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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 25.11.2019


Opalith

Opalith - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: opalite


Opalith - Ein künstlicher Opal

Opal und Opalith – zwei Begriffe, die als Synonym gedeutet werden könnten, aber tatsächlich zwei unterschiedliche Materialien sind. Während hinter dem Namen Opal ein Mineral steht, handelt es sich bei Opalith um einen gezüchteten Kristall, der als Opal-Simulation verkauft wird.


Inhaltsverzeichnis

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Eigenschaften von Opalith

Auch wenn die Bezeichnung Opalith vorrangig für künstliche Opale verwendet wird, findet der Begriff Opalith teilweise auch in der mineralogischen Literatur Erwähnung: Opale, denen die für Opale charakteristische Opaleszenz fehlt, werden mitunter als Opalith definiert.
Auf den ersten Blick ist der Unterschied zwischen einem echten Opal und Opalith nur schwer zu identifizieren. Die Nachahmungen simulieren Edelopale genau wie Gemeine Opale. Der wesentliche Unterschied beider Opal-Arten ist das irisierende Farbspiel. Edelopale zeichnen sich durch eine intensive, ausgeprägte Opaleszenz in den Farben des Regenbogens aus; dahingegen sind gemeine Opale von milchig-trüber Transparenz und von fehlendem Farbspiel.
Bedingt durch die künstliche Herstellung sind in der Produktion alle Farben möglich: vom bläulichen Weiß bis hin zu mehreren Farben in einem Stein.
Die wesentlichen Bestandteile von Opalith sind Siliciumdioxid und Resin und/oder Polystyrol.
Im Vergleich zu echten Opalen weist Opalith mit einer Mohshärte von 4 eine geringere Härte auf. Ebenso weicht die Dichte des künstlichen Opals Opalith von Opalen ab. Die Dichte von Opalith beträgt 2,20 bis 2,24 g/cm³, während Opale natürlichen Ursprungs eine Dichte von 1,98 bis 2,5 g/cm³ aufweisen Die Varianz der Dichte von echten Opalen wird mit dem Kristallwasseranteil der Quarzvarietät begründet. Der Kristallwassergehalt von Opalen schwankt mit dem Alter zwischen 9 und 20 %, d.h., ältere Opale sind leichter aufgrund des geringer werdenden Kristallwasseranteils. Das fehlende Kristallwasser von Opalith ist ein weiterer Unterschied beider Steine.


Entstehung von Opalith

Im Jahr 1988 wurde der Weltöffentlichkeit der erste Opalith auf der Tuscon Gem and Mineral Show vorgestellt – damals noch unter dem Namen Kyocera-Opal. Das in Kyoto/Japan ansässige Unternehmen ist vor allem für die Herstellung von Produkten im Technologiebereich bekannt, fertigt aber auch Gegenstände für Haushalt und Feinkeramik an, und gilt als Erfinder von Opalith. Zu Ehren des Kyocera-Gründers Kazuo Inamori wird Opalith auch Inamori-Opal oder Kyocera-Opal genannt.
Bei der Herstellung von Opalith hat sich das japanische Unternehmen an der natürlichen Struktur von Opalen orientiert mit dem Ergebnis, dass das opal-eigene Schillern erfolgreich nachgestellt werden konnte.
Unter dem Mikroskop erkennt man bei Opalen eine kristallwasserhaltige Kieselgelmatrix, in die winzig kleine Kügelchen aus Cristobalit (Durchmesser 1/10000tel mm) eingebettet sind, und die die Basis der speziellen Lichteffekte von Opalen sind. Opalith simuliert diesen Aufbau mittels Siliciumdioxid als Grundlage (80 %) und mikroskopisch kleinen Resin- oder Polystyrol-Kügelchen als Einschluss (20 %).


Verwendung und Bedeutung von Opalith

Opalith und Schmuck

Opalith dient in erster Linie als Ersatz für echte Opale in Schmuck. Neben der kostengünstigen Herstellung sind die dauerhafte Verfügbarkeit, Fehlerfreiheit , Beständigkeit des Materials sowie der Preis als bedeutende Vorteile gegenüber echten Opalen zu nennen.
Genau wie echte Opale werden Opalithe mit Glattschliffen, z.B. Cabochonschliff, Donuts oder Trommelstein, versehen, um die optischen Finessen des Steins zu betonen.


Heilstein Opalith

Einige Händler bieten Opalith als Heilstein an, der einen positiven Effekt aus die Gesundheit von Körper und Seele verspricht. In klinischen Untersuchungen konnte die Heilwirkung von Opalith und anderen Heilsteinen jedoch nicht bewiesen werden.


Siehe auch:
Goldfluss, Blaufluss, Purpurfluss und Grünfluss - Steine aus Glas und Metall
Zirkonia - Ein beliebter Schmuckstein aus dem Labor
Hydroquarz - Künstliche Kristalle


Quellen:
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Schumann, W. (2017): Edelsteine und Schmucksteine: alle alle Arten und Varietäten; 1900 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ https://global.kyocera.com - Synthetic Colored Opals
⇒ www.gia.edu - "OPALITE": Plastic Imitation Opal with true play-of-color. Iohn I. Koivula and Robert C. Kammerling. In: GEMS & GEMOLOGY Spring 1989
⇒ www.gia.edu - "Synthetic or Imitation? An Investigation of the products of Kyocera Corporation that show play-of-color". Karl Schmetzer and Ulrich Henn. In: GEMS & GEMOLOGY Fall 1987

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Letzte Aktualisierung: 25. November 2019

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