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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 18.03.2021


Sarder

Sarder - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: sard


Sarder - Ein Quarzmineral

Über den Ursprung des Namens Sarder besteht bis heute Uneinigkeit.
So könnte das Mineral nach der antiken lydischen Stadt Sardes, dem heutigen Sart in der Türkei benannt wurden sein, oder aber der Mineralname stammt aus dem Persischen, wonach Sarder auf die Bezeichnung der rot-gelben Farbe zurückgeht.
Im Biblischen Real-Lexicon aus dem Jahr 1787 steht dahingegen unter dem Eintrag Sarder, dass Sarder „so viel als Sardinier, d.i., sardinischer Stein heissen soll“.


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Eigenschaften von Sarder

Sarder wird als die orange-rote bis rotbraune Varietät von Chalcedon definiert, und ist damit übergeordnet wiederum ein Vertreter der Quarzgruppe, d.h. chemisch unter anderem mit Bergkristall, Amethyst, Citrin, Achat, Jaspis, Opal, Rauchquarz und Tigerauge verwandt.

Laut der Liste der offiziell als eigenständiges Mineral anerkannten Mineralien der International Mineralogical Association (IMA) handelt es sich bei Sarder um kein eigenständiges Mineral. Trotzdem hat sich in den vergangenen Jahrhunderten Sarder als Name für dunklere, rote Chalcedone eingebürgert.

Schon in der Vergangenheit diskutierten Mineralogen über Sarder, vor allem auch im Hinblick auf die Unterscheidung zum farblich ähnlichen Karneol. Der Paläontologe Johann Samuel Schröter (1735 bis 1808) schreibt bspw. 1774: „Wir halten die Carneole und Sarder für einerley Steine, verschiedene Gelehrte aber trennen sie und nennen den dunklern an Farbe, Carneol, den hellern aber Sarder.“
Die Farbe als Merkmal zur Unterscheidung von Karneol und Sarder wird auch im Biblischen Universal-Lexicon 1787 herangezogen: „Der Sarder aber, wenn er blut- oder fleischfarb-roth ist, heist bey den neuen Carneol; wenn seine Röthe aber ins Goldgelbe fällt, läßt man ihm den Namen Sarder“.
Auch Georgius Agricola (1494 bis 1555; Mineraloge) setzte sich seinerzeit mit Sarder auseiannder und bezieht sich auf Beschreibungen alter Gelehrter wie Plinius oder Theophrast, wonach „jeder einfarbige Chalcedon hieß bei den Alten Sarder. Und ihr rother Sarder entspricht unserm Karneol.“

Heutzutage wird ebenfalls die Farbe als Eigenschaft betrachtet, um Sarder und Karneol zu unterscheiden. Hellere Rottöne oder Rottöne mit einem Stich ins Orangefarbene werden als Karneol definiert, dunklere Rot- und Orangenuancen werden als Sarder bezeichnet.

Tabelle: Die Eigenschaften von Sarder
EigenschaftBeschreibung
Chemische Zusammensetzung SiO2
Mineralklasse Oxidmineral
Farbe
  • rot, rotorange, rotbraun
  • gefleckt, wolkig oder gestreift
  • Farbe durch Eisenoxide und -hydroxide
Strichfarbe weiß
Glanz glasartig
Transparenz durchscheinend bis undurchsichtig
Bruch spröde, muschelig
Spaltbarkeit unvollkommen
Mohshärte 6,5 bis 7
Dichte 2,65 g/cm³


Entstehung von Sarder

Siehe: Steckbrief Chalcedon


Verwendung und Bedeutung von Sarder

Sarder ist vor allem als Stein für Schmuck von Interesse, wird aber auch als Heilstein verkauft, ohne dass die Heilwirkung von Sarder in wissenschaftlichen Untersuchungen bestätigt werden konnte.


Siehe auch:
Quarzfarben: Natürliche und künstliche Farben von Quarz
Charoit - Ein violetter Edelstein aus Russland
Steckbrief Sard-Onyx

Quellen:
www.ima-mineralogy.org - List of Minerals ⇒ Agricola, G. IN: Lehmann, E. (1810): Georg Agrikolas Mineralogische Schriften, übersetzt und mit erläuternden Anmerkungen begleitet. Dritter Theil. Oryktognosie. De Natura Fossilum
⇒ Schröter, J. S. (1784): Lithologisches Real- und Verballexikon. Band 6
⇒ Schröter, J. S. (1774): Vollständige Einleitung in die Kenntniß und Geschichte der Steine und Versteinerungen. Erster Theil
Biblisches Real-Lexicon über biblische und die Bibel erläuternde alte Geschichte. Vierter Theil
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München

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