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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 15.06.2021


Lizardit

Lizardit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: lizardite


Namenspate des Minerals Lizardits ist die Halbinsel Lizard, die sich in der Grafschaft Cornwall im Südwesten von England befindet, wobei die beiden britischen Mineralogen Erich James Whittaker (1921 bis 2015) sowie Jack Zussman (geb. 1924) erstmals im Jahr 1956 über die Entdeckung von Lizardit berichteten.


Eigenschaften von Lizardit

Lizardit ist mit der chemischen Zusammensetzung Mg6[(OH)8|Si4O10] ein Vertreter der Mineralklasse der Silikate und im Speziellen ein Mineral der Serpentingruppe sowie den Zweischichttonmineralen.

Die Farbe von Lizardit ist weiß bis hellgelb und grün bei weißer Strichfarbe.

Zudem zeichnet sich Lizardit durch einen wachsartigen bis fettigen Glanz bei durchscheinender Transparenz aus. Der Bruch des Minerals ist halbmuschelig, die Spaltbarkeit ist unvollkommen.

Mit einer Mohshärte von 2,5 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839) gilt Lizardit als ein weiches Mineral – vergleichbar mit der Härte von Muskovit und Selenit. Die Dichte von Lizardit beträgt 2,55 bis 2,57 g/cm³.


Entstehung und Verbreitung von Lizardit

Lizardit ist das Ergebnis der Diaphtorese, eine Form der Metamorphose, die in der Geologie als rückschreitende Metamorphose definiert wird. Dabei werden bereits Gesteine, und damit auch die gesteinsbildenden Mineralien, ein zweites Mal der Gesteinsumwandlung unterzogen, bspw. Im Zuge der Gebirgsbildung oder anderweitiger tektonischer Prozesse.
Infolge der Metamorphose werden die Gesteine abermals hohen Druck- und Temperaturverhältnissen ausgesetzt, was allerdings in einem niedrigeren Metamorphosegrad endet.

Bedingt durch die Diaphtorese sind die Vorkommen von Lizardit selten, wenn auch weltweit verbreitet, so unter anderem in Norwegen, Schweden, Finnland, England, Frankreich, Schweiz, Österreich, Spanien, Italien, Griechenland, Russland, Indonesien, Japan, Australien und in den USA.


Auch interessant:
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Quellen:
⇒ Whittacker, E. J. und Zussman, J. (1956): The characterization of serpentine minerals by X-ray diffraction. IN: The Mineralogical Magazine and Journal of The Mineralogical Society. Nr. 233
www.mindat.org - Lizardite
⇒ Okrusch, M. und S. Matthes (2009): Mineralogie: Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. Springer Verlag Berlin Heidelberg
⇒ Schumann, W. (2017): Edelsteine und Schmucksteine: alle alle Arten und Varietäten; 1900 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München

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