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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 18.11.2021


Stichtit

Stichtit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: stichtite | französisch: stichtite


Stichtit - Das schönste lila Mineral

Namenspate des in Tasmanien/Australien entdeckten Minerals Stichtit ist der US-amerikanische Metallurge Robert Carl Sticht (1856 bis 1922), der unter anderem auch im australischen Bergbau tätig war. Der Ort der Erstentdeckung ist heute unter dem Namen Stichtit Hill bekannt.
1896 fand Sticht ein Mineral, das er für Kammerit hielt. Wie der australische Wissenschaftler William Frederick Petterd (1849 bis 1910) in seinen Ausführungen über "Stichtite" in "A Catalog of the Minerals of Tasmania" im Jahr 1910 schreibt, lag die Verwechslung vor allem aufgrund der ähnlichen Farbe nahe, die Petterd als "most beautiful and intense lila shade" (schönste und intensivster Lila-Ton) beschrieb.


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Eigenschaften von Stichtit

Stichtit ist ein kristallwasserhaltiges Carbonatmineral mit der chemischen Zusammensetzung Mg6Cr2CO3(OH)16·4H2O.

Die Farbe von Stichtit variiert zwischen rosa und verschiedenen Violetttönen, die von fliederfarben bis intensiv lila erreichen.
Aufgrund der Farbe und Erscheinung des Minerals kann Stichtit leicht mit Charoit, Sugilith, und Amethyst verwechselt werden.
Die Strichfarbe von Stichtit ist hellviolett.

Stichtit kristallisiert dem trigonalen Kristallsystem folgend und bildet blättrige Kristalle. Die Aggregate des Minerals sind faserig bis derb.
Der Glanz des Carbonatminerals kann wachsartig bis fettig oder perlmuttartig sein. Stichtit ist von durchscheinender bis undurchsichtiger Transparenz bei vollkommener Spaltbarkeit.

Mit einer Mohshärte von 1,5 bis 2 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839) zählt Stichtit zu den weichen Mineralien. Die Dichte beträgt 2,16 bis 2,18 g/cm³.


Entstehung und Verbreitung von Stichtit

Stichtit ist ein Sekundärmineral, das aus der Alteration bzw. Umwandlung bestehender Mineralien hervorgeht, insofern hydrothermale Lösungen den existenten Mineralbestand – im Fall von Stichtit: chromhaltiger Serpentinit – chemisch verändern. Nicht selten kommt Stichtit in Form von einzelnen Flecken, Adern oder marmorähnlichen Zeichnungen im Muttergestein Serpentinit vor.

Die Vorkommen von Stichtit werden neben Calcit und Serpentin auch von Chromit, Antigorit sowie Barbertonit begleitet.

Abgesehen von der Typlokalität und anderen Fundstellen in Australien befinden sich weitere Fundorte von Stichtit in Österreich, Russland, Marokko, Südafrika, Indien, Neuseeland, Mexiko und Kanada.


Verwendung und Bedeutung von Stichtit

Neben der Verwendung als Heilstein, dessen Wirkung wissenschaftlich nicht erbracht werden konnte, wird Stichtit zu Schmuck verarbeitet. Aufgrund der geringen Härte wird das Mineral mit Wachs, Kunststoff oder Harz ummantelt, um zu verhindern, dass Stichtit zerbricht oder zerkratzt.


Atlantisit und Stichtit

Verwachsungen von grünem Serpentin und violettem oder rosafarbenem Stichtit werden mitunter unter dem Handelsnamen Atlantisit verkauft.


Siehe auch:
Seltene Mineralien
Violette Diamanten
Imprägnieren von Mineralien mit Wachs, Öl und Harz


Quellen:
⇒ Petterd, W. F. (1910): Stichtite. IN: A Catalog of the Minerals of Tasmania
⇒ Schumann, W. (2017): Edelsteine und Schmucksteine: alle alle Arten und Varietäten; 1900 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
www.mineralienatlas.de - Stichtit
www.mindat.org - stichtite

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