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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 31.08.2020


Coelestin

Coelestin - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: celestine | französisch: célestine


Coelestin Foto
Coelestin

Coelestin und Strontian

Bevor das Mineral Coelestin in der mineralogischen Literatur Erwähnung fand, war es unter dem Namen Strontianit oder Strontian-Erde bekannt.

1797 veröffentlichte der Chemiker Martin Heinrich Klaproth (1743 bis 1817) einen Aufsatz zum Thema „Chemische Untersuchung des schwefelsauren Strontianits, aus Pensilvanien“, wo er ein „blaßhimmelblau(es)“ Mineral aus Franktown in Pennsylvania/USA beschreibt. Namenspate von Strontian ist das gleichnamige Strontian-Gebirge in Schottland.

Der Name Coelestin findet sich ein Jahr später erstmals als Cölestin bei Abraham Gottlob Werner (1749 bis 1817) wieder, der das sogenannte Stronthian-Geschlecht in Stronthian und Cölestin unterscheidet.

Der Name Coelestin wiederum geht auf die häufig vorkommende himmelblaue Farbe des Minerals zurück, auch wenn Coelestin in anderen Farben auftreten kann (lat. caelestis = himmlisch), wie Friedrich Hausmann (Mineraloge und Geologe; 1782 bis 1859) im Jahr 1847 wusste: „Die blauen Farben, welche dem Coelestin nicht selten eigen sind, worauf sich auch der von Werner gewählte Name bezieht, rührt offenbar von einem, auch vermuthlich nur beigemengtem Gehalt von Bitumen her“.


Inhaltsverzeichnis Coelestin


Eigenschaften von Coelestin

Coelestin ist ein Sulfatmineral mit der chemischen Zusammensetzung SrSO4 (Strontiumsulfat).

Die Farbe von Coelestin kann neben blau auch farblos, weiß, gelb, rot, grün oder braun sein, wobei die Farbe von reinem Coelestin farblos ist und die anderen Farben das Resultat von Gitterbaufehlern im Kristall sind.
Die Strichfarbe von Coelestin - die Farbe, die erscheint, wenn ein Mineral über ein unglasiertes Porzellantäfelchen gestrichen wird - ist in allen Fällen weiß.

Das strontiumhaltige Sulfatmineral kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem und bildet tafelige, prismatische und kurzsäulige Kristalle.

Der Bruch von Coelestin ist muschelig-uneben, die Spaltbarkeit ist vollkommen. Coelestin weist einen glasartigen Glanz auf, auf Spaltflächen erscheint der Glanz perlmuttartig. Die Transparenz ist durchsichtig bis durchscheinend.

Coelestin ist ein weiches Mineral, dessen Mohshärte 3 bis 3,5 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem deutschen Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839) beträgt bei einer Dichte 3,96 bis 4 g/cm3.


celestine - Mineral und Kristalle
Coelestin

Entstehung und Verbreitung von Coelestin

Coelestin entsteht vorwiegend hydrothermal in Gängen und Hohlräumen magmatischer Gesteine, kann aber auch aus der Eindunstung von gesättigten Lösungen hervorgehen, ist deshalb auch in Salzlagerstätten, Drusen und Klüften zu anzutreffen.

Dabei werden die Vorkommen von Coelestin beispielsweise von folgenden Mineralien begleitet: Schwefel, Aragonit, Selenit, Dolomit, Calcit, Pyrit und Quarz sein.

Bedeutende Vorkommen von Coelestin befinden sich unter anderem in Grönland; Irland; England; Lettland; Belgien; Lemgo, Eisleben, Staßfurt, Jena, Nordhausen, Giershagen, Obergembeck, Ettringen, Oberwolfach, Kaiserstuhl und Fischbach am Inn/Deutschland; Hüttenberg (Kärnten), Lamming (Steiermark), Leogang (Salzburg)/Österreich; Polen; Bristol/England; Granada/Spanien; Ancona, Agrigento (Sizilien)/Italien; Turkestan; Halbinsel Kola und Archangelsk/Russland; Madagaskar; Tunesien; Kongo; Namibia; Südafrika; Iran; Afghanistan; Kasachstan; China; Australien; Argentinien; Bolivien; Mexiko und in den USA.


celestina - Aufnahme des Minerals
Coelestin

Verwendung und Bedeutung von Coelestin

Coelestin dient vor allem der Gewinnung von Strontium, wird aber auch in der Pyrotechnik eingesetzt, da das Mineral erhitzt aufleuchtet.

Daneben wird Coelestin zu Schmuck verarbeitet, wobei das Mineral aufgrund der geringen Härte mit Kunstharz oder Wachs versiegelt wird.
Ferner findet Coelestin Anwendung in der Alternativheilkunde, indem das Mineral als Heilstein und Chakrastein gehandelt wird, ohne dass die Heilwirkung von Coelestin in wissenschaftlichen Untersuchungen bestätigt wurde.


Nachweis von Coelestin

Coelestin ist in Schwefelsäure löslich. In der Flamme schmilzt das Mineral zu weißen Kugeln zusammen. Coelestin weist eine Thermolumineszenz auf, indem das Mineral bei Erwärmung rot zu glühen beginnt.


Coelestin und ähnliche Mineralien

Aufgrund der Farbe und Form der Kristalle kann Coelestin mit Calcit, Gips, Kryolith und Baryt verwechselt werden.


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Quellen:
⇒ Klaproth, M. H. (1797): Chemische Untersuchung des schwefelsauren Strontianits, aus Pensilvanien. IN: Beiträge zur chemischen Kenntniss der Mineralkörper, Band 2
⇒ Werner, A. G. und Reuss, F. A. (1798): Neues mineralogisches Wörterbuch oder Verzeichniss aller Wörter, welche auf Oryctognosie und Geognosie Bezug haben, mit Angabe ihrer wahren Bedeutung nach des Herrn Berg-Commissions-Rath Werner neuester Nomenclatur
⇒ Werner, A. G. (1817): Abraham Gottlob Werner's Letztes Mineral-System
⇒ Hausmann, J. F. L. (1847): Handbuch der Mineralogie, Zweiter Theil. System und Geschichte der Mineralkörper. Zweiter Band
⇒ Ludwig, C. F. (1803): Ordnung des Strontian. IN: Handbuch der Mineralogie nach A.G. Werner
⇒ Estner, A. (1795): Versuch einer Mineralogie. II. Band, 1. Abtheilung, Zirkon-, Diamantspath-, Strontianit-, und Kieselgeschlecht
⇒ Okrusch, M. und S. Matthes (2009): Mineralogie: Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. Springer Verlag Berlin Heidelberg
⇒ Schumann, W. (2017): Edelsteine und Schmucksteine: alle alle Arten und Varietäten; 1900 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
- www.mindat.org - celestine

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