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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 18.11.2022


Smithsonit

Smithsonit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: smithsonite | französisch: smithsonite


Smithsonit Foto
Smithsonit-Kristall

Smithsonit - Zinkspat

Die Erstbeschreibung des Minerals Smithsonit geht auf James Smithson (1765 bis 1829) zurück.
Um seinen Verdienst in der Mineralogie zu ehren, wählte der französische Mineraloge Francois Sulpice Beudant (1787 bis 1850) Smithson im Jahr 1832 zum Paten des Minerals Smithsonit.
Unbekannt war Smithsonit dennoch nicht; vielmehr wurde das Mineral in der mineralogischen Literatur bis 1832 unter dem Eintrag Zinkspat oder Galmei gelistet.


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Eigenschaften von Smithsonit

Smithsonit ist ein Carbonatmineral bestehend aus ZnCO3/Zinkcarbonat.

Die eigentliche, unverfälschte Farbe von Smithsonit ist farblos; historische Mineralogen sprechen von "wasserhell". Infolge von Beimengungen wie bspw. Eisen, Cadmium, Kobalt oder Kupfer kann das Mineral auch gelb, rot, rosa, blau, grün, braun, orange oder grün sein, oder mit den Worten des Mineralogen Gustav Adolf Kenngott (1818 bis 1897): die Kristalle sind "citronen- bis wachsgelb gefärbt, welche Farben auch ins Grünliche und Bräunliche übergehen". Sein Kollege Max Bauer (1844 bis 1917) ergänzend dazu: "lebhaft grün, blau, auch wohl violett gefärbte Aggregate".
Aufgrund der Farbe kann Smithsonit mit Hemimorphit, Chalcedon und Prehnit verwechselt werden.
Die Strichfarbe von Smithsonit ist weiß, d.h., wenn Smithsonit über ein unglasiertes Porzellantäfelchen gestrichen wird, erscheint ein weißer, pulverisierter Abrieb.

Smithsonit kristallisiert im trigonalen Kristallsystem. Die Kristalle sind skalenoedrisch oder rhomboedrisch. Die Aggregate erscheinen traubig, nierig, derb, krustig, körnig, stalaktitisch oder strahlig und wirken laut dem Mineralogen Carl Friedrich Naumann (1859) "oft wie abgerundet" und sind Carl Friedrich Hartmann (1796 bis 1863) zufolge "außen rauh, selten glatt" und "einzeln aufgewachsen oder drusig verbunden und mannigfach gruppirt".

Smithsonit weist einen fettigen bis perlmuttartigen Glanz auf, die Transparenz ist durchscheinend bis undurchsichtig. Der Bruch ist muschelig-spröde, die Spaltbarkeit ist vollkommen.

Smithsonit ist ein mittelhartes Mineral – die Mohshärte liegt zwischen 4 und 5 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839), die Dichte beträgt 4,0 bis 4,6 g/cm³.


Smithsonite - Mineral und Kristalle
Smithsonit

Entstehung und Verbreitung von Smithsonit

Die Entstehung von Smithsonit wird mit der Überprägung karbonat- oder erzhaltiger Ausgangsgesteine infolge von pneumatolytischen und hydrothermalen Vorgängen erklärt.

Die Minerale, die am häufigsten mit Smithsonit vergesellschaftet sind, sind Azurit, Cerussit, Malachit, Hemimorphit, Calcit, Galenit und Hydrozinkit.

Nennenswerte Vorkommen des seltenen Minerals befinden sich unter anderem in England; Baden, Harz/Deutschland; Schlesien/Polen; Kärnten, Steiermark/Österreich; Sardinen/Italien; Spanien; Laurion/Griechenland; Kasachstan; Namibia; Türkei; Australien; Mexiko; Arkansas, Utah, Colorado/USA.


Verwendung und Bedeutung von Smithsonit

Auch wenn Smithsonit über beachtliche Gehalte an Zink verfügt, wird das Mineral aufgrund der Seltenheit wirtschaftlich nicht genutzt bzw. abgebaut.
Max Bauer schrieb 1896, dass Smithsonit teilweise auch für die Fertigung von Schmuck in Form von "Broschen und Ringsteinen" Anwendung findet.
Heute ist das Mineral vorrangig für Sammlungen von Interesse, wird aber auch als Heilstein verkauft, ohne dass eine Wirkung von Smithsonit auf die Gesundheit nachgewiesen werden konnte.



Nachweis von Smithsonit

Smithsonit ist in Salzsäure löslich und fluoresziert grün, blau, braun und rosa.


Auch interessant:


Quellen:
⇒ Beudant, F. S. (1832): Smitsonite. IN: Traité Élémentaire de Minéralogie, Tome II
⇒ Hartmann, C. A. (1841): Zinkspath. IN: Die Wunder der Erdrinde. Gemeinfaßliche Darstellung der Geologie und Mineralogie
⇒ Naumann, C. F. (1859): Smithsonit. IN: Elemente der Mineralogie
⇒ Kenngott, J. G. A. (1860): Smithsonit. IN: Uebersicht der Resultate mineralogischer Forschungen
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH ⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
www.mindat.org - smithsonite

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