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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 10.03.2022


Fuchsit

Fuchsit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: fuchsite


fuchsit Foto
Fuchsit

Fuchsit und Chromglimmer

Die Erstbeschreibung des Minerals Fuchsit geht auf den Geologen Karl Emil Schafhäutl (1803 bis 1890) zurück. In seiner im Jahr 1842 veröffentlichten Abhandlung "Ueber ein neues chromhaltiges Alkali- und Thonerde-Silikat (Chromglimmer? nach Breithaupt)" setzt sich Schafhäutl intensiv mit den Eigenschaften und der Analyse der chemischen Bestandteile des bis dato unbekannten Minerals auseinander.

Hierin begründet er auch den Namen Fuchsit: "Um endlich auch dem Minerale einen Namen zu geben, der an ein glimmerhaltiges Aussehen erinnert, (...) so schalge ich dem verehrten mineralogischen Publikum vor, unser chromhaltiges Mineral Fuchsit zu nennen, zu Ehren des Oberbergraths und Akademikers Prof. Dr. Joh. Nepomuk Fuchs (Anm. 1774 bis 1856) in München, eines Gelehrten, dessen Namen zu innig mit der neueren Geschichte des chemischen Theiles der Mineralogie verknüpft ist".


Eigenschaften von Fuchsit

Fuchsit ist eine Varietät des Glimmergruppenminerals Muskovit. Mit der Zusammensetzung K(Al,Cr)3Si3O10(OH)2 zählt Fuchsit zur Mineralklasse der Silikate.

In Anlehnung an die grüne Farbe, oder wie Schafhäutl einst schrieb "Smaragdgrün, ins Grasgrüne sich ziehend", ergänzend auch Victor von Zepharovich (1830 bis 1890; Mineraloge): "lebhaft smaragdgrün, auf dem Querbruche in´s Gras- und Schwärzlichgrüne", und die Zugehörigkeit zur Glimmergruppe wird Fuchsit auch als grüner Glimmer, alternativ auch Chrom-Mica oder Chromglimmer bezeichnet. Fuchsit kann verschiedene Grüntöne aufweisen, ist dabei stets silbrig schimmernd.
Die Strichfarbe von Fuchsit - d.h., die Farbe, die entsteht, wenn ein Mineral über ein unglasiertes Porzellantäfelchen gestrichen wird - ist trotzdem weiß.

Fuchsit kristallisiert im monoklinen Kristallsystem, bildet schichtartige Kristalle und kompakte Massen, oder wie der Chemiker Leopold Gmelin (1788 bis 1853) im Jahr 1853 festhielt: "schuppig gleichmäßig geschieferte Massen".

Fuchsit zeichnet sich durch eine sehr vollkommene Spaltbarkeit und einen blättrig-unebenen Bruch aus. Das silbrig-grüne Mineral ist von durchsichtiger bis durchscheinender Transparenz, der Glanz ist glasartig bis metallisch.

Fuchsit ist sehr weich – die Mohshärte beträgt 2 bis 2,5 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839). Die Dichte beläuft sich auf 2,8 bis 2,9 g/cm³.


fuchsite - Mineral und Kristalle
Grünglimmer Fuchsit

Entstehung und Verbreitung von Fuchsit

Wie auch Muskovit ist Fuchsit ein Mineral metamorphen Ursprungs – erkennbar an der Schieferung des Minerals, das durch die Umwandlung unter hohen Druck- und Temperaturbedingungen aus Tonmineralen hervorgeht.
Durch die Anwesenheit von Chrom während der Entstehung wird dieses zusätzlich in das Kristallgitter eingebaut. Mitunter enthält Fuchsit bis zu 6 % Chrom, deshalb teilweise auch der Begriff Chrom-Muskovit.

In der Gesellschaft von Fuchsit lassen sich zahlreiche andere Minerale wie zum Beispiel Turmalin, Feldspäte, Beryll und Quarze finden. Teilweise ist Fuchsit auch mit Rubin verwachsen, die im Handel unter dem Namen Rubin-Fuchsit verkauft wird.

Die Vorkommen von Fuchsit erstrecken sich unter anderem auf Teile in Grönland; Norwegen; Schottland; Belgien; Ettringen/Deutschland; Im Feld und Oberhalbstein/Schweiz; Goldberggruppe, Glocknergruppe und Villach/Österreich; Tschechien; Slowakei; Athiopien; Tansania; Aserbaidschan; Pakistan; China; Australien; Paraguay; Bolivien; Brasilien; USA und Kanada.


Verwendung und Bedeutung von Fuchsit

Aus Fuchsit wird auch heutzutage noch grünes Pigment für den Einsatz in Farben gewonnen.
Teilweise werden aus Fuchsit auch Kunstgegenstände gefertigt, allerdings gestaltet sich die Bearbeitung des Minerals aufgrund des spröden Verhaltens nicht einfach.

Daneben hat die Alternativheilkunde Fuchsit als Heilstein für sich erkannt, auch wenn die Wirkung von Fuchsit auf die Gesundheit in wissenschaftlichen Untersuchungen nicht belegt werden konnte.


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Nachweis von Fuchsit

Fuchsit löst sich nicht in Salz- oder Schwefelsäure auf. Der Pleochroismus ist sehr ausgeprägt und erscheint in blau, grün und gelb.


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Auch interessant:


Quellen:
⇒ Schafhäutl, K. E. (1842): Ueber ein neues chromhaltiges Alkali- und Thonerde-Silikat (Chromglimmer? nach Breithaupt). IN: Annalen der Chemie und Pharmacie. Bd.43-44 (1842)
⇒ Kenngott, A. v. und Haidinger, W. (1845): Fuchsit. IN: Uebersicht der Resultate mineralogischer Forschungen
⇒ Gmelin, L. (1853): Handbuch der anorganischen Chemie
⇒ Zepharovich, V. v. (1859): Fuchsit. IN: Mineralogisches Lexicon für das Kaiserthum Österreich. Band 1
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
www.mindat.org - fuchsite

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