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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 03.09.2020


Opal

Opal - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: opal | französisch: opale

opal Foto
Bild 1: Boulder-Opal

Inhaltsverzeichnis

Opal - Regenbogenfarbener Quarz

Über den Ursprung des Namens Opal diskutierten schon die Mineralogen der Vergangenheit.
Der Geologe und Mineraloge Gustav Leonhard (1816 bis 1878) schrieb im Jahr 1860, dass der Name Opal „von upala, was im Sanserit (Anmerkung: Sanskrit, wird in Indien gesprochen) kostbaren Stein-Juwel bedeutet“.

Im Großen Universal-Lexikon von 1740 findet sich unter Opal der Eintrag, dass das Wort Opal griechisch-lateinischen Ursprungs ist und von oculus für Auge abgeleitet wird, bezugnehmend auf den Glauben, dass „der Stein zur Stärkung des Gesichtes sehr gut seyn soll“ oder wie der Paläontologe Johann Samuel Schröter (1735 bis 1808) 1782 konkretisiert: „weil er die Augen vorzüglich schärfen soll“.



opaal - Aufnahme des Minerals
Bild 2: Opaleszenz von Opalen

Eigenschaften von Opal

Opal ist mit der chemischen Zusammensetzung SiO2·nH2O ein Vertreter der Mineralklasse der Oxide und im Speziellen eine Varietät der Quarzgruppe, unterscheidet sich von anderen Quarz-Mineralien wie wesentlich durch den amorphen Charakter der Kristalle sowie den Kristallwassergehalt, der bei anderen Quarzen wie Amethyst, Bergkristall, Rosenquarz, Rauchquarz, Tigerauge oder Citrin nicht vorhanden ist. Der Wasseranteil wird in der Formel nicht genau definiert, da der Kristallwasser-Gehalt mit dem Alter und Zustand des Minerals schwankt, variiert dabei zwischen neun und maximal 20 Prozent. Im Laufe der Zeit kann der Wassergehalt der Kristalle bei unsachgemäßer, falscher Lagerung und durch Alterung schwinden. In der Folge werden Opale rissig und spröde, das typische Farbenspiel verliert an Intensität. Die Behanldung der Risse mit Öl, Wasser oder Wachs zur Stabilisierung ist lediglich von kurzer Wirkung.

Opale sind Mineralien, die dem in der Mineralogie gängigen amorphen Kristallsystem zugeordnet werden.
Unter 20000-facher Vergrößerung zeigt sich keine Kristallform bzw. kein geordnetes Kristallgitter, vielmehr präsentieren sich regelmäßig in Reihen angeordnete Kügelchen. Charakteristisch ist die massige, knollige Erscheinungsform, die aber auch als Opalader auftreten kann.

Opale weisen keine Spaltbarkeit auf, der Bruch ist splittrig und muschelig. Der Glanz von Opal ist glas- bis wachsartig bei durchscheinender bis durchsichtiger Transparenz.

Mit einer Mohshärte von 5,5 bis 6,5 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839) gilt Opal als ein mittelhartes Mineral, die Dichte beträgt 1,98 bis 2,5 g/cm3, je nach Wasseranteil des Opals.



opale - Mineral und Kristalle
Bild 3: Edelopal

Die Farbe von Opal und Opaleszenz

Die eigentliche Farbe von Opal ist weiß. Dahingegen bekannter sind Opale, die in allen Farben des Regenbogens schillern und das sich in dieser Form bei keinem zweiten Mineral wiederfindet.

Nicht zu unrecht krönte schon Anselm de Boodt Opale zu den schönsten Edelsteinen, deren Farbe sich aus den Reflexionen des Lichts ergibt, weshalb er Opale allen anderen Edelsteinen vorzieht („Opalis gemma est omnium pulcherrima meoque iudicio omnibus aliis praeferenda, …, dum omnis generis colores lucis reflectione in eadam parte ostentat“).

Der Mineraloge Anton Estner (1730 bis 1801) schreibt 1795 über die Farbe von Opal: „sein Farbenspiel, oder vielmehr Farbenübergang geht gewöhnlich durch die himmel-, lasur- oder veilchenblaue in die goldgelbe, auch die feuer- und karminrothe in die zeisig- oder smaragdgrüne“ Farbe über, die in Form von „Pünctchen, Flecken, Streifen, gebändert oder flammenartig mehr oder minder hervorleuchten“.

Johan Gottschalk Wallerius (Mineraloge und Chemiker; 1709 bis 1795) beobachtete 1750 ergänzend dazu, dass sich die „Farbe ändert, nachdem man den Stein entweder zu, von oder gegen den Tage, oder auf die Seite, wendet“.

Über die Ursache der Opaleszenz – das bunte Schillern, das sich mit dem Betrachtungswinkel, verursacht durch die Beugung von Lichtwellen verändert – machten sich die Gelehrten vor über 200 Jahren ebenfalls Gedanken.
Wallerius spekulierte auf Metall im Opal: „die Lichtstrahlen mit verschiedenen Farben bricht und zurückwirft, scheint von beigemischten metallischen Theilchen herzurühren“; seine Annahme stütze er … auf Experimente, in denen er Opale künstlich aus Kieselpulver, Mennige (Eisen- oder Bleioxide), Salpeter, Borax und Goldauflösung, alternativ metallisches Purpur erzeugte. Dass sein Rezept tatsächlich Opale hervorbrachte, ist relativ unwahrscheinlich; vielmehr werden die Steine Blaufluss, Goldfluss oder Purpurfluss geglichen haben, deren Bestandteile mit seinen Zutaten vergleichbar sind.

Schröter sieht 1782 den Grund der Opaleszenz in der Struktur begründet, indem „gewisse Stellen, welche schuppig oder blättlicht aussehen“, die „gegen das Licht die Farbe mannigfaltig brechen“.

Tatsächlich ist der Grund für das Farbenspiel von Opalen bzw. die Opaleszenz im Aufbau der Kristalleverborgen, der sich unter dem Mikroskop präsentiert. Opale bestehen aus kleinen Kugeln (Durchmesser von 1/10000tel mm) aus Cristobalit, eingebettet in die Kieselgelmatrix, an denen das Licht gebeugt und vielfarbig reflektiert wird. Abhängig von der Größe der Cristobalit-Größe schillern Opale rot, gelb, grün, blau und weiß bei größeren Kugeln; kleinere Kugeln bedingen das blaue Schillern der Opale.

Anhand der farblichen Unterschiede bzw. der Art des Opalisierens wird zwischen Gemeinen Opalen und Edelopalen unterschieden.
Gemeine Opale sind Opale, bei denen das Schillern in den Farben des Regenbogens nicht ausgeprägt ist, so bspw. beim Hyalit (alias Wasseropal) und Milchopal.
Edelopale sind dagegen die Opale, die dem Begriff Opalisieren alle Ehre machen.

Weitere Varietäten oder Namen, unter denen Opale auf dem Edelsteinmarkt verkauft werden, sind Harlekinopale, Feueropale, Semiopale, Holzopale, Moosopale und Pineapple-Opal.

Pineapple-Opale oder Ananas-Opale gelten als eine besondere Rarität von hohem Wert. Bislang wurden nur wenige Exemplare an einem Fundort in Australien entdeckt. Das Merkmal der Pineapple-Opale ist die Form der Steine, die der Frucht einer Ananas gleicht. Tatsächlich handelt es sich bei Pineapple-Opalen um eine Pseudomorphose von Opal nach Ikait.

Die Strichfarbe von Opal – d.h., die Farbe, die entsteht, wenn ein Mineral über ein unglasiertes Porzellantäfelchen gestrichen wird - ist weiß.


Entstehung und Verbreitung von Opal

Opale sind Sekundärminerale. Voraussetzung für die Entstehung von Opalen ist die Zersetzung von Silikaten und vulkanischem Gesteinsmaterial, die den kieselsäurehaltigen Baustein von Opalen darstellen. Durch die Anwesenheit und Verdunstung von Wasser verfestigt sich das Material allmählich. Opale sind deshalb häufig an Hydrothermalquellen anzutreffen. Infolge der Fluidität während der Bildung kristallisieren Opale auch in Gesteinsspalten. Möglich sind auch opalisierte Fossilien, bei denen der Organikgehalt von Lebewesen durch das Kieselgel ersetzt wird. Chalcedon ist häufig ein begleitendes Mineral.

Die bekanntesten Vorkommen von Opalen befindet sich in Queensland/Australien, wo mehr als 90 % aller weltweit gehandelten Opale abgebaut werden. Weitere Funde konnten in Tschechien; Slowakei; Mexiko; Japan; Neuseeland; USA; Guatemala und Honduras belegt werden.


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Tabelle: verschiedene Opalimitationen Name Synonym Jahr Bestandteile Chatham-Opal - 2000 - Gilson-Opal Gilsonit 1974 Siliciumdioxid und Zirkonium Opalit
  • Kyocera-Opal
  • Inamori-Opal
  • Opalith
1988 Siliciumdioxid und Resin Pastoral-Opal - 1983 Kunststoff Slocum-Stein Slocum-Opal 1974 Silikatglas, Titan- und Aluminiumfäden Sterling-Opal - - Kunstharz


Verwendung und Bedeutung von Opal

Opale werden vor allem zu Schmuck (Ketten, Anhänger, Ohrringe, Ringe, Armreifen) verarbeitet.
Um das Farbenspiel der Opale zu betonen, werden die Steine vorzugsweise in Glattschliffen wie dem Cabochonschliff gehalten oder zu Donuts, Perlen oder Trommelsteinen geschliffen. Facettenschliffe wie der Brillantschliff finden nur bei klaren Opalen Anwendung, sind aber eine Seltenheit.

Daneben werden Opale als Heilsteine gehandelt, ohne dass die Heilwirkung von Opal in klinischen Studien bestätigt werden konnte.


Nachweis von Opal

Echte Opale zersetzen sich unter hohen Temperaturen in Wasser und Quarz und setzen dabei knisternde Geräusche frei. Weiterhin sind Opale in Flusssäure löslich, reagieren aber auch Kalilauge.
Die Fluoreszenz von Opalen variiert. Weiße Opale erscheinen unter UV-Licht weiß bis hellblau, grüne Opale zeigen sich bräunlich und Feueropale fluoreszieren grün bis braun. Eine Ausnahme hinsichtlich der Fluoreszenz sind schwarze Opale, die keinerlei Reaktion zeigen.

Sonstiges

Vorsicht ist geboten, wenn es eine scheinbare Opal-Varietät namens Angel-Skin-Opal zu kaufen gibt. Hinter dem Namen steckt das Mineral Palygorskit.

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Quellen:
⇒ De Boodt, Anselmus (1609): Gemmarum et Lapidum Historia
⇒ Grosses Universal-Lexicon aller Wissenschaften und Künste, welche bishero durch menschlichen Verstand und Wiß erfunden worden. Fünf und zwanzigster Band. 1740
⇒ Gregorii, J. G. (1744): Gemüths vergnügendes historisches Handbuch für Bürger und Bauern
⇒ Wallerius, J. G. (1750): Mineralogie oder Mineralreich
⇒ Schröter, J. S. (1782): Lithologisches Real- und Verballexikon, in welchem nicht nur die Synonymien der deutschen, lateinischen, französischen und holländischen Sprachen angeführt und erläutert, sondern auch alle Steine und Versteinerungen ausführlich beschrieben werden. Fünfter Band
⇒ Estner, A. (1795): Versuch einer Mineralogie. II. Band, 1. Abtheilung, Zirkon-, Diamantspath-, Strontianit-, und Kieselgeschlecht
⇒ Leonhard, G. (1860): Grundzüge der Mineralogie
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
- www.mindat.org

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