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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 25.11.2021


Rhodochrosit

Rhodochrosit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: rhodochrosite | französisch: rhodochrosite

rhodochrosit_mineral - Aufnahme des Minerals
Bild 1: Rhodochrosit

Rhodochrosit = Rosafarbener Himbeerspat

Der Name Rhodochrosit stammt aus dem Altgriechischen und wird mit der "Rosenfarbene" übersetzt - ein Verweis auf die rosa Farbe des Minerals. Namensgeber war seinerzeit im Jahr 1813 der deutsche Mineraloge Friedrich Hausmann (1782 bis 1859). Zuvor war Rhodochrosit unter dem Namen Manganspat bekannt; Der Geologe und Mineraloge Abraham Gottlob Werner (1749 bis 1817) wählte den Namen aufgrund der Mangangehalte und der guten Spaltbarkeit des Minerals.


Eigenschaften von Rhodochrosit

Rhodochrosit ist ein magnesiumhaltiges Carbonatmineral mit der chemischen Zusammensetzung MnCO3/Magnesiumcarbonat.

Die Farbe Rhodochrosit ist zumeist rosarot bis himbeerfarben (daher auch das Synonym Himbeerspat).
Rhodochrosit kann aber auch weiß, gelb oder braun sein. Sehr häufig kommt himbeerfarbener Rhodochrosit in sich abwechselnden helleren und dunkleren Lagen vor, oder aber ist marmoriert oder anderweitigen Mustern durchzogen - resultierend aus lagenweise unterschiedlichen Konzentrationen der aufbauenden Elemente zum Zeitpunkt der Rhodochrosit-Entstehung.
Bedingt durch die Farbe kann Rhodochrosit insbesondere mit Rhodonit, Rosenquarz oder rosafarbenem Dolomit verwechselt werden.
Die Strichfarbe von Rhodochrosit, d.h. die Farbe, die erscheint, wenn ein Mineral über eine unglasierte Porzellantafel gerieben wird, ist bei Rhodochrosit immer weiß.

Die Kristalle des manganhaltigen Minerals gehören zum trigonalen System, wobei rhomboedrische, prismatische und tafelige Kristalle für Rhodochrosit typisch sind. Die Aggregate sind derb, körnig, traubig, radialstrahlig und zuweilen in Drusen aufgewachsen.

Der Glanz von Rhodonit ist glasartig, auf Spaltflächen auch perlenartig. Zudem zeichnet sich Rhodochroist durch eine durchsichtige bis undurchsichtige Transparenz aus. Rhodochrosite weisen einen unebenen, muscheligen Bruch auf, die Spaltbarkeit ist vollkommen.

Rhodochrosit ist mit einer Mohshärte von 3,5 bis 4 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien ein vergleichsweise weiches Mineral, die Dichte von Rhodochrosit beträgt 3,30 bis 3,70 g/cm3.

Rhodochrosit Foto
Bild 2: Rhodochrosit mit Bergkristall

Entstehung und Verbreitung von Rhodochrosit

Rhodochrosit entsteht primär entweder in hochtemperierten oder hydrothermalen Lagerstätten, indem kohlensäurehaltige Lösungen auf manganhaltiges Gestein treffen.
Das Mineral kann aber aus der Verwitterung von Manganlagerstätten hervorgehen. Als sekundäres Minerals kann Rhodochrosit in Adern, Gängen oder in Sedimenten auftreten (vertiefende Informationen zur Entstehung von Mineralen: Die Entstehung von Mineralen) .

Bedeutende Vorkommen von Rhodochrosit befinden sich unter anderem in Grönland; Schweden; England; Frankreich; Österreich; Tschechien; Slowakei; Spanien; Italien; Rumänien; Griechenland; Namibia; Südafrika; Aserbaidschan; Georgien; Kasachstan; Russland; Afghanistan; China; Japan; Australien; Südamerika; Mexiko und in den USA.

Begleitet werden die Rhodochrosit-Vorkommen bspw. von Gold, Silber, Baryt, Manganit, Magnetit, Calcit, Siderit, Smithsonit, Quarz (siehe Bild 2), Fluorit und Rhodonit.



rhodochrosite - Mineral und Kristalle
Bild 3: rosa-weiß "marmorierter" Rhodochrosit im Anschliff

Rhodochrosit-Fälschungen

In einem Fachartikel des Gemological Institute of America (GIA) aus dem Herbst 2019 wurde über eine neue Art der Rhodochrosit-Fälschung berichtet. Während in der Vergangenheit Fälschungen bzw. Imitationen aus Glas im Umlauf waren, bestehen die "neuen" Fälschungen aus zwei Mineralien: Gibbsit und Calcit.
Bedingt durch die Einzigartigkeit des rosa-weißen Musters von Rhodochrosit galt das Mineral als zu kompliziert, um Nachahmungen anzufertigen.
Die Imitationen aus Gibbsit und Calcit stammen aus China und werden hergestellt, indem rosa- bis himbeerfarbener Gibbsit mit pulverisiertem, weißem Calcit und Kleber vermengt wird. Die weißen Calcitadern erinnern so an die Marmorierung von Rhodochrosit.


Verwendung und Bedeutung von Rhodochrosit

Aufgrund des hohen Gehalts an Mangan (47,8 %) ist Rhodochrosit als wertvoller Rohstoff für die Mangangewinnung.
Daneben gibt es Rhodochrosit auch als Schmuckstein zu kaufen, eingefasst in Ringe, Armbänder, Ketten, Ohrringe oder Anhänger. Um die Muster, Strukturen und die Farbe des Minerals zu betonen, wird Rhodochrosit insbesondere im Glattschliff (z.B. Cabochon, Trommelstein oder Donut) gehalten.
Des Weiteren wird Rhodochrosit als Heilstein verkauft, ohne dass die Heilwirkung von Rhodochrosit in klinischen Untersuchungen bestätigt werden konnte.


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Nachweis von Rhodochrosit

Rhodochrosit ist in erwärmter Salzsäure löslich und schäumt dabei auf. In der Flamme verfärbt sich Rhodochrosit graugrün und wird spröde.
Rhodochrosite weisen keinen Pleochroismus auf, fluoreszieren aber schwach rot.

Auch interessant:


Quellen:
⇒ Hausmann, J. F. L. (1813): Rhodochrosit. IN: Handbuch der Mineralogie. Aus der Klasse der Inkombustibilien die Unterordnung der Oxydoide, Säuren und Salze enthaltend. Band 3
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
Xu, H. and Yu, X. (2019): Pressed Gibbsite and Calcite as a Rhodochrosite Imitation. IN: Gems & Gemology, Fall 2019, Vol. 55, No. 3
- www.mindat.org - rhodochrosite

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