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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 18.06.2020


Kunzit

Kunzit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: kunzite | französisch: kunzite


Kunzit Foto
Kunzit

Inhaltsverzeichnis Kunzit

Kunzit - Rosa Spodumen

Namenspate des Minerals Kunzit ist George Frederick Kunz (1856 bis 1932). Der US-amerikanische Mineraloge und Gemmologe, der für den Juwelier Tiffany & Co. tätig war, entdeckte das Mineral im Jahr 1902 am Pala, einem 636 m hohen Berg im Süden von Kalifornien/USA.

Die Benennung in Kunzit erfolgte 1903 durch den Chemiker Charles Baskerville (1870 bis 1922) im Rahmen seiner Ausführungen zu „Kunzite, A new Gem“ vom 4. September 1903, nachdem der „new lilac-colored transparent spodume“ (neuer fliederfarbene, durchsichtiger Spodumen) bislang mit keinem Namen versehen wurde. Um den Verdienst von George Frederic Kunz in Hinblick auf die Entdeckung sowie Erstbeschreibung des Minerals zu würdigen, schlug Baskerville 1903 den Namen Kunzit vor.


Eigenschaften von Kunzit

Kunzit ist mit der chemischen Zusammensetzung LiAl(Si2O6) ein Vertreter der Mineralklasse der Silikate und innerhalb dessen die rosafarbene Varietät von Spodumen. Weitere Spodumen-Varietäten sind:

Kunzit kristallisiert dem monoklinen Kristallsystem folgend. Die Kristalle sind dicktafelig und säulig, weisen zudem eine vertikale Riefung auf. Die Aggregate von Kunzit sind massig, derb, spätig oder stengelig.

Der Glanz des Lithiumminerals ist glasartig, auf den Spaltflächen zeigt sich ein perlmuttartiger Glanz. Kunzite sind von durchsichtiger bis durchscheinender Transparenz und gelten in den meisten Fällen als augenrein. Einschlüsse oder feine Risse sind mit dem Auge kaum zu erkennen. Der Bruch von Kunzit ist uneben, die Spaltbarkeit ist vollkommen.

Die Mohshärte von Kunzit beträgt 6,5 bis 7 bei einer Dichte von 3,1 bis 3,2 g/cm³.


Kunzite - Mineral und Kristalle
Kunzit

Die Farbe von Kunzit

Die Farbe von Kunzit variiert zwischen einem hellen Rosa, das beinahe farblos wirkt, über rosaviolett, kärftigem Pinkviolett, violett, rötlichem Rosa, Rosa mit Blaustich und Violett.

Das farbgebende Element von Kunzit ist Mangan, weshalb Kunzit den allochromatischen Mineralien zugeordnet wird, d.h. die Farbe ist auf einen Fremdeinfluss zurückzuführen, hier ein Fremdatom im Kristallgitter. Spodumen als die Reinform ohne farbgebende Elemente ist farblos.

Aufgrund der farblichen Ähnlichkeit mit dem Quarzmineral Amethyst und der Lithium-Gehalte wegen wird Kunzit mitunter auch als Lithium-Amethyst bezeichnet – auch wenn keine mineralogische Verwandtschaft zu dem violetten Quarz besteht.

Bedingt durch die Farbe kann Kunzit mit zahlreichen anderen rosafarbenen oder violetten Mineralien verwechselt werden, bspw. Amethyst, Rosenquarz, rosa Skapolith, rosa Diamanten, rosa Turmalin, Morganit, rosa Spinell und rosa Saphir (Fancy Saphir).

Die Strichfarbe von Kunzit ist in allen Fällen weiß, d.h., wenn Kunzit über ein unglasiertes Porzellantäfelchen gestrichen wird, erscheint ein weißer, pulverisierter Abrieb.


Farbveränderung von Kunzit

Kunzite, deren Farbe nicht dem Ideal – ein kräftiges Pink mit einem Stich ins Violette – entspricht, zu hell ist, grünstichige oder braunviolette Exemplare oder Kristalle, deren Farbe ungleichmäßig verteilt ist, können durch das sog. Brennen bei einer Temperatur von maximal 150 °C korrigiert, intensiviert oder umgefärbt werden. Höher sollte die Brenntemperatur allerdings nicht sein. Wird der Stein auf 300 bis 400 °C erhitzt, verschwindet die Farbe und der Stein erscheint farblos.

Auch wenn die Farbe gebrannter Kunzite als nachhaltig und dauerhaft gilt, sollte der Stein nicht unnötig dem Sonnenlicht ausgesetzt werden, um ein Verblassen zu vermeiden.


Entstehung und Verbreitung von Kunzit

Die Entstehung von Kunzit steht in engem Zusammenhang mit lithiumreichen Granitpegmatiten.

Turmaline, insbesondere in Form von Rubellit und das Glimmermineral Lepidolith sind Mineralien, die häufig mit Kunzit vergesellschaftet sind.

Bedeutende Kunzit-Vorkommen befinden sich z.B. in Island; Västerbotten/Schweden; Vaasa/Finnland; Nuristan und Patroke-Mine im Kunar Tal (sog. Patroke-Kunzit)/Afghanistan; Pakistan; Sri Lanka; Myanmar; Nigeria; Fianarantsoa, Antananarivo/Madagaskar; Simbabwe; Minas Gerais/Brasilien; New Hampshire, Kalifornien, South Dakota, Connecticut, Maine/USA; Tungsten/Kanada.


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Verwendung und Bedeutung von Kunzit

Auch wenn Kunzit ein potentielles Lithiumerz ist, ist das Mineral der Seltenheit bzw. wenigen Vorkommen wegen vorrangig als Edelstein für die Schmuckbranche und als Sammlermineral von Bedeutung. Die größten und schönsten Kunzite sind in den Sammlungen des Natural History Museum in London/England; American Museum of Natural History in New York/USA sowie bei Tiffany´s in New York ausgestellt.


Kunzit und Schmuck

Um die Farbe und Reinheit des Minerals zu betonen, werde Kunzite vor allem in facettierten Schliffen gehalten, z.B. Tropfenschliff, Oktagonschliff, Baguetteschliff, Cushion-Schliff, Smaragdschliff, Rundschliff und Trillantschliff.
Trübe, opake Steine werden zu Trommelsteinen und Donuts sowie Cabochons verarbeitet.

Die Bearbeitung und das Schleifen von Kunzit erfordert viel Erfahrung, Fingerfertigkeit und Aufmerksamkeit. Beim Schleifen können mitunter hohe Temperaturen entstehen, welche die 300 °C-Marke nicht überschreiten dürfen. Oberhalb dieser Temperatur geht die Farbe von Kunziten verloren; eine nicht unwichtige Tatsache, die auch bei Farbkorrektur mittels Brennen nicht vernachlässigt werden sollte.

Hochwertige Kunzite der besten Qualität erzielen auf dem Edelsteinmarkt Preise, die mit Edelsteinen wie Rubin, Smaragd und Diamant mithalten können.


Kunzit als Heilstein

Daneben wird Kunzit als Heilstein gehandelt, ohne dass die Heilwirkung von Kunzit auf die Gesundheit von Körper und Seele in klinischen Studien bestätigt werden konnte.


AAA-Kunzit

Anders als bei Diamanten gibt es für alle übrigen Edelsteine und Mineralien kein standardisiertes System, nach dem die Qualität von Steinen nach objektiven, eindeutig definierten und international vergleichbaren Maßstäben erfasst wird. In den vergangenen Jahren hat sich dennoch ein System etabliert, das sowohl die Farbe als auch Reinheit und den Schliff sowie das Gewicht bewertet und gegeneinander abwägt. Im Ergebnis werden die Steine mit den Buchstaben A, AA oder AAA versehen, wobei bspw. AAA-Kunzite Steine der höchsten Güte sind, was sich letztendlich auch im höheren Preis von Kunzit niederschlägt.

EigenschaftBeschreibung
Farbe
  • naturbelassen oder behandelt/gebrannt
  • gleichmäßige Farbverteilung oder fleckig
  • Intensität der Farbe
Reinheit
Gewicht
Schliff
  • Korrekte Anzahl der für jeweiligen Schliff vorgegebenen Facetten
  • fehlende oder zusätzliche Facetten
  • Harmonie der Proportionen
  • abgeschnittene Facetten
  • unsaubere Arbeit

Auch wenn keine Eigenschaft priorisiert wird, wird beim Vergleich von Steinen gleichen Gewichts deutlich, dass die Farbe von Kunzit Vorrang hat.
AAA-Kunzit sind demnach von einem intensiven Pink mit Violettstich, während AA-Kunzite von mittlerem Rosa sind und sich A-Kunzite durch ein helles Rosa auszeichnen.


Kunzit erkennen

Kunzit wird bei Kontakt mit Flußsäure oberflächlich angeätzt und färbt die Flamme vom Lötrohr rot. Die Fluoreszenz erscheint in orange bis rot, der Pleochroismus erscheint farblos, hellrot bis blauviolett.


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Quellen:
⇒ Baskerville, C. (1903): Kunzite, A new Gem". In: Science 04 Sep 1903. Vol. 18
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
⇒ Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Schumann, W. (2017): Edelsteine und Schmucksteine. Alle Arten und Varietäten. 1900 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Okrusch, M. und S. Matthes (2009): Mineralogie: Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. Springer Verlag Berlin Heidelberg
- www.gia.edu - Kunzite
- www.mindat.org - kunzite
- "Kunzite the Precious" by William B. Gross

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