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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 01.06.2021


Famatinit

Famatinit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: famatinite


Das Mineral Famatinit wurde im Jahr 1873 vom deutschen Geo- und Mineralogen Alfred Wilhelm Stelzner (1840 bis 1895) im argentinischen Sierra de Famatina entdeckt. Bezugnehmend auf den ersten Fundort wurde das Mineral Famatinit genannt.


Eigenschaften von Famatinit

Famatinit ist mit der Zusammensetzung (Cu3SbS4) ein Vertreter der Mineralklasse der Sulfide. In Anlehnung an Gehalte von Antimon (Stibium – Sb) und der Zugehörigkeit der Luzonit-Gruppe wird Famatinit auch Stibioluzonit genannt.

Die Farbe von Famatinit variiert zwischen grau und grauschwarz, kann aber auch violett-schwarz und intensiv rosa-braun sein.
Die Strichfarbe ist schwarz.

Das Kupferantimonsulfid kristallisiert im tetragonalen Kristallsystem – die Kristalle sind rhomboedrisch. Die Aggregate sind körnig, krustenartig oder derb. Mitunter sind die Kristalle auch zu Zwillingen miteinander verwachsen.

Der Glanz von Famatinit ist metallisch, die Transparenz ist undurchsichtig. Der Bruch ist uneben bis muschelig, die Spaltbarkeit ist gut.

Die Mohshärte beträgt 3 bis 4 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839) bei einer Dichte von 4,57 bis 4,63 g/cm³.


Entstehung und Verbreitung von Famatinit

Die Entstehung von Famatinit steht in engem Zusammenhang mit Kupferlagerstätten, in denen Famatinit unter gering- bis mitteltemperierten hydrothermalen Lösungen auskristallisiert.

Mit Famatinit sind u.a. Baryt, Arsenopyrit, Sphalerit (Zinkblende), Chalkopyrit (Kupferkies), Pyrit, Enargit, Markasit, Quarz, Silber, Gold, Tetraedrit und Covellin vergesellschaftet.

Nennenswerte Famatinit-Vorkommen befinden sich z.B. in Kitaa/Grönland; Auvergne, Limousin, Bretagne/Frankreich; Oberpfälzer Wald, Schmiedeberg (Erzgebirge), Oberwolfach (Schwarzwald)/Deutschland; Salzburg, Hüttenberg (Kärnten), Brixlegg (Tirol)/Österreich; Toskana, Sardinien/Italien; Laurion, Thrakien, Kykladen/Griechenland; Jakutien/Russland; Usbekistan; Kasachstan; Tsumeb/Namibia; New South Wales/Australien; Bolivien; Atacama, Antofagasta/Chile; Mexiko; Peru; Cordoba, Catamarca/Argentinien; Japan; China; Wyoming, Idaho, Missouri, Utah, Washington, Arizona, Kalifornien, Colorado/USA und New Brunswick/Kanada.


Verwendung und Bedeutung von Famatinit

Famatinit ist vorrangig für die Wissenschaft und Mineraliensammlungen von Interesse.


Nachweis von Famatinit

Famatinit weist einen Pleochroismus in violett-pink bis hellorange auf.


Siehe auch:
Die Entstehung von Mineralien
Bestimmung der Härte von Mineralien
Erz - Metallhaltige Mineralien und Gesteine


Quellen:
⇒ Stelzner, A. (1873): Mineralogische Beobachtungen im Gebiete der Argentinischen Republik, Mineralogische Mittheilungen, Heft 4
www.mindat.org - famatinite
www.handbookofmineralogy.org - famatinite

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