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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 04.04.2020


Petalit

Petalit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: petalite | französisch: pétalite


Petalit - Blattstein

Die erste Erwähnung des Minerals Petalit stammt aus dem Januar 1800. In „d´Andrada´s Nachrichten von einigen neuen Fossilien aus Schweden und Norwegen“ schreibt der brasilianische Mineraloge José Bonifácio de Andrada e Silva (1763 bis 1838) von der Entdeckung eines bis dato unbekannten Minerals in Üto/Schweden. Im Rahmen der Analyse des Minerals fiel ihm die ausgeprägte Spaltbarkeit des Minerals auf. Die aufgespaltenen Kristalle gleichen einem feinen Blatt – sodass er in Anlehnung daran den aus dem Grichischen stammenden Namen Petalit – übersetzt mit Blattstein – wählte.


Eigenschaften von Petalit

Petalit ist mit der chemischen Zusammensetzung LiAl(Si4O10) ein Vertreter der Mineralklasse der Silikate.

„Die Hauptfarbe ist rötlich-, manchmal auch schon etwas graulichweiß“ - so beschreibt de Andrada e Silva seinerzeit die Farbe von Petalit.
Heute sind ebenfalls farblose Kristalle bekannt, genau wie die Farbe von Petalit gelblich, rötlich, grünlich oder gelblich sein kann, wobei speziell bei farblosem Petalit die Verwechslung mit weißem Saphir, Danburit, Bergkristall, Weißtopas oder Zirkon nahe liegt.
Die Strichfarbe von Petalit – die Farbe, die erscheint, wenn ein Mineral über ein unglasiertes Prozellantäfelchen (Strichtafel) gestrichen wird – ist weiß.

Petalit kristallisiert dem monoklinen Kristallsystem folgend. Die Kristalle sind säulig oder dicktafelig, teilweise auch gerieft. Einzelne, gut ausgebildete Petalitkristalle sind selten; vielmehr erscheint das lithiumhaltige Mineral in Form von derben Massen, die häufig auch zu Zwillingen miteinander verwachsen sind.

Der Glanz von Petalit ist glasartig, auf den Spaltflächen weist Petalit zudem einen perlmuttartigen Glanz auf. Petalit zeichnet sich ferner durch eine durchsichtige bis durchscheinende Transparenz aus, der Bruch ist muschelig bis spröde, Die Spaltbarkeit ist sehr vollkommen, weshalb die Verwechslung mit einzelnen Feldspat-Varietäten wie Orthoklas oder Albit naheliegt.

Die Mohshärte von Petalit beträgt 6 bis 6,5 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem deutschen Mineralogen Friedrich Mohs bei einer Dichte von 2,4 g/cm³.


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Entstehung und Verbreitung von Petalit

Petalit entsteht bevorzugt in lithiumhaltigen Pegmatiten, ist aber auch in einigen Graniten enthalten.

Häufig sind die Vorkommen von Petalit mit Quarz, Lepidolith, Elbait, Topas, Spodumen und Pollucit vergesellschaftet, wobei Pollucit sehr häufig zusammen mit Petalit gefunden wird. Alternativ wird Petalit deshalb auch Castorit genannt – bezugnehmend auf das Geschwisterpaar Castor und Pollux aus der griechischen Mythologie.

Nennenswerte Petalit-Vorkommen befinden sich zum Beispel in Finnland; Schweden; Tschechien; Insel Elba/Italien; Transbaikalien/Russland; Erongo und Kuene/Namibia; Simbabwe; Afghanistan; China; Australien; Rio Grande do Norte, Bahia und Minas Gerais/Brasilien; Ontario und Quebec/Kanada und in weiten Teilen der USA.


Verwendung und Bedeutung von Petalit

Petalit ist vor allem von wirtschaftlicher Bedeutung, insofern das Mineral als Lithiumquelle dient, nachdem der schwedische Chemiker Johan August Arfwedson (1792 bis 1841) 1817 in Petalit erstmals Lithium nachweisen konnte.

Mitunter wird Petalit auch zu Schmuck verarbeitet (Facettenschliffe, die die Reinheit der Kristalle betonen wie bspw. Ovalschliff oder Rundschliff stehen im Vordergrund) oder wegen der hohen Temperaturbeständigkeit für die Herstellung von Keramik genutzt.
Daneben wird das Mineral als Heilstein verkauft, ohne dass die Heilwirkung von Petalit in klinischen Untersuchungen nachgewiesen wurde.


Nachweis von Petalit

Petalit ist nur schwer schmelzbar, färbt in die offene Flamme gehalten diese wegen der Lithiumgehalte intensiv rot und gibt ein blaues Licht ab, da Petalit thermolumineszent ist. Die Fluoreszenz ist nur schwach ausgeprägt und erscheint in Orange.


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Quellen:
⇒ d´Andrada, J. B. (1800): "d´Andrada´s Nachrichten von einigen neuen Fossilien aus Schweden und Norwegen". In: Allgemeines Journal der Chemie, Band 4, Heft 19
⇒ Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
- www.mindat.org
- www.handbookofmineralogy.org

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