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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 12.10.2021


Prehnit

Prehnit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: prehnite | französisch: prehnite


Prehnit Foto
Prehnit

Prehnit - Gefunden am Kap der guten Hoffnung

Über die Entdeckung von Prehnit wird erstmals im Jahr 1784 im "Leipziger Magazin zur Naturkunde, Mathematik und Oekonomie" kurz berichtet.
1788 erfolgt unter dem Titel "Chemische Zergliederung des Prehnits" von Martin Heinrich Klaproth (Chemiker, 1743 bis 1817) eine ausführliche Darstellung des Minerals, in welcher Klaproth Abraham Gottlob Werner (deutscher Mineraloge, 1749 bis 1817) als Namensgeber nennt: "... so hat Herr Insp. Werner zu Freiberg, welcher dieser Steinart zum Andenken ihres ersten Finders den Namen Prehnit giebt".
Namenspate des Minerals wiederum ist der niederländische General Hendrik von Prehn (1733 bis 1785), der das Mineral 1783 von Südafrika aus erstmals nach Europa brachte.
Werner analysierte das bislang unbekannte Mineral alsbald, das er anfangs für Zeolith hielt, da er für Zeolithe typische Eigenschaften beobachtete ("... besonders die Eigenschaft vor dem Lötrohr leicht und mit Aufschäumen zu fliessen."; Klaproth 1788), sich in der genaueren Untersuchung hinsichtlich der Härte und chemischen Zusammensetzung deutlich von Zeolithen unterschied.


prehnite - Aufnahme des Minerals
Prehnit


Eigenschaften von Prehnit

Prehnit ist ein Mineral der Mineralklasse der Silikate und Germanate mit der chemischen Zusammensetzung Ca2Al2Si3O10(OH)2.

Prehnit tritt vorwiegend in blassen Grüntönen, kann aber auch von gelblicher, bräunlicher, gräulicher Farbe oder farblos sein.
Wird Prehnit vor Sonnenlicht ungeschützt aufbewahrt, kann das Mineral zusätzlich an Farbintensität verlieren.
Aufgrund der grünen Farbe kann Prehnit deshalb mit Stilbit, Chrysopras, Brasilianit, Aragonit, Peridot, Jade und Hemimorphit verwechselt werden.
Die Strichfarbe ist in allen Fällen weiß.

Prehnit kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem. Charakteristisch sind tafelige, kurzprismatische Kristalle. Die Aggregate sind kugelig, traubenförmig, derb, körnig, stalaktitisch oder krustig angeordnet. Aufgrund der krustigen Überzüge ist die Pseudomorphose von Prehnit nach Natrolith und Analcim möglich.

Der Bruch von Prehnit ist uneben, die Spaltbarkeit ist deutlich. Das Mineral weist Glas- bis Perlmuttglanz auf, die Transparenz ist durchsichtig bis durchscheinend.

Mit einer Mohshärte von 6 bis 6,5 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839) ist Prehnit ein hartes Mineral, die Dichte beträgt 2,8 bis 3 g/cm3.


Prehniet - Mineral und Kristalle
Prehnit

Entstehung und Verbreitung von Prehnit

Prehnit ist ein Mineral hydrothermalen Ursprungs und tritt vor allem in metamorphen Gesteinen sowie porenreichen magmatischen Gesteinen auf.

Die Vorkommen von Prehnit werden u.a. von Zeolithen, Datolith, Axinit und Calcit begleitet.
Erwähnenswerte Prehnit-Vorkommen befinden sich bspw. in Grönland; Island; Schweden; Norwegen; Finnland; Russland; Rheinland-Pfalz, Schwarzwald, Hessen/Deutschland; Polen; Tschechien; Slowakei; Schweiz, Österreich; Italien; Frankreich; Spanien; Bulgarien; Tansania; Kenia; China; Indien; Indonesien; Bolivien und Chile.


Verwendung und Bedeutung von Prehnit

Prehnit wird vor allem als Schmuckstein verarbeitet, ist aber auch von Interesse in Mineraliensammlungen und wird als Heilstein verkauft, ohne dass die Heilwirkung von Prehnit in wissenschaftlichen Untersuchungen bestätigt werden konnte.


Nachweis von Prehnit

Prehnit reagiert empfindlich auf Hitze, setzt bei Erwärmung Kristallwasser frei und platzt zeitgleich an der Mineraloberfläche blättchenartig ab. Gegen Säuren ist Prehnit hingegen resistent.
Das Mineral ist nicht pleochroitisch, fluoresziert in langwelligem UV-Licht gelb. Unter kurzwelligem UV-Licht zeigt sich eine orange-rote bis bläuliche Fluoreszenz.


Sonstiges:: Andere Namen, unter denen Prehnit bekannt ist, sind Kap-Smaragd, Kap-Chrysolith, Aedelit, Chiltonit, Coupholit und Edelit.


Prehnit - Unsere Empfehlung*



Siehe auch:
Handelsnamen von Edelsteinen und Mineralen
Grüne Diamanten
Moldavit - Ein grünes Gesteinsglas entstanden durch Asteroiden


Quellen:
⇒ Leske, R. G. und Hindenburg, C. F. (Hrsg.) (1784): Leipziger Magazin zur Naturkunde, Mathematik und Oekonomie, Band 4
⇒ Klaproth, M. H. (1788): Chemische Zergliederung des Prehnits. IN: Schriften der Berlinischen Gesellschaft Naturforschender Freunde zu Berlin. Achter Band
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
- www.mindat.org - prehnite

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