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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 16.01.2024


Edelopal

Edelopal - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: precious opal


opale - Mineral und Kristalle
Edelopal

Edelopal - Intensiv schillernder Opal

Der Begriff Edelopal steht für Opal mit ausgeprägter Opaleszenz, d.h., das Schillern in den Farben des Regenbogens, das für Opale typisch ist, oder wie der Mineraloge Abraham Gottlob Werner (1749 bis 1817) 1791 schrieb: "von sehr schönen buntspielenden Farben".
Dem gegenüber stehen Gemeine Opale wie Milchopal oder Jelly-Opal, bei denen die Opaleszenz fehlt.


Eigenschaften von Edelopal

Edelopal ist eine Varietät von Quarz und damit u.a. mit Bergkristall, Amethyst, Citrin, Achat, Chalcedon, Tigerauge und Rosenquarz verwandet. Das gemeinsame Merkmal aller Quarz (in der Mineralogie auch als Quarzgruppe bezeichnet) ist dieselbe chemische Zusammensetzung.

Die Unterschiede zwischen den einzelnen Quarzvarietäten werden mit der jeweiligen Farbe und der Ausprägung der Kristalle begründet.
Opal steht innerhalb der Quarze für die Reihe der amorphen Quarze - Quarze, die kein Kristallgitter ausbilden und zudem über einen neun- bis 20 %-igen Gehalt an Kristallwasser verfügen.

Tabelle: Die Eigenschaften von Edelopal
EigenschaftBeschreibung
Chemische Zusammensetzung SiO2·nH2O
Mineralklasse Oxidmineral
Farbe weiß, blau, rosa, grün, gelb, orange, rot in einem
Strichfarbe weiß
Kristallsystem
  • amorph
  • Adern oder als Rissfüllung
  • derbe, massige Aggregate
Glanz wachs- bis glasartig
Transparenz durchsichtig bis durchscheinend und undurchsichtig
Bruch splittrig, muschelig
Spaltbarkeit keine
Mohshärte 5,5 bis 6,5
Dichte 1,98 bis 2,5 g/cm³


Die Opaleszenz von Edelopal

Das Phänomen der Opalezenz wurde bislang nur bei Opal beobachtet.

Das Geheimnis hinter dem Opalisieren in pastellartigem Blau, Rosa, Rot, Gelb, Grün, Orange und Weiß offenbart der Blick in den Kristall.
Unter dem Mikroskop sind unzählbar viele, kleinste Kügelchen aus Cristobalit in der Kieselgelmatrix des Opals eingebettet.

Trifft nun Licht auf den Opal und die Cristobalit-Kügelchen wird dieses gebeugt und reflektiert, was sich im farbigen Schillern präsentiert.

Ähnlich "funktionieren" künstliche Opale, die im Handel unter den Namen Opalit, Kyocera-Opal oder Inamori-Opal angeboten werden - wobei die Opal-Basis statt aus Kieselgel aus Glas oder Kunststoff besteht, während die Cristobalit-Kügelchen durch Resin oder andere Kunststoffe imitiert werden.

Interessanterweise ist jeder Opal ein Unikat. Die Opaleszenz ist immer wieder anders und vielfältig, was die verschiedenen Beschreibungen der Muster zeigen; bspw. Pinfire Opal, Straw/Stroh-Opal, Harlekin-Opal, Mosaik-Opal.

Mit den verschiedenen Ausprägungen von Opalen im Muttergestein befasste sich auch 1896 der Mineraloge Max Bauer (1844 bis 1917). Ihm zufolge kann Edelopal sowohl großflächig auftreten, wobei die Farben "meist gleichfalls allmählich ineinander verlaufen" oder aber "winzige verschiedenfarbige Flitterchen" sind über die Gesteinsmatrix verteilt und ergeben ein "kaleidoskopisches Bild". Die Opulenz der Farben von Edelopalen vergleicht Bauer mit dem "Halsgefieder mancher Tauben oder Pfauenfedern" sowie "Perlmuttplättchen".


Entstehung und Vorkommen von Edelopal

Siehe Steckbrief Opal.


Verwendung und Bedeutung von Edelopal

Edelopal ist insbesondere ein begehrtes Material für die Herstellung von Schmuck. Um die Opaleszenz zu unterstreichen, wird dabei vorrangig auf Glattschliffe (Cabochonschliff) zurückgegriffen und mit der Grundform gespielt, z.B. tropfenförmig, oval, rund, marquiseförmig, herzförmig oder unregelmäßig-organisch.

Edelopale sind sehr kostbare Mineralien. Abhängig von der Qualität, die bei Opalen über die Intensität der Opaleszenz und den Kontrast selbiger mit der Basisfarbe bestimmt wird, beträgt der Preis von Edelopal zwischen 40 und 450 € pro Karat (1 Karat = 0,2 Gramm).


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Mehr zum Thema Opal:

Quellen:
⇒ De Boodt, Anselmus (1609): De Opale. IN: Gemmarum et Lapidum Historia
⇒ Gregorii, J. G. (1744): Opal. IN: Gemüths vergnügendes historisches Handbuch für Bürger und Bauern
⇒ Wallerius, J. G. (1750): Opal. IN: Mineralogie oder Mineralreich
⇒ Schröter, J. S. (1782): Opal. IN: Lithologisches Real- und Verballexikon, in welchem nicht nur die Synonymien der deutschen, lateinischen, französischen und holländischen Sprachen angeführt und erläutert, sondern auch alle Steine und Versteinerungen ausführlich beschrieben werden. Fünfter Band
⇒ Werner, A. G. (1791): Opal. IN: Ausführliches und systematisches Verzeichniß des Mineralien-Kabinets
⇒ Estner, A. (1795): Edler Opal. IN: Versuch einer Mineralogie. II. Band, 1. Abtheilung, Zirkon-, Diamantspath-, Strontianit-, und Kieselgeschlecht
⇒ Leonhard, G. (1860): Edler Opal. IN: Grundzüge der Mineralogie
⇒ Bauer, M. (1896): Edler Opal. IN: Edelsteinkunde. Eine allgemein verständliche Darstellung der Eigenschaften, des Vorkommens und der Verwendung der Edelsteine, nebst einer Anleitung zur Bestimmung derselben für Mineralogen, Steinschleifer, Juweliere, etc.
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
www.mindat.org - Precious Opal

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