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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 02.03.2021


Goethit

Goethit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: goethite | französisch: goethite


Johann Wolfgang von Goethe und ein Mineral

Namenspate des Minerals Goethit ist Johann Wolfgang von Goethe (1749 bis 1832), der neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit auch Naturwissenschaftler war.
In der mineralogischen Literatur findet der Name Goethit erstmals im Jahr 1806 Erwähnung. Bei Johann Georg Lenz (Mineraloge; 1748 bis 1832) findet sich unter dem Stichwort Eisenglanz der Eintrag "Göthit", den er mit folgendem Vermerk näher erläutert: "Dieser dunkelrubinrothen, und in zusammengehäufte dreyseitige Tafeln crystallisierten Abänderung des Eisenglimmers, (...), hat man dasselbst zu Ehren unseres verehrungswürdigen Präsidenten, des Herrn Geheimrath von Göthe obigen Namen beygelegt."


Eigenschaften von Goethit

Goethit, bestehend aus FeO(OH), wird der Mineralklasse der kristallwasserhaltigen Oxide und Hydroxide zugeordnet.

Die Farbe von Goethit kann orange, gelbbraun, braun bis schwarz sein, mitunter auch bläulich anlaufend.
Die Strichfarbe von Goethit ist gelbbraun.

Goethit kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem. Die Kristalle sind prismatisch, nadelig oder gleichen feinen Haaren. Die entsprechenden Aggregate erscheinen feinfaserig, nadelig (Nadeleisenerz), erdig, massig, nierig, stalaktitisch oder traubenförmig bis warzig, deshalb auch bezeichnet als Brauner Glaskopf.

Der Glanz von Goethit ist matt, metallisch bis seidig, auf Kristallflächen zeigt sich bisweilen auch Diamantglanz. Aufgrund des matten, samtartigen Glanzes wird das Hydroxid auch Samteisenerz oder Samtblende genannt. Die Transparenz ist durchscheinend bis undurchsichtig, der Bruch ist uneben-spröde und die Spaltbarkeit ist vollkommen.

Die Mohshärte beträgt 5 bis 5,5 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839) bei einer Dichte von 3,3 bis 4,3 g/cm³.


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Entstehung und Verbreitung von Goethit

Als eisenhaltiges Mineral entsteht Goethit durch die Oxidation von Eisenerzlagerstätten, kann aber auch hydrothermalen Ursprungs sein.

Neben Hämatit und Ilmenit sind Siderit, Pyrit, Magnetit, Manganit und Pyrolusit mit Goethit assoziierte Minerale. Zudem ist Goethit als Gemengteil (mineralischer Bestandteil) in Limonit vertreten.

Goethit ist ein häufig vorkommendes Mineral, als Fundorte nennenswert sind u.a. Kitaa/Grönland; Nordland, Froland, Rogaland/Norwegen; Värmland/Schweden; Irland; Argyllshire, Lothian, Ayrshire, Lanarkshire/Schottland; Cumbria, Derbyshire, Durham, Leicestershire, Sommerset, Devon, Cornwall/England; Wales; Bretagne, Limousin/Frankreich; Belgien; Sauerland, Westerwald, Eifel, , Odenwald, Erzgebirge, Oberpfälzer Wald, Harz/Deutschland; Wallis/Schweiz; Kärnten, Steiermark, Tirol/Österreich; Tschechien; Slowakei; Ungarn; Rumänien; Polen; Russland; Italien; Griechenland; Spanien; Ukraine; Marokko; Nigeria; Namibia; Südafrika; Kongo; Madagaskar; Iran; Afghanistan; Pakistan; Indien; China; Philippinen; Australien; Neuseeland; Länder in Süd- und Nordamerika.


Bedeutung und Verwendung von Goethit

Mit einem Eisengehalt von bis zu 62% ist Goethit als Erz von Interesse. Zudem wurde Goethit als ockerfarbenes Pigment in der Malerei genutzt.


Nachweis von Goethit

Beim Erhitzen von Goethit wird Kristallwasser freigesetzt, zudem verfärbt sich das Mineral schwarz und wird magnetisch (Ferromagnetismus). Weiterhin ist Goethit in Salpetersäure löslich und weist einen Pleochroismus in gelb, orange, orange-rot und braun auf.


Siehe auch:
Moqui Marbles
Erz - Metallhaltige Mineralien und Gesteine
Johann Wolfgang von Goethe: Dichter, Geologe und Mineraloge


Quellen:
⇒ Lenz, J. G. (1806): Tabellen über das gesammte Mineralreich: mit Rücksicht auf die neuesten Entdeckungen und mit einigen erläuternden Anmerkungen
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
www.mindat.org - goethite

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Letzte Aktualisierung: 19. November 2020

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