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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 25.02.2022


Chrysolith

Chrysolith - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: chrysolite


Chrysolith = Goldgrüner Olivin

Mit dem Namen Chrysolith wird im Handel die Olivin-Varietät Peridot bezeichnet, die von kristallklarer Reinheit und strahlend goldgrüner Farbe ist.
Der Name Chrysolith wiederum stammt aus dem Altgriechischen und wird wortwörtlich mit Goldstein übersetzt, wobei die Silbe Chryso für die Vokabel Gold steht, während lithos mit Stein ins Deutsche übersetzt wird.

Eine der ältesten Erwähnungen von Chrysolith findet sich in der Bibel wieder. In einer Beschreibung des Brustschurzes des Hohepriesters Aaron im Exodus 28: 17 bis 21 wird Chrysolith zusammen mit Rubin, Topas, Smaragd, Türkis, Saphir und Jaspis, Hyazinth, Achat und Amethyst sowie Karneol und Onyx als einer von zwölf Steinen aufgeführt, die symbolisch für die zwölf Stämme des damaligen Israels standen.


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1. Ohrstecker mit Chrysolith im Ovalschliff, 2. Ohrstecker mit Chrysolith-Rohstein

Eigenschaften von Chrysolith

Peridot, Olivin und Chrysolith sind keinesfalls Synonyme für ein und dasselbe Mineral. In der Mineralogie wird als Olivin eine Gruppe von Mineralien definiert – die sog. Olivingruppe, die sich durch eine vergleichbare chemische Zusammensetzung auszeichnen und deren wesentlicher Unterschied der jeweilige Eisen- und Mangangehalt ist.

Neben Fayalit und Forsterit ist Peridot eine der bekanntesten Olivin-Varietäten, die – wenn von besonders klarer Farbe und ohne die Reinheit beeinträchtigenden Einschlüssen – als Chrysolith gehandelt wird.


Tabelle: Mineralogische Eigenschaften von Chrysolith
EigenschaftBeschreibung
Chemische Zusammensetzung (Mg,Fe)2SiO4
Mineralklasse Silikatmineral
Farbe grün
Strichfarbe weiß
Glanz glasartig
Transparenz durchsichtig bis durchscheinend
Bruch muschelig
Spaltbarkeit vollkommen
Mohshärte 6,5 bis 7
Dichte 3,27 bis 3,37 g/cm³


Die farbgebenden Elemente von Chrysolith sind Eisen und Mangan, sodass ein höherer Eisenwert das Mineral grüner wirken lässt, während mehr Mangan für ein deutlich gelbstichigeres Grün sorgt.

Dadurch präsentiert sich Chrysolith mit einer Farbvielfalt, die vom typischen Peridot- bzw. Olivgrün bis hin zu apfelgrün, flaschengrün und goldgrün reicht – vergleichbar mit der Farbe von Chrysopras, Prasem/Grüner Amethyst und Chrysoberyll.

Chrysolith ist ein mittelhartes Mineral, dessen Mohshärte mit der von Quarz (u.a. Rosenquarz, Amethyst, Citrin, Bergkristall und Achat) verglichen werden kann. In der Mineralogie wird die Härte von Mineralien nach der 10-stufigen Skala von Friedrich Mohs (1773 bis 1839) bewertet, wobei die Mohshärte 1 für sehr weiche Mineralien und Mohshärte 10 für das härteste aller bekannten Mineralien, Bsp. Diamant, steht.
In der Vergangenheit wurden alle Mineralien, deren Mohshärte weniger als 7 betrug, als Halbedelstein bezeichnet, die darüber als Edelstein. Da dem Begriff Halbedelstein ein wertminderndes, weniger wertvolles Image anhaftet, hat sich stattdessen seit einiger Zeit der Name Schmuckstein eingebürgert.


Böhmischer Chrysolith

Auch wenn der Name Böhmischer Chrysolith die Vermutung aufkommen lässt, eine besondere regionale Rarität zu sein, handelt es sich dabei um Moldavit.

Moldavit ist ein sogenanntes Gesteinsglas, d.h. ein Gestein, bei dem keine kristallinen Strukturen erkennbar sind, die wiederum Ausdruck der Entstehung sind.
Moldavit - benannt nach dem Fundort an der oberen Moldau in Böhmen/Tschechien - sind von flaschen- bis peridotgrüner Farbe und entstanden infolge des Aufpralls eines Meteoriten, im Konkreten der Meteorit, der vor 15 Mio. Jahren im Nördlinger Ries einschlug. Durch die damit einhergehenden hohen Druck- und Temperaturverhältnisse wurden die Gesteine der Umgebung aufgeschmolzen und in die Luft geschleudert, bis diese über viele Hundert Kilometer Entfernung wieder auf der Erdoberfläche landeten. Der enorme Unterschied zwischen der Schmelztemperatur und der Luft der Umgebung sorgte dafür, dass das Gestein nicht langsam erkalten und auskristallisieren konnte und nun als amorphes Glas vorliegt.


Verbreitung und Entstehung von Chrysolith

Chrysolith ist Mineral, das der Entstehung nach zu den magmatischen Mineralien zählt, d.h. Chrysolith kristallisiert aus vulkanischen Gesteinsschmelzen und ist deshalb u.a. in Basalt, Gabbro und Peridotit als mineralischer Bestandteil enthalten.

Die bedeutendsten Chrysolith-Vorkommen befinden sich in Island, Norwegen, Frankreich, Eifel und Siebengebirge/Deutschland, Österreich, Kanarische Inseln/Spanien, Italien, Russland, Pakistan, China, Australien, Brasilien und in den USA.


Verwendung und Bedeutung von Chrysolith

Chrysolith hat sich vor allem einen Namen in der Schmuckbranche gemacht. Der unverwechselbare Grünton harmoniert sowohl mit Gold als auch Silber, wird als Solitär verarbeitet, aber auch in Kombination mit anderen Farbedelsteinen in Szene gesetzt.

Aufgrund der hohen Reinheit von Chrysolith wird das grüne Mineral bevorzugt in Facettenschliffen angeboten, besonders häufig sieht man Tropfenschliff, Marquiseschliff, Rundschliff und Ovalschliff.

Daneben hat die Alternativheilkunde Chrysolith als Stein für sich entdeckt, wobei die Heilwirkung von Chrysolith – sowohl als Heilstein, Wasserstein oder Chakrastein (Herzchakra) – in wissenschaftlichen Untersuchungen nicht belegt werden konnte.


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Quellen:
⇒ Wallerius, J. G. (1778): Systema mineralogicum, Band 1
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
- www.mindat.org - peridot

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