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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 28.09.2021


Staurolith

Staurolith - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: staurolite


Staurolith = Kreuzstein

Der aus dem Griechischen stammende Name Staurolith wird erstmals im Jahr 1770 in der „Encyclopédie, ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers“ erwähnt und als „la pierre en croix, lapis crucifer“ - Kreuzstein – definiert.

Tatsächlich erinnert die idealtypische Verwachsung von Staurolith-Kristallen an ein Kreuz, wie auch schon der Chemiker Martin Heinrich Klaproth (1743 bis 1817) festhielt: „zwillingsartig in Form eines Andreaskreuzes zusammengehäuft“.


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Eigenschaften von Staurolith

Der Begriff Staurolith umfasst eine Gruppe mehrerer Mineralien (Staurolithgruppe), die sich durch eine vergleichbare chemische Zusammensetzung auszeichnen: M2+4Al18Si8O46(OH)2/kristallwasserhaltiges Silikatmineral, wobei M2+ je nach Varietät für Eisen, Magnesium oder Zink steht und das Unterscheidungsmerkmal der einzelnen Varietäten ist.

  • Eisenstaurolith: (Fe2+)2Al9Si4O23(OH)
  • Magnesiostaurolith: Mg(Mg,Li)3(Al,Mg)18Si8O44(OH)4
  • Zinkstaurolith: Zn2Al9Si4O23(OH)

Im frühen 19. Jahrhundert wurde Staurolith in der Mineralogie noch der Farbe nach unterschieden. So gab es laut Klaproth, Emmerling und vielen anderen Mineralogen die Varietäten roter Staurolith bzw. „Granatit der Schweizer“ (Klaproth 1807), brauner Staurolith und schwarzer Staurolith.
Während die Farbe von Staurolith heutzutage schlicht mit rotbraun bis braunschwarz angegeben wird, wurde die Farbe des Minerals in der Vergangenheit detaillierter beschrieben: „dunkelbräunlichschwarz, bräunlichroth, bis ins Röthlichbraune“ (Klaproth, 1808), „dunkelröthlichbraune Farbe (…), ins Blut- und Kolombinrothe, Hiazinthrothe, Leberbraune“ (Emmerling, 1082) gehend oder „haarbraun (…) sammetschwarz“ (Suckow, 1083).
Einzig die Subvarietät Lusakit – benannt nach der Typlokalität in Lusaka/Sambia – ist aufgrund des Kobaltgehalts von blauschwarzer Farbe und blauer Strichfarbe. Alle anderen Staurolith-Mineralien weisen eine weiße Strichfarbe auf, d.h., wird das Mineral über eine unglasierte Porzellantafel gestrichen, erscheint ein weißer, pulverisierter Abrieb.

Staurolith kristallisiert dem monoklinen Kristallsystem folgend und bildet prismatische, tafelige Kristalle in „sechsseitigen Säulen“ (Klaproth, 1807). Die Aggregate sind massig bis körnig.
Sehr häufig sind die Kristalle miteinander verwachsen bzw. kreuzweise einander durchdringend zu Zwillingen verwachsen, dass das namensgebende Kreuz entsteht.

Der Glanz von Staurolith ist matt, an frischen Bruchstellen ist der Glanz der Kristalle fettig bei durchscheinender bis undurchsichtiger Transparenz. Der Bruch des Minerals ist uneben bis muschelig, die Spaltbarkeit ist unvollkommen.

Mit einer Mohshärte von 7 bis 7,5 zählt Staurolith auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839) zu den harten Mineralien. Die Dichte von Staurolith beträgt 3,65 bis 3,83 g/cm³.


Chiastolith und Staurolith

Unter der Vielzahl der weltweit über 5300 bekannten Mineralien gibt es ein weiteres Mineral, das ebenfalls unter dem Synonym Kreuzstein bekannt ist: Die Andalusit-Varietät Chiastolith – nach dem griechischen Buchstaben „x = chi“.

Das hellgraue bis braune Mineral wird von einem dunkelgrauen bis schwarzen Kreuz durchzogen, ist aber nicht so erhaben wie die sich kreuzenden Kristallzwillingen von Staurolith.

Ebenfalls unterschiedlich ist die Ursache des Kreuzes, die auf Einlagerungen von Kohlenstoff oder Graphit zurückzuführen sind.


Entstehung und Verbreitung von Staurolith

Staurolith ist ein Mineral metamorphen Ursprungs, das im Rahmen der Regionalmetamorphose bei Druckbedingungen von bis zu 15 kbar und Temperaturen zwischen 500 und 750 °C entsteht.

Dabei sind die Vorkommen von Staurolith unter anderem mit Andalusit, Kyanit, Quarz, Muskovit und a href="https://www.steine-und-minerale.de/atlas.php?f=2&l=B&name=Biotit">Biotit/Glimmer, Chlorit und Almandin/Granat vergesellschaftet und als Gemengteil (mineralischer Bestandteil) in Gneis und Glimmerschiefer enthalten.

Nennenswerte Fundorte von Staurolith befinden sich bspw. In Norwegen, Schweden, Finnland, Schottland, England, Frankreich, Deutschland, Schweiz – hier auch bekannt als Basler Taufstein, wobei der Staurolith nicht in der Umgebung von Basel gefunden wird, sondern am Gotthard, Österreich, Polen, Tschechien, Rumänien, Ungarn, Portugal, Spanien, Südafrika, Madagaskar, Afghanistan, Indien, China, Myanmar, Australien, Argentinien, Bolivien, Brasilien, Kanada und in den USA.


Verwendung und Bedeutung von Staurolith

Neben der Verwendung als Schmuck- und Heilstein sowie Sammlermineral ist Staurolith von wissenschaftlichem Interesse. Als Zeigermineral geben Staurolith-Vorkommen in Gesteinen Aufschluss über den Grad der Metamorphose, d.h., die Temperaturen sowie der Druck, der bei der Entstehung vorherrschten. Im Fall von Staurolith steht das Mineral für eine mittelgradige Metamorphose.


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Quellen:
Encyclopédie, ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers. Par une société de gens de lettres. Mis en ordre et publié par m. Diderot (1770)
Emmerling, L. A. (1802): Lehrbuch der Mineralogie
⇒ Suckow, G. A. (1803): Anfangsgründe der Mineralogie nach den neuesten Entdeckungen. Band 1
Klaproth, M. H. (1807): Chemisches Wörterbuch. Band 5
Klaproth, M. H. (1808): IN: Gehlen, A. F.: Journal für die Chemie, Physik und Mineralogie
www.mindat.org - Staurolite

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