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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 25.02.2022


Chiastolith

Chiastolith - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: chiastolite

chiastolith Foto
Andalusit-Varietät Chiastolith

Chiastolith und Kreuzstein

Der Namen Kreuzstein wird erstmals in der mineralogischen Literatur im Jahr 1805 erwähnt. Der Mineraloge Dietrich Ludwig Gustav Karsten definiert Chiastolith seinerzeit als Mineral, "dessen Krystalle in ihm zerstreut liegen".

Der Name Chiastolith ist griechischen Ursprungs und auf die Ähnlichkeit der im Mineral bestehenden, kreuzförmigen Verwachsungen mit dem griechischen Buchstaben Chi (x) zurückzuführen. Mitunter wird Chiastolith aufgrund der kreuzähnlichen Ausprägung auch als Kreuzstein oder Lapis crucifer bezeichnet.


Eigenschaften von Chiastolith

Das Mineral Chiastolith besteht aus Al2SiO5 und wird der Mineralklasse der Silikatminerale zugeordnet.
Ferner handelt es sich bei Chiastolith um eine Varietät von Andalusit.

Die Farbe von Chiastolith reicht von hell- bis dunkelbraun (vergleichbar mit dem Braun von Tigerauge) zu grau.
Das für Chiastolith typische, vom Zentrum des Minerals ausgehende Kreuz ist dunkler: dunkelgrau oder schwarz. Der Grund für die charakteristische Zeichnung von Chiastolith sind Einlagerungen von Kohlenstoff oder Graphit.
Die Strichfarbe ist dennoch weiß.

Chiastolith kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem und bildet säulige, an den Kanten gerundete Kristalle. Das Kreuz kommt häufig erst zutage, wenn das Mineral aufgesägt wird.

Der Glanz von Chiastolith ist matt bis glasartig, die Transparenz ist undurchsichtig. Der Bruch ist muschelig bis uneben, die Spaltbarkeit ist vollkommen.

Die Mohshärte von Chiastolith beträgt 6,5 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839) bei einer Dichte von 3,1 bis 3,2 g/cm³.


andalusite - Mineral und Kristalle
Chiastolith

Entstehung und Verbreitung von Chiastolith

Chiastolith entsteht unter kontaktmetamorphen Bedingungen, indem heiße, aus dem Erdinneren aufdringende Gesteinsschmelzen bereits bestehendes Gesteinsmaterial und die darin vorhandenen Minerale in ihrer Zusammensetzung und im Bestand verändern.

Im Fall von Chiastolith sind es vor allem Tonschiefer, die im Zuge der Kontaktmetamorphose verändert werden. Währenddessen kommt es auch zur Einlagerung des kreuzförmig ausgerichteten Graphits oder kohlenstoffhalter Substanzen.

Begleitet werden die Vorkommen von Chiastolith neben Quarz auch von den Glimmermineralen Muskovit und Biotit.

Nennenswerte Vorkommen von Chiastolith befinden sich zum Beispiel in Schottland, England, Frankreich, Spanien, Russland, Indien, Japan, China, Australien sowie in den USA.

Verwendung und Bedeutung von Chiastolith

Aufgrund der besonderen Zeichnung – dem Kreuz in der Mitte des Minerals – ist Chiastolith vor allem als polierter Schmuckstein von Bedeutung, wird aber auch als Heilstein verkauft, ohne dass die Heilwirkung von Chiastolith in wissenschaftlichen Untersuchungen bestätigt werden konnte.


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Quellen:
⇒ Reuss, F. A: und D. L. G. Karsten (1805): Lehrbuch der Mineralogie nach des Herrn O.B.R. Karsten mineralogischen Tabellen
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
www.mindat.org - Chiastolite

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