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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 27.03.2020


Grandidierit

Grandidierit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: grandidierite | französisch: grandidierite

Grandidierit - Eine Rarität

Der Name Grandidierit geht auf den französischen Mineralogen und Geologen Antoine Francois Alfred Lacroix (1863 bis 1848) zurück, der das Mineral nach Alfred Grandidier (1836 bis 1921) benannte.
Grandidier war ein französischer Naturforscher, der im Zuge seiner Expeditionen viel Zeit auf Madgaskar verbrachte, wo das Mineral Grandidierit im Jahr 1902 erstmals am Cap Andrahomana entdeckt wurde.


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Eigenschaften von Grandidierit

Grandidierit ist mit der chemischen Zusammensetzung Mg,Fe2+)Al3(BO4)(SiO4)O der Systematik der Mineralien zufolge ein Silikatmineral.

Grandidierit kristallisiert dem orthorhombischen Kristallsystem folgend und bildet langgezogene, derbe Kristalle, die bis zu 15 cm lang werden können.

Der Glanz des Minerals ist glas- bis perlartig bei durchsichtiger bis durchscheinender Transparenz. Lupenreine sind eine Seltenheit, oftmals wirken die Steine milchig-trüb bedingt durch Einschlüsse von Gasen, Flüssigkeiten oder Fremdmineralien, allen voran Zirkon, Monazit und Apatit .
Der Bruch von Grandidierit wird als uneben beschrieben, die Spaltbarkeit ist perfekt.

Auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem deutschen Mineralogen Carl Friedrich Christian Mohs beträgt die Mohshärte von Grandidierit 7,5, was der Definition der Edelsteinhärte entspricht. Die Dichte des Minerals wird mit 2,976 bis 3 g/cm³ angegeben.

Die Farbe von Grandidierit

Die Farbe von Grandidierit variiert zwischen farblos, blaugrün und dunkelgrün, wobei Eisen das farbgebende Element des Minerals ist, das zudem die Intensität der Farbe beeinflusst. Je höher der Eisengehalt von Grandidierit, desto dunkler und kräftiger ist die Farbe.

Grandidierit ist eines der wenigen Mineralien, dessen Farbe zu 100 Prozent natürlichen Ursprungs ist.
Die gängigen Methoden zur Steigerung der Farbintensität oder Farbänderung bspw. mittels Brennen oder Bestrahlen finden bei Grandidierit keine Anwendung.

Das Blaugrün von Grandidierit kommt der Farbe von blauem Apatit, Aquamarin, Blautopas und blauem Zirkon sehr nahe. Verwechlungsen können anhand der chemischen Bestandteile und Bestimmung der anderen Eigenschaften ausgeschlossen werden.

Die Strichfarbe von Grandidierit – d.h., die Farbe, die erscheint, wenn ein Mineral über ein unglasiertes Porzellantäfelchen gestrichen wird – ist weiß.


Entstehung und Verbreitung von Grandidierit

Grandidierit ist ein Mineral, das in Gesteinen sowohl metamorphen wie auch magmatischen Ursprungs gefunden wird. Namentlich handelt es sich bei Steinen um Gneis, Aplit und Pegmatite. Zudem sind die Vorkommen von Grandidierit mit den Mineralien Plagioklas (Feldspat), Serendibit, Kornerupin, Phlogopit (Glimmer), Enstatit und Diopsid/Pyroxene vergesellschaftet.

Bislang sind nur wenige Fundorte von Grandidierit bekannt. Neben der Typlokalität in Madagaskar wurden weitere Vorkommen des seltenen Minerals in Norwegen, Tschechien, Algerien, Indien, Neuseeland und in der Antarktis entdeckt.


Verwendung und Bedeutung von Grandidierit

Grandidierit zählt zu den seltensten Mineralien der Welt. Aus diesem Grund ist Grandidierit vor allem für Mineraliensammlungen von Interesse.

Daneben hat sich Grandidierit als Stein für hochpreisigen Schmuck etabliert. Dabei wird opaker Grandidierit mit Glattschliffen wie dem Cabochonschliff versehen. Bei kristallklarem Grandidierit finden Facettenschliffs, bspw. Rundschliff, Ovalschliff, Smaragdschliff, Baguetteschliff, Tropfenschliff oder Marquiseschliff Anwendung.
Unter allen Grandidieriten gelten vor allem Exemplare aus Madagaskar als besonders wertvoll, da die Farben der dortigen Grandidierite kräftig sind und die Transparenz vergleichsweise rein ist.
Eine Tatsache, die sich im Wert von Grandidierit niederschlägt. Der Preis von Grandidierit schwankt mit der Reinheit und Intensität der Farbe zwischen 20 € bis 2000 € pro Karat für Steine höchster Qualität.

Außerdem wird Grandidiert als Heilstein verkauft, ohne dass die Heilwirkung von Grandidierit in wissenschaftlichen Untersuchungen belegt wurde.


Nachweis von Grandidierit

Grandidierit weist einen auffälligen Pleochroismus auf, sodass die Farbe des Mineral abhängig vom Betrachtungswinkel farblos, grün und blau erscheint.


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Quellen:
www.mineralienatlas.de
www.mindat.org
www.gia.edu

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