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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 27.10.2020


Neon-Apatit

Neon-Apatit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: neon apatite


Neon-Apatit, Paraiba-Apatit und Moroxit

Der Name Neon-Apatit steht für Apatit, der in strahlend blauen, grünen oder blaugrünen Farbtönen daherkommt.
In Anlehnung an die gleichfarbigen Paraiba-Turmaline ist für Neon-Apatit auch die Bezeichnung Paraiba-Apatit; eine spezielle Varietät von Apatit ist Neon-Apatit nicht, vielmehr handelt es sich um einen Handelsnamen, um die Besonderheit der Farbe zu betonen und die in der Vergangenheit unter dem Namen Moroxit gelistet wurden.

Der Name Apatit wiederum ist dem deutschen Mineralogen Abraham Gottlob Werner (1749 bis 1817) zu verdanken. Apatit wird demnach aus dem Griechischen mit trügerischer Stein übersetzt, „weil es bisher alle Mineralogen in seiner Bestimmung irre geführt hatte“, schreibt Werner 1788. Tatsächlich wartet Apatit mit einer großen Farbvielfalt auf, sodass die Bestimmung allein anhand der Farbe nicht möglich ist.


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Eigenschaften von Neon-Apatit

Hinter dem Namen Neon-Apatit steht in der Mineralogie eine Gruppe von Mineralien, die sich durch eine vergleichbare chemische Zusammensetzung – standardisierte Angabe: Ca5(PO4)3(F,Cl,OH) – auszeichnen und die der Mineralklasse der Phosphate, Arsenate und Vanadate zugeordnet werden.

Die Farbe von Neon-Apatit variiert zwischen blau, blaugrün/türkis und grün in leuchtendem Neon – vergleichbar mit der Farbe von Peridot, Aquamarin/Beryll oder Blautopas, die schon im Jahr 1853 in der mineralogischen Literatur Erwähnung fanden. Der russische Mineraloge Nikolai Koksharov (1818 bis 1893) berichtete von 25 cm langen und zehn bis 15 cm im Durchmesser messenden Kristalle, die er am Ufer des Slüdianka in der Nähe von Kultuk in Sibirien entdeckte: „ Ihre Farbe ist dunkellauchgrün, doch trifft man auch zuweilen bläulichgrün gefärbte Krystalle“, die er damals noch als Moroxit bezeichnete.
Die Strichfarbe von Neon-Apatit ist weiß, d.h., wenn das Mineral über ein unglasiertes Porzellantäfelchen gestrichen wird, erscheint ein weißer, pulverisierter Abrieb.

Neon-Apatit kristallisiert dem hexagonalen Kristallsystem folgend und bildet prismatische, tafelige, lang- und kurzsäulige Kristalle, die in Längsrichtung gerieft sind. Die Aggregate von Neon-Apatit sind körnig, nierig, traubig, erdig oder massig.

Der Glanz von Neon-Apatit ist glasartig und auf frischen Spaltflächen auch fettig bei durchsichtiger, durchscheinender oder undurchsichtiger Transparenz, wobei die Reinheit der Kristalle vor allem durch Einschlüsse von Chlorit, Glimmer/Mica, Talk, Quarz, Wolframit und Markasit beeinträchtigt wird.
Der Bruch von Neon-Apatit ist muschelig bis uneben, die Spaltbarkeit ist unvollkommen.

Neon-Apatit weist eine Mohshärte von 5 auf. In der Mineralogie werden alle Mineralien der Härte nach in zehn verschiedene Grade dem System des Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839) folgend unterschieden: 1 = sehr weich wie Talk aufsteigend bis 10 = sehr hart wie Diamanten. Apatit als mittelhartes Mineral wird deshalb auch als Schmuckstein, früher Halbedelstein, bezeichnet, weil die notwendige Voraussetzung für die Definition der Edelsteinhärte (Mohshärte höher als 7) nicht gegeben ist.
Die Dichte von Neon-Apatit beträgt 3,12 bis 3,22 g/cm³.


Verbreitung und Entstehung von Neon-Apatit

Während der farblich verwandte Paraiba-Turmalin ausschließlich im brasilianischen Bundesstaat Paraiba gefunden wird, sind die Vorkommen von Neon-Apatit respektive Paraiba-Turmalin weltweit verbreitet.

Neon-Apatit kann sowohl aus Magma auskristallisieren als auch im Zuge der Metamorphose hervorgehen und ist dabei u.a. mit Gold, Zirkon, Bergkristall, Magnetit, Ilmenit, Phenakit, Kassiterit und Nephelin vergesellschaftet.


Verwendung und Bedeutung von Neon-Apatit

Im Gegensatz zu „gewöhnlichem“ Apatit, der insbesondere zur Gewinnung von Phosphor abgebaut wird, findet Neon-Apatit seinen Hauptverwendungszweck als Stein für Schmuck.

Die Kristalle werden entweder als Rohstein in Ketten, Ringe, Ohrringe oder Armschmuck eingesetzt, oder kunstfertig geschliffen.
Der Reinheit der Kristalle und um die Farbe zu betonen, bieten sich verschiedene Facettenschliffe an, z.B. Ovalschliff, Rundschliff, Kissenschliff/Cushion-Schliff, Tropfen- oder Marquiseschliff. Kristalle, deren Transparenz infolge von Einschlüssen trüb oder opak erscheint, werden dahingegen oberflächlich glatt poliert (Stichwort Trommelstein), zu Donuts verarbeitet oder mit dem Cabochonschliff versehen.


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Quellen:
⇒ Mohs, F. (1788): Apatit. In: Bergmännisches Journal, Erster Band. Herausgegeben von Alexander Wilhelm Köhler, Freiberg
⇒ Frenzel, A. (1874): Mineralogisches Lexicon für das Köenigreich Sachsen
⇒ Koksscharov, N. (1853): Materialien zur Mineralogie Russlands. Erster Band, St. Petersburg
⇒ Mohs, F. (1804): Des Herrn Jac. Fried. von der Null Mineralien-Kabinet: nach einem, durchaus auf äußere Kennzeichnen gegründeten Systeme geordnet, beschrieben und durch Hinzuthuung vieler dem gegenwärtigen Zustande der Mineralogie angemessener, erläuternder Anmerkungen und nöthiger Berichtigungen, als Handbuch der Oryctognosie brauchbar gemacht. Zweite Abtheilung, Wien
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag Münche
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Okrusch, M. und S. Matthes (2009): Mineralogie: Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. Springer Verlag Berlin Heidelberg
⇒ Murawski, H. (1992): Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart
- www.mindat.org - apatite

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