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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 23.03.2020


Tigerauge

Tigerauge - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: tiger´s eye | französisch: Œil de tigre


tigerauge - Aufnahme des Minerals
Bild 1: Tigerauge

Der Name Tigerauge ist auf einen besonderen Effekt des Minerals zurückzuführen, der sich insbesondere bei geschliffenen Steinen zeigt. Auf den glatt polierten Oberflächen präsentiert sich ein feiner Lichtschein, ähnlich wie die Schlitzpupillen von Tigern bzw. Katzen (Chatoyieren).


Eigenschaften von Tigerauge

Das Mineral Tigerauge ist mit der chemischen Zusammensetzung SiO2 ein Vertreter der Mineralklasse der Oxidminerale und im Speziellen eine Varietät von Quarz.

Tigerauge kristallisiert dem trigonalen System, ohne dass deutliche Kristalle wie bei anderen Quarzen, z.B. Bergkristall, Amethyst oder Citrin ausgebildet werden. Vielmehr liegt das Mineral als derbes Aggregat vor.

Der Bruch von Tigerauge ist faserig, die Spaltbarkeit ist nicht gegeben. Der Glanz von Tigerauge ist seidig bei undurchsichtiger Transparenz.

Tigerauge ist mit einer Mohshärte von 6,5 bis 7 ein hartes Mineral, die Dichte beträgt 2,64 bis 2,71 g/cm3.


tigerauge_mineral Foto
Bild 2: naturbelassener, ungeschliffener Tigerauge


Die Farbe von Tigerauge

Die Farbe von Tigerauge ist goldgelb bis goldbraun gebändert mit Eisenoxid als farbgebende Verbindung.

Bisweilen werden im Handel rote Tigeraugen mit einem Stich ins Kupferfarbene angeboten. Rote Tigeraugen sind jedoch keine Varietät, sondern Tigerauge, dessen Farbe durch Hitzezufuhr nachträglich geändert wurde.
Infolge des Brennens, d.h. vorsichtiges Erhitzen, schlägt die goldbraune Ursprungsfarbe in kupferrot um. Wird das Mineral zusätzlich in Spiritus getränkt, ändert sich die Farbe abermals und Tigerauge wird violett.

Die Strichfarbe von Tigerauge - die Farbe, die entsteht, wenn ein Mineral über ein unglasiertes Porzellantäfelchen gestrichen wird - ist braungelb.


Die Chatoyance von Tigerauge

Ein charakteristisches Merkmal von Tigerauge ist die Chatoyance. Eine optische Erscheinung, die auf die Absorption von Licht auf die im Mineral eingeschlossenen Krokydolithfasern zurückzuführen ist. Für die Intensität des Lichtspiels sind neben der Dichte auch die Anzahl und Verteilung der Einschlüsse sowie die Ausrichtung der Fasern ausschlaggebend.

Entstehung und Verbreitung von Tigerauge

Tigerauge entsteht durch die Pseudomorphose nach Krokydolith, bei der das Ausgangsmineral durch eisenreichen Quarz substituiert wird. Dieser Prozess wird häufig in metamorphen Schiefern und Magmatiten beobachtet. Die faserige Struktur des Krokydolith wird beibehalten, wobei die Fasern lotrecht zur Plattenfläche ausgerichtet sind.

Finden kann man Tigerauge unter anderem in Namibia; Südafrika; Myanmar; China; Sri Lanka; Australien; Brasilien und in den USA.


oeil_de_tigre.png - Mineral und Kristalle
Bild 3: gebrannter Tigerauge (rot), natürlich gefärbter Tigerauge


Verwendung und Bedeutung von Tigerauge

Tigerauge wird vor allem zu Ziergegenständen und Schmuck verarbeitet. Dabei finden insbesondere Glattschliffe (Cabochon, Donuts, Trommelsteine) Anwendung, welche die Farbe und die Wirkung des Chatoyierens unterstützen. Des Weiteren wird Tigerauge als Heilstein/Chakrastein verkauft, wobei die Heilwirkung von Tigerauge in klinischen Untersuchungen nicht bestätigt werden konnte.


Tigerauge - Unsere Empfehlung*

*

Nachweis von Tigerauge

Tigeraugen sind weder pleochroitisch noch fluoreszieren diese.


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Quellen:
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
- www.mindat.org - tiger´s eye

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