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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 22.06.2020


Iolith

Iolith - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: iolite/cordierite | französisch: iolite/cordierite


Inhaltsverzeichnis Iolith


Iolith - Ein veilchenblaues Mineral

Cordierit, Iolith, Wassersaphir und Dichroit - ein Mineral mit verschiedenen Namen.
Während in der Mineralogie der Name Cordierit gebräuchlich ist, wird im Zusammenhang mit Schmuck der Begriff Iolith angewendet, genau wie das Synonym Iolith in der älteren mineralgoischen Literatur Verwendung findet - neben den Bezeichnungen Luchssaphir für Iolith aus Ceylon oder aber den Synonymen Steinheilit oder Spanischer Lazulith, auch wenn Iolith keine Varietät von Lazulith ist.

Erstmals erwähnt wurde der Name Iolith im Jahr 1810 in einer Beschreibung des Minerals unter dem Titel „Iolithe, Iolith“ der beiden Mineralogen Abraham Gottlob Werner (1749 bis 1817) sowie Dietrich Ludwig Gustav Karsten (1768 bis 1810). Bei dem aus dem Griechischen stammenden Namen bezog sich Werner wortwörtlich auf die veilchenblaue Farbe von Iolith.


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Eigenschaften von Iolith

Tabelle: Iolith in der Übersicht
EigenschaftBeschreibung
Chemische Zusammensetzung Mg2Al4Si5O18
Mineralklasse Silikatmineral
Kristallsystem
  • orthorhombisch
  • kurzprismatische Kristalle
  • Kristallzwillinge
Farbe blau,: hell, mittel und dunkel, blauviolett, graublau, braun, grün
Strichfarbe weiß
Glanz glasartig bis matt
Transparenz durchsichtig bis durchscheinend
Bruch muschelig
Spaltbarkeit undeutlich
Mohshärte 7 bis 7,5
Dichte 2,53 bis 2,66 g/cm³


Die Farbe von Iolith

Die Mineralogen Werner und Karsten beschrieben die Farbe von Iolith 1810 als "violblau, ins Schwärzliche fallend".

Aber auch wenn Iolith vornehmlich von violett-blauer bis dunkelblauer Farbe, kann das Mineral in anderen Farben erscheinen, die vom Blickwinkel bzw. der Kristallachse abhängen, wie bereits 1863 Friedrich Augst Quenstedt (deutscher Mineraloge und Geologe; 1809 bis 1889) erkannte: "schwindet das Blau oft grünlich, der Krystall erscheint schmutzig gelb oder farblos" - ein Effekt, der in der Mineralogie als Pleochroismus, Vielfarbigkeit, bezeichnet wird und im speziellen Fall von Iolith als Dichroismus, Zweifarbigkeit, in Erscheinung tritt.

Ausschlaggebend für die blaue Farbe von Iolith ist im Kristallgitter eingebautes Eisen. Mit zunehmendem Eisengehalt intensiviert sich die Farbe.

Das Blau von Iolith kann insbesondere mit dem Farbton von Tansanit, Indigolith, Kyanit, blauen Diamanten, blauem Hydroquarz sowie Saphir verglichen und verwechselt werden, weswegen Iolith bisweilen unter dem irreführenden Namen Wassersaphir verkauft wird.


Entstehung und Verbreitung von Iolith

Iolith entsteht unter magmatischen Bedingungen, kann aber ebenso im Rahmen der Kontaktmetamorphose gebildet werden, weshalb das blaue Mineral als Bestandteil in zahlreichen, dementsprechenen Gesteinen wie Schiefer, Granit sowie Gneis vorkommt.
Die Funde von Iolith sind u.a. mit Sillimanit, Andalusit, Granat, Spinell, Muskovit, Korund, Biotit, Sapphirin und Feldspat vergesellschaftet.

Bedeutende Iolith-Vorkommen befinden sich u.a. in Bayern, Eifel/Deutschland; Finnland; Schweden; Norwegen; Grönland; Österreich; Italien; Namibia; Madagaskar; Simbabwe; Indien; Sri Lanka; Brasilien und Kanada.


Verwendung und Bedeutung von Iolith

Iolithe von lupenreiner Qualität und intensiv dunkelblauer Farbe werden vorzugsweise zu Schmuck verarbeitet. Abhängig von der Reinheit kommen Facettenschliffe (bspw. Asscher-Schliff, Rundschliff, Tropfenschliff, Princess-Schliff, Baguetteschliff, Smaragdschliff) bei äußerst klaren, reinen Steinen zur Anwendung. Iolithe von trübem, undurchsichtigen und farblich gesprenkeltem Charakter werden dahingegen zu Cabochons verarbeitet.

Daneben wird Iolith als Heilstein angeboten, ohne dass die Heilwirkung von Iolith in wissenschaftlichen Untersuchungen bestätigt werden konnte.


Iolith-Sonnenstein

Iolith mit kleinen Einschlüssen von plättchenartigem rotbraunen bis grauen Hämatit und Goethit werden im Handel unter dem Namen Iolith Sonnenstein geführt.

Anders als beim gewöhnlichen Iolith schillert Iolith-Sonnenstein im Sonnenlicht metallisch aufgrund der splitterartigen Kristalleinschlüsse. Auch die Farbe weicht geringfügig ab, sodass Iolith-Sonnensteine von weinroter bis rotblauer Farbe, teilweise auch mit rötlichen Arealen in der blauen Grundfarbe, sind.


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Quellen:
⇒ Werner, A. G. und Karsten, D. L. G. (1810): Iolithe, Iolith. IN: Lehrbuch der Mineralogie, ausgearbeitet von Herrn Haüy. Vierter Theil
⇒ Kobell, F. v. (1864): Geschichte der Wissenschaften in Deutschland. Neuere Zeit. Zweiter Band. Geschichte der Mineralogie
⇒ Quenstedt, F. A. (1863): Handbuch der Mineralogie
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
⇒ Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Booth, B. (1999): Steine und Mineralien. Könemann Verlag Köln
⇒ Hall, C. (1999): Edelsteine. Das neue kompakte Bestimmungsbuch, Könemann Verlag
- www.mindat.org - cordierite

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