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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 07.10.2019


Mohave-Türkis

Mohave-Türkis - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: mohave turquoise


Der Name Mohave-Türkis – alternativ Mojave Türkis - steht für violettfarbene Türkise, die im Mohave-County im US-Bundesstaat Kalifornien abgebaut werden. Die ersten purpurfarbenen Mohave-Türkise waren in den frühen 1980er Jahren in den Handel eingeführt, teilweise auch unter der Bezeichnung Blauer Kingman Türkis (engl. Kingman Turquoise).


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Eigenschaften von Türkis

Die Besonderheit von Mohave-Türkisen ist die Farbe. In der Regel wird das Mineral Türkis mit türkisen, himmelblauen Farbtönen in Verbindung gebracht. Mohave-Türkis ist anders und präsentiert sich in Purpur, Rosa, Orange und Grün – eingebettet in eine Matrix, die von kupfer- oder bronzefarbenen Adern durchzogen ist, was dem Stein ein mosaikähnliches Muster verleiht. Während die blaue Farbe von Türkisen das natürlich vorkommende Farbspektrum von Türkisen widerspiegelt, sind grüner, orangefarbener und violetter Türkis keine Laune der Natur, sondern das Ergebnis einer nachträglichen Farbveränderung.

Tabelle: Die Eigenschaften von Mohave-Türkis
EigenschaftBeschreibung
Chemische Zusammensetzung CuAl6(PO4)(OH)8·4-5H2O
Mineralklasse Phosphate
Farbe rot-violett, grün, orange, purpur
Strichfarbe weiß bis hellgrün
Kristallsystem
  • triklin
  • klumpige, traubenförmige Aggregate
  • mikrokristallin: prismatisch, nadelig
Glanz wachs- bis glasartig
Transparenz durchscheinend bis undurchsichtig
Bruch muschelig
Spaltbarkeit unvollkommen
Mohshärte 5 bis 6
Dichte 2,6 bis 2,8 g/cm³


Entstehung und Verbreitung von Mohave-Türkis

Türkis und damit auch Mohave-Türkis ist ein Sekundärmineral. Ein Mineral, das aus der Verwitterung aluminium- und kupferhaltiger Gesteine sowie Mineralien wie Malachit, Azurit und Chalkopyrit, aber auch Feldspat und Apatit hervorgeht und vorzugsweise in Spalten oder Rissen im Muttergestein kristallisiert.
Die Vorkommen von Türkis erstrecken sich auf weite Teile der Erde, als Mohave-Türkis werden jedoch nur Türkise aus der Mohave-Wüste bezeichnet, anfangs wurde der Begriff als eingetragene Handelsmarke der Mojave Stone Inc. verwendet.
Türkise sprechen sehr gut auf Farbveränderungen mittels eingefärbter Lösungen an, sodass es ein Leichtes ist, den ursprünglich türkis-blauen Stein violett, rosa oder grün umzufärben. Neben der Farbe ist die ausgeprägte, das Mineral durchziehende Äderung in Bronze oder Kupfer ein weiteres Merkmal von Mohave-Türkis. Natürlicher Türkis weist ebenfalls ein Netz dunkelbrauner bis schwarzer Linien aus Jaspis, Psilomelan oder Limonit auf. Im Fall von Mohave-Türkis sind es goldglänzender Pyrit oder Kupfer. Oftmals besteht Mohave-Türkis nicht aus einem Stück Mineral, sondern wird aus vielen einzelnen Türkis-Fragmenten, Kupfer, Pyrit und Kunststoff zusammengesetzt.


Verwendung und Bedeutung von Mohave-Türkis

Mohave-Türkis ist vor allem für die Herstellung von Schmuck von Interesse. Aufgrund der undurchsichtigen Transparenz und um die Farbe bzw. die Zeichnungen des Kupferminerals zu betonen, kommen vor allem Glattschliff wie der Cabochonschliff zur Anwendung.
Da Türkis zudem ein sehr weiches Mineral ist, das zum Zerkratzen durch andere Materialien neigt, und weil Farbe sowie Beschaffenheit des Minerals wesentlich vom Kristallwassergehalt abhängen, werden Mohave-Türkise mit Wachs, Paraffin oder Wasserglas stabilisiert bzw. versiegelt, um dem Stein mehr Härte zu verleihen, die Verdunstung zu vermindern und das Mineral unempfindlich gegenüber Schweiß, Wasser, Seife, etc. zu machen.


Siehe auch:
Türkis-Imitationen und Fälschungen
Zirkonia - Ein beliebter Schmuckstein aus dem Labor
Grünfluss, Goldfluss, Blaufluss und Purpurfluss - Steine aus Glas und Metall


Quellen:
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
- www.invoguejewelry.blogspot.com - Mojave Turquoise, Composite Turquoise---What Is It?

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Letzte Aktualisierung: 7. Oktober 2019

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