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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 08.02.2022


Vaterit

Vaterit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: vaterite

Vaterit – Eine von drei Calciumcarbonatmodifikationen

Namenspate des Minerals Vaterit ist der Mineraloge Heinrich Vater (1859 bis 1930). Ihm gelang die synthetische Gewinnung von Vaterit – neben Calcit und Aragonit eine von drei möglichen Modifikationen von Calciumcarbonat.
Über die Entdeckung der ersten natürlich entstandenen Vaterit-Kristalle wurde 1960 in dem Aufsatz „Vaterite from Ballycraigy, Larne, Northern Ireland“ berichtet.


Eigenschaften von Vaterit

Die Gemeinsamkeit von Aragonit, Calcit und Vaterit ist die gleiche chemische Zusammensetzung. Unterschiede zwischen den drei Mineralien gibt es in puncto Entstehungstemperatur, Kristallsystem und Stabilität.

Tabelle: Die Eigenschaften von Vaterit
EigenschaftBeschreibung
Chemische Zusammensetzung Ca[CO]3
Mineralklasse Carbonate
Kristallsystem
  • hexagonal
  • prismatische Kristalle
  • Größe der Kristalle: bis zu 0,1 mm
Farbe weiß, farblos
Strichfarbe weiß
Glanz wachsartig
Transparenz durchsichtig bis durchscheinend
Bruch spröde, uneben
Spaltbarkeit n.n.
Mohshärte 3
Dichte 2,54 bis 2,65 g/cm³


Entstehung und Verbreitung von Vaterit

Vaterit ist ein Mineral sedimentären Ursprungs, d.h., das Mineral kristallisiert als Ausfällung aus mineralstoffreichen Lösungen bei Temperaturen unterhalb von 400 °C aus. Übersteigt die Temperatur diesen Wert, wandelt sich Vaterit in Calcit um – die thermisch stabilere Modifikation von Calciumcarbonat.

Die Vorkommen von Vaterit sind hauptsächlich mit Calcit und Aragonit sowie Hydrogranat, Kaolinit und Tobermonit vergesellschaftet, kommt aber auch als Einschluss in Zuchtperlen vor. Neben der Typlokalität in Irland gibt es weltweit nur wenige Fundorte von Vaterit, auch wenn diese in zahlreichen Ländern – England, Oberwolfach und Vulkaneifel/Deutschland, Österreich, Polen, Slowakei, Italien, Rumänien, Namibia, Jordanien, Japan, Australien und in den USA sowie Kanada – dokumentiert wurden.

Ferner konnte Vaterit im Menschen nachgewiesen bzw. als Bestandteil von Gallensteinen und Nierensteinen identifiziert werden.


Bedeutung und Verwendung von Vaterit

Aufgrund der Seltenheit ist Vaterit insbesondere für wissenschaftliche Zwecke von Interesse.


Auch interessant:

Quellen:
⇒ McConnel, J. D. C. (1960): Vaterite from Ballycraigy, Larne, Northern Ireland. IN: Mineralogical Magazine 32
⇒ Fleischer, M. (1960): New Mineral Names; New data. IN: American Mineralogist 45
www.mindat.org - Vaterite
⇒ U. Wehrmeister, D. E., Jacob, A. L., Soldati, T., Häger, T. und Hofmeister, W. (2007): Vaterite in freshwater cultured pearls from China and Japan. IN: Journal of Gemmology 2007, 31; DOI:10.15506/JoG.2007.30.7.399

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