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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 29.09.2022


Onyx

Onyx - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: onyx | französisch: onyx


onyx Foto
Onyx

Onyx - Der (weiß-)schwarze Quarz

Der Name Onyx ist griechischen Ursprungs und wird mit Fingernagel oder Kralle übersetzt. Angesichts der Farbe von Fingernägeln scheint der Zusammenhang weit hergeholt.
Doch ein Blick in die griechische Mythologie erklärt die Namensherkunft: „Eines Tages, sagt sie, fand Amor Venus im Schlafe; er schnitt ihr mit dem Eisen eines seiner Pfeile die Nägel und flog davon; die Schnitzel fielen auf den Sand am Ufer des Indus, und da nichts, was von einem himmlischen Körper herkommt, untergehen kann, hoben die Parzen** sie sorgfältig auf und verwandelten sie in jene Art Steine, die man Onyx nennt.“ (Cuvier, 1839). Demnach handelt es sich bei Onyx um die versteinerten Fingernägel der Göttin Venus.


Inhaltsverzeichnis Onyx

Eigenschaften von Onyx

Onyx ist Oxidmineral, das mit der chemischen Zusammensetzung SiO2 als ein Vertreter der Quarzgruppe definiert wird, die u.a. auch die Mineralien Amethyst, Bergkristall, Rosenquarz, Citrin, Tigerauge, Achat und Opal umfasst.
Innerhalb der Quarze ist Onyx eine Varietät von Chalcedon.

Onyx kristallisiert dem trigonalen Kristallsystem folgend und bildet kryptokristalline Kristalle aus, die nur unter dem Mikroskop zu erkennen sind. Die Aggregate des schwarzen Quarzminerals sind dicht und knollenförmig.

Der Glanz von Onyx variiert zwischen matt und glasartig bei durchscheinender bis undurchsichtiger Transparenz, wobei der Mineraloge Urban Friedrich Brückmann (1728 bis 1812) 1801 festellte: "hat der Onyx eine gewisse Dicke, so ist er gar nicht durchscheinend". Der Bruch ist wie für Quarz charakteristisch muschelig, die Spaltbarkeit ist nicht vorhanden.

Mit einer Mohshärte von 7 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem deutschen Mineralogen Carl Friedrich Christian Mohs gilt Onyx als ein hartes Mineral, dessen Dichte 2,5 bis 2,65 g/cm³ beträgt.


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Die Farbe von Onyx

In der Vergangenheit wurden lange alle Achatvarianten - unabhängig von der Farbe - mit streifenartiger Zeichnung unter dem Begriff Achat zusammengefasst, bis sich im 19. Jahrhundert die Definition von Onyx als "nichts anders als ein Achat mit schwarz und weißen Flecken und Streifen" (Krünitz, 1807) durchsetzte.

Die typische Farbe von Onyx ist schwarz-weiß in mannigfaltigen Ausprägungen, die abwechslend verschiedene Muster erzeugen, die von Streifen und Wellen bis hin Bändern oder lagenartigen Anordnungen reichen bzw. mit den Worten von Georgius Agricola (1810, rezept) sind die Streifen des Onyx "bald breit bald schmal", bilden einen "ordentlichen, regelmäßigen Cirkel" oder "laufen schön wellenförmig neben einander hin". Neben Onyx in schwarz-weiß werden reinschwarze Exemplare ebenfalls den Onyxen zugeordnet.

Bei anderen Farbgebungen, die im Handel als brauner Onyx oder roter Onyx verkauft werden, handelt es sich um die Mineralien Sardonyx und Karneol, die genau wie Onyx die markante Marmorierung aufweisen.

Bisweilen wird die Farbe von Onyx im Nachhinein optimiert. Dazu wird Chalcedon in Salpetersäure getränkt, mit der Folge, dass die farbigen Bereiche des Minerals schwarz werden, während die weißen Lagen weiß bleiben.
Der Mineraloge Cornelius August Doelter y Cisterich (1850 bis 1830) beschreibt 1893 ein weiteres Verfahren, um andere Mineralien in Onxy umzufärben. Der Ausgangsstein ist Chalcedon, der über Wochen in einer wässrigen Honiglösung gelagert wird, bis der Stein dann in Schwefelsäure getunkt wird, worauf der eigentlich blau-graue Chalcedon in schwarzen Onyx umschlägt.

Die Strichfarbe von Onyx – d.h., der pulverisierte Abrieb, der beim Streichen über die Strichtafel entsteht – ist weiß.


Onyxmarmor und Onyx

Trotz des Namens und der optischen Ähnlichkeit ist Onyxmarmor keine Varietät von Onyx.

Vielmehr steht der Begriff Onyxmarmor - kurz Onyx - als Handelsname für Kalksteine, nicht Marmor!!!, von hellbrauner, gelber oder grünlicher Farbe mit marmoriertem Aussehen, die für die Bildhauerei und das Kunstgewerbe von Interesse sind.


Entstehung und Verbreitung von Onyx

Onyx als Mineral magmatischen Ursprungs entsteht durch Kristallisation aus silikathaltigen Lösungen unter Anwesenheit von farbgebendem Mangan und Eisen.

Im Vergleich zu anderen Quarzen ist Onyx ein seltenes Mineral, von dem nur wenige Vorkommen bekannt sind, darunter zum Beispiel in Schottland; Böhmen/Tschechien; Karelien/Russland; Madagaskar; Indien; Brasilien; Kanada sowie in den USA.


Onyx-Vorkommen in Deutschland

  • Baden-Württemberg: Isberg und Lösberg bei Baden-Baden
  • Brandenburg: Saalhausen und Plieskendorf bei Calau

Verwendung und Bedeutung von Onyx

Onyx und Schmuck

Onyx ist vor allem als Schmuckstein von Bedeutung, v.a. als "Trauerschmuck" (Bauer, 1896),. Glattschliffe wie der Cabochonschliff finden bevorzugt Anwendung, um die schwarz-weißen Muster des Minerals zu betonen. Teilweise wird der Stein auch facettiert.

Bedingt durch die schichtartige Verteilung der weißen und schwarzen Lagen haben sich Onyxe in der Vergangenheit als Material für Gemmen und Kameen etabliert. Dabei werden filigrane Reliefs aus den Schichten des Steins herausgearbeitet, die Eindruck erwecken, das Schmuckstück wäre zusammengesetzt.

Die Tradition, Onyx zu Gemmen und Kameen zu verarbeiten, ist alt. So schreibt der Naturwissenschaftler Carl Philipp Funke (1752 bis 1807): "Die Alten wandten den Onyx zur Gravürean (...), deren Schönheit, Feinheit und Richtigkeit der Gravüre Bewunderung erreget. Sie wählten zu Kameen besonders gern solche Onyxen, die (...) überhaupt von zwei abstechenden Farben waren. Die eine Farbe gab dann die Grundlage ab und in die andere wurde die Figur gearbeitet"

Mitunter snd jedoch nicht alle als Onyx verkauften Steine tatsächlich Onyxe, sondern polierter Pechstein oder Obsidian, deren Grundfarbe bereits tiefschwarz ist, oder aber andere Mineralien werden schwarz eingefärbt wie bspw. Chalcedon oder Achat.

Dass Onyx unter den schwarzen Mineralien eine hohe Beliebtheit genießt, ist nicht zuletzt den Juwelieren von Amerika zu verdanken. Im Jahr 1912 fertigten diese eine Liste an, die jedem Monat einen oder mehrere Mineralien zuordnet. Bei den als Monatssteine bekannten Mineralien und Edelsteine handelt es sich um solche, die von besonderem Interesse für die Herstellung von Schmuck sind und die einen hohen Grad an Popularität genießen, wobei Onyx und Amethyst als Steine für den Monat Februar stehen.


Heilstein Onyx

Daneben wird Onyx als Chakrastein/Heilstein gehandelt, mit dem bereits Hildegard von Bingen in ihrer Steinheilkunde arbeitete, ohne dass bislang ein klinischer Beweis für die Wirksamkeit von Heilsteinen auf die Gesundheit von Körper und Seele erbracht werden konnte.


Nachweis von Onyx

Onyx ist in keiner Säure, außer Flußsäure, löslich.


** Parzen = Drei Schicksalsgöttinen der griechischen Mythologie


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Auch interessant:


Quellen:
⇒ Brückmann, U. F. (1801): Ueber den Sarder Onyx und Sardonyx
⇒ Funke, C. P. (1801): Onyx. IN: Neues Real-Schullexicon enthaltend die zur Erklärung der alten Klassiker nothwendigen Hülfswissenschaften Band 3
⇒ Krünitz, J. G. (1807): Onyx. IN: Oekonomische Encyklopädie
⇒ Suckow, G. A. (1803): Der Onyx. IN: Anfangsgründe der Mineralogie nach den neuesten Entdeckungen
⇒ Agricola, G. (1810): Onyx. IN: Mineralogische Schriften, übers. u. mit erläuternden Anmerk. u. Exkursionen begleitet von Ernst Lehmann. Oryktognosie
⇒ Cuvier, G. (1839): Sämmtliche Werke, sammt den Ergänzungen, nach der Klassifikation von G. Cuvier. Einzige Ausgabe in deutscher Übersetzung von H.J. Schaltenbrand. Allgemeine Gegenstände. Band 3. Köln 1839
⇒ Doelter y Cisterich, C. A. (1893): Fälschung der Farben. IN: Edelsteinkunde. Bestimmung und Unterscheidung der Edelsteine und Schmucksteine. Die künstliche Darstellung der Edelsteine ⇒ Bauer, M. (1896): Edelsteinkunde eine allgemein verständliche Darstellung der Eigenschaften, des Vorkommens und der Verwendung der Edelsteine, nebst einer Anleitung zur Bestimmung derselben für Mineralogen, Steinschleifer, Juweliere, etc · Band 1
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Maresch, W., Medenbach, O.; Trochim, H.-D. (1987): Die farbigen Naturführer Gesteine. Mosaik Verlag GmbH München*
www.mindat.org

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