (1773).


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Eigenschaften von Verdelith

Auch wenn Verdelith im Allgemeinen als Varietät von Turmalin definiert wird, wurde dem grünen Mineral von der IMA (International Mineralogical Association), die sich mit der Erfassung und Registrierung aller weltweit vorkommenden Mineralien befasst, nicht der Status eines eigenständigen Minerals zugesprochen. Vielmehr beschreibt die IMA Verdelith als „green tourmaline, propably elbaite-schorl series“, demnach ist Verdelith ein grüner Elbait.

Tabelle: Die Eigenschaften von Verdelith
EigenschaftBeschreibung
Chemische Zusammensetzung Na(Mg,Fe,Li,Mn,Al)3Al6(OH)4/(BO3)3Si6O18
Mineralklasse kristallwasserhaltiges Silikatmineral
Farbe grün
Strichfarbe weiß
Glanz glasartig
Transparenz durchscheinend bis undurchsichtig
Bruch uneben, muschelig
Spaltbarkeit sehr vollkommen
Mohshärte 7 bis 7,5
Dichte 3,18 bis 3,2 g/cm³


Die Farbe von Verdelith ist grün in den verschiedensten Nuancen: von hell- bis dunkelgrün über ein gelbstichiges Grün, das der Farbe von Peridot/Olivin ähnelt, bis hin zu flaschengrünen und blaugrünen Tönen, oder wie Johann Blumenbach (1752 bis 1840; Anthropologe) 1797 festhält: „meist lauchgrün; theils ins Stahlblaue“ gehend. René-Just Haüy (1743 bis 1822; Mineraloge) 1806 ergänzend dazu: „dunkelgrüne Farbe, die sich ins Bouteillengrüne zieht“. Die Beschreibung von Verdelith aus der Feder von Carl Hartmann (1796 bis 1863; Mineraloge) 1838 ist noch detaillierter: „gras-, lauch-, pistacien-, oliven- schwärzlichgrün“.

Bedingt durch die Farbe wurde Verdelith in der Vergangenheit teilweise für die Beryll-Varietät Smaragd gehalten und in Anlehnung an die besonders reichhaltigen Vorkommen von Verdelith in Brasilien damals schlicht „brasilianischer Smaragd“ genannt.
Der Verwirrung setzte der Mineraloge Urban Brückmann (1728 bis 1812) 1773 ein Ende, indem er dafür plädierte, dass Verdelith bzw. grüner Turmalin zum Typus „Corneo crystallisato oder Schörlkrystallen nunmehro gezählet werden“. Brückmann argumentiert mit den Unterschieden im Verhalten in der Flamme sowie der Tatsache, dass sich Turmalin elektrostatisch aufladen lässt und andere mineralogische Eigenschaften als Smaragd aufweist.


Entstehung und Verbreitung von Verdelith

Verdelith entsteht sowohl unter magmatischen Verhältnissen, indem das Mineral bei Temperaturen zwischen 600 und 1.100 °C aus Silikatschmelzen auskristallisiert, genau wie Verdelith ein Mineral metamorphen Ursprungs sein kann, wenn Kalksteine durch aus dem Erdinneren aufsteigende granitoide Schmelzen chemisch und damit einhergehend im Mineralbestand verändert werden.

Bedeutende Verdelith-Vorkommen befinden sich zum Beispiel in Finnland, Schweden, Russland, England, Bad Harzburg, Penig, Eibenstock und Ehrenfriedersdorf/Deutschland, Schweiz, Österreich, Italien, Spanien, Mosambik, Madagaskar, Afghanistan, Australien sowie in den USA.


Verwendung und Bedeutung von Verdelith

Verdelith wird vorzugsweise zu Schmuck verarbeitet.


Thema: Die Farben von Turmalin:


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Quellen:
⇒ Brückmann, U. F. B. (1773): Urban Friederich Benedict Brückmanns Abhandlung von Edelsteinen. Band 1
⇒ Blumenbach, J. F. (1797): Handbuch der Naturgeschichte
⇒ Haüy, R.-J. und Karsten, D. L. G. (1806): Lehrbuch der Mineralogie
⇒ Hartmann, C. (1838): 11. Gattung: Turmalin. IN: Die Wunder der Erdrinde oder gemeinfassliche Darstellung der Mineralogie und Geologie mit besonderer Berücksichtigung ihrer Anwendung auf Künste und Gewerbe
⇒ Neues Jahrbuch für Mineralogie, Geologie und Paläontologie, Teil 2 (1936)
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Schumann, W. (2020): Edelsteine und Schmucksteine. Alle Arten und Varietäten 1900 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
www.ima-mineralogy.org (2018): A compendium of IMA-approved mineral nomenclature

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