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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 29.06.2022


Laumontit

Laumontit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: laumontite | französisch: laumontite


Laumontit - Ein Zeolithmineral

Namenspate des Minerals Laumontit ist der französische Mineraloge Francois Pierre Nicolas Gillet de Laumont (1747 bi 1834). Er war es, der Laumontit 1805 in Huelgoat im Westen Frankreichs entdeckte.

Erstmals erwähnt wurde der Name Laumontit 1805 bei Abraham Gottlob Werner (Mineraloge, 1749 bis 1817), damals noch als Lomonit alias "Zeolithe efflorescente (...), dem Finder Gillet-Laumont zu Eren".
1809 folgte die Umbenennung in Laumonit durch den französischen Mineralogen René-Just Haüy (1743 bis 1822), woraus sich später das Wort Laumontit entwickelte.


Eigenschaften von Laumontit

Laumontit ist ein Silikatmineral, dessen chemische Zusammensetzung über die Formel CaAl2Si4O12·4H2O beschrieben wird.
Innerhalb der Mineralklasse der Silikate wird Laumontit den Zeolithen zugeordnet, speziell den Faserzeolithen.

Laumontit ist farblos oder von weißer Farbe, kann aber auch bräunlich, gelblich, gräulich oder hellrosa getönt sein.
Die Strichfarbe ist weiß.

Laumontit kristallisiert im monoklinen Kristallsystem und bildet prismatische, langsäulige Kristalle, die zu radialstrahligen, faserigen oder massigen Aggregaten angeordnet sind. Auffällig an Laumontitkristallen sind die Riefen am Kristall, die in Längsrichtung verlaufen.

Der Glanz des Zeolith-Minerals ist variabel, kann sowohl matt, aber auch glas- oder perlmuttartig sein. Die Transparenz von Laumontit unterliegt Änderungen, die sich mit dem Wassergehalt bzw. –verlust von Laumontit erklären. Während jüngere Exemplare von durchsichtiger Transparenz sind, geht der Wasserverlust älterer, nicht richtig gelagerter Laumontite mit einer undurchsichtigen Trübung einher. Laumontit weist eine vollkommene Spaltbarkeit auf, der Bruch ist uneben bis spröde.

Die Mohshärte beträgt 3 bis 4 bei einer Dichte von 2,2 bis 2,4 g/cm³.


Entstehung und Verbreitung von Laumontit

Laumontit ist ein Mineral hydrothermalen Ursprungs und kristallisiert aus entsprechenden Lösungen bei Temperaturen von ca. 155 bis 180 °C aus.

Vornehmlich ist Laumontit als Füllung in Basalten zu finden, entsteht aber auch auf Klüften oder Erzgängen – so auch im Fall der Typlokalität (Ort des ersten Fundes), bei dem es sich um eine Bleilagerstätte handelte.

Begleitet werden die Vorkommen von Laumontit von weiteren Zeolithen, aber auch von Calcit oder Chlorit.

Laumontit ist weltweit recht häufig verbreitet, zu finden bspw. in Island; auf den Färöer-Inseln; in Norwegen; Schweden; Schottland; England; Frankreich; Belgien; Halle, St. Andreasberg, Sauerland, Odenwald und Oberwolfach/Deutschland; Zermatt, Lötschental, Tessin/Schweiz; Hohe Tauern, Klagenfurt, Moschkogel, Stubalpe, Weiz, Dunkelsteinerwald, Schrems/Österreich; Tschechien; Slowakei; Polen; Italien; Ungarn; Rumänien; Bulgarien; Tansania; Madagaskar; Südafrika; Russland; Kirgisistan; Indien; China; Japan; Australien; Neuseeland; Ecuador; Puerto Rico; Mexiko; Kanada und in den USA.


Bedeutung und Verwendung von Laumontit

Laumontit wird mitunter in Wasserenthärtern eingesetzt.
Als Mineral für Sammlungen sollte Laumontit leicht angefeuchtet aufbewahrt werden, um zu verhindern, dass Kristallwasser verloren geht und Laumontit pulverartig zerfällt.


Nachweis von Laumontit

Laumontit löst sich in Salzsäure auf, bildet dabei eine Art Gel, die sich gelb verfärbt. Und wie andere Zeolithe auch, fängt Laumontit ebenso an zu schäumen, wenn dieser vor dem Lötrohr erhitzt wird.


Auch interessant:


Quellen:
Annalen der Berg und Hüttenkunde. Herausgegeben von Carl Erenbert Freiherrn von Moll. 4. Band
⇒ Haüy, R. J. (1809): Laumonite. IN: Tableau Comparatif des Résultats de Cristallographie et de l'Analyse Chimique Relativement á la Classification des Minéraux
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Okrusch, M. und S. Matthes (2009): Mineralogie: Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. Springer Verlag Berlin Heidelberg
www.mindat.org

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