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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 07.12.2021


Skapolith

Skapolith - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: scapolite | französisch: scapolite


Skapolith und Wernerit

Das Mineral Skapolith wurde erstmals im Jahr 1800 in der mineralogischen Literatur von José Bonifacio de Andrada e Silva (1763 bis 1838) erwähnt; zunächst als Wernerit (siehe: "Kurze Angabe der Eigenschaften und Jennzeichen einiger neuen Fossilien aus Schweden und Norwegen nebst einigen chemischen Bemerkungen ueber dieselben" - wobei er den Mineralogen Abraham Gottlob Werner (1749 bis 1817) zum Namenspaten kürte.
Noch im selben Jahr brachte brasilianische Mineraloge d´Andrada den aus dem Griechischen stammenden Namen Skapolith - Stabstein ein, den er aufgrund der stabähnlichen Form der Kristalle von Skapolith wählte.
Der Name Wernerit gilt heutzutage als veraltet, insofern 1997 beschlossen wurde, die Gruppe einheitlich Skapolithgruppe zu nennen.


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Eigenschaften von Skapolith

Das Mineral Skapolith ist kein eigenständiges Mineral, sondern der Name einer Gruppe von Mineralien von vergleichbarer chemischer Zusammensetzung, chemischer und physikalischer Eigenschaften. Die Mischkristallreihe der Skapolithgruppe umfasst die Mineralien

  • Marialith
  • Mejonit
  • Silvialith

Skapolithe werden der Systematik der Mineralien zufolge den Silikatmineralien zugeordnet.

Bei den Mineralien Dipyr und Muzzonit handelt es sich um Varietäten von Skapolith.

Die Farbe von Skapolith ist sehr variabel. In der Reinform ist Skapolith durchsichtig, farblos. Infolge von Beimengungen diverser Elemente können Skapolithe von weißer, gelber, rosafarbener, violetter, grüner, blauer, grauer oder schwarzer Farbe sein - wobei die Farbe als lichtempfindlich gilt und bei längere Sonneneinstrahlung zum Verblassen neigt.
Die Strichfarbe ist dennoch weiß.

Die Mineralien der Skapolithgruppe kristallisieren dem tetragonalen Kristallsystem folgend und bilden lange, säulenförmige Kristalle, deren Kristallflächen häufig längs verlaufende Riefen aufweisen.

Der Glanz von Skapolith ist glasartig bei durchsichtiger bis durchscheinender Transparenz. Der Bruch ist muschelig bis spröde und uneben, die Spaltbarkeit ist vollkommen.

Die Mohshärte von Skapolith beträgt 5,5 bis 6 bei einer Dichte von 2,50 bis 2,78 g/cm³.


Entstehung und Verbreitung von Skapolith

Skapolith ist ein Mineral, das im Zusammenhang sowohl mit magmatischen wie auch metamorphen Gesteinen gefunden wird.
Vor allem in granitischen Pegmatiten, die durch heiße Gase aufsteigender Magmen angereichert wurden, sowie durch Kontaktmetamorphose entstandene Metamorphite sind skapolithreich.
Beispiele für entsprechende Gesteine sind Gneis, Schiefer sowie Marmor.

Die Vorkommen von Skapolith werden von zahlreichen anderen Mineralien begleitet, darunter bspw. Calcit, Tremolit, Omphacit, Serendibit, Epidot, Granat, Fluorit, Vesuvianit, Diopsid, Titanit, Phlogopit, Pyrit, Poudretteit, Feldspat und Wollastonit.

Skapolithe sind weltweit häufig vorkommende Mineralien; nennenswerte Fundorte befinden sich unter anderem in Norwegen, Schweden, Finnland, England, Frankreich, Deutschland, Schweiz, Österreich, Tschechien, Slowakei, Italien, Spanien, Bulgarien, Rumänien, Russland, Türkei, Pakistan, Afghanistan. Madagaskar, Sri Lanka, Japan, China, Australien, Antarktis, Brasilien, Chile, Peru sowie in den USA.


Verwendung und Bedeutung von Skapolith

Auch wenn zahlreiche Skapolith-Vorkommen bekannt sind, ist die Menge der abbauwürdigen Kristalle gering. Skapolith guter Qualität – hohe Reinheit, kräftige Farbe und große Kristalle – wird insbesondere zu Schmuck verarbeitet.
Daneben wird Skapolith als Heilstein verkauft, dessen Wirkung klinisch nicht belegt ist.


Nachweis von Skapolith

Rosafarbener Skapolith weist eine orangefarbene bis rosafarbene Fluoreszenz auf, während gelber Skapolith violett-blau fluoresziert.


Siehe auch:
Farbedelsteine
Fancy Diamanten – Farbige Diamanten
Die teuersten Mineralien der Welt


Quellen:
⇒ d´Andrada, J. B. (1800): Kurze Angabe der Eigenschaften und Kennzeichen einiger neuen Fossilien aus Schweden und Norwegen nebst einigen chemischen Bemerkungen ueber dieselben. Wernerit. IN: Allgemeines Journal der Chemie
⇒ d´Andrada, J. B. (1800): Scapolite. IN: Journal de Physique, de Chimie, d´Histoire Naturelle et des Arts
⇒ Hausmann, F. (1809): Kritisch-oryktognostische Bemerkungen über Skapolith und Wernerit und einige andere nahe damit verwandte Fossilien. IN: Der Gesellschaft Naturforschender Freunde zu Berlin. Magazin für die neuesten Entdeckungen in der gesammten Naturkunde
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Schumann, W. (2017): Edelsteine und Schmucksteine. Alle Arten und Varietäten. 1900 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Hochleitner, R. (2017): Welcher Stein ist das? Kosmos-Naturführer. Über 350 Mineralien, Edelsteine und Gesteine. Franckh Kosmos Verlag
www.mindat.org - scapolite

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