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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 23.03.2020


Boulder-Opal

Boulder-Opal - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: boulder opal | französisch: boulder opale


Opal
Boulder-Opal

Boulder-Opal - Die edelste Form von Quarz

Der Name Boulder-Opal (alt. Boulder-Matrix-Opal) steht für in den Farben des Regenbogens schillernde Opale, die als feine Risse oder Adern bzw. größere Ausbildungen im gelbbraunen, limonitischen Muttergestein bzw. der Matrix, aber auch anderen Gesteinen verwachsen sind.
Der Begriff Boulder ist keine Herkunftsbezeichnung, auch wenn Boulder-Opale oftmals mit australischen Opalen gleichgesetzt werden. Vielmehr bezieht sich die Bezeichnung Boulder auf die Entstehung bzw. das Vorkommen des Minerals in größeren Gesteinen. Boulder wird aus dem Englischen mit Felsbrocken übersetzt.


Inhaltsverzeichnis Boulder-Opal


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Eigenschaften von der Boulder-Opal

Boulder-Opale sind wie andere Opale auch eine Varietät von Quarz.
Die Quarzgruppe wird neben Opal unter anderem auch von den Mineralien Amethyst, Citrin, Bergkristall, Rauchquarz, Rosenquarz und Tigerauge repräsentiert. Im Vergleich zu anderen Quarzen weisen Boulder-Opale zwei wesentliche Unterschiede auf: die amorphe Kristallstruktur und der Kristallwassergehalt.
Im Gegensatz zu makro- und mikrokristallinen Quarzen bilden Opale keine Kristalle aus, sondern liegen mehr oder weniger als derbe Masse vor, da die mineraleigenen Atome keine geordnete Struktur innehaben.

Dass Opale zu den kristallwasserhaltigen Mineralien zählen, wird insbesondere im Laufe der Jahre bei falscher Lagerung deutlich. Das Mineral verblasst nicht nur und wird spröde und rissig, auch die Leuchtkraft der Farben verringert sich, wenn Opale hohen Temperaturen ausgesetzt werden, die den Verlust von Kristallwasser fördern. Dementsprechend variiert der Kristallwassergehalt zwischen 9 und 20 %, genau wie die Dichte von Opalen.

Tabelle: Die Eigenschaften von Boulder-Opal
EigenschaftBeschreibung
Chemische Zusammensetzung SiO2·nH2O
Mineralklasse Oxidmineral
Farbe weiß, blau, rosa, grün, gelb, orange, rot in einem
Strichfarbe weiß
Kristallsystem
  • amorph
  • Adern oder als Rissfüllung
  • derbe, massige Aggregate
Glanz wachs- bis glasartig
Transparenz durchsichtig bis durchscheinend und undurchsichtig
Bruch splittrig, muschelig
Spaltbarkeit keine
Mohshärte 5,5 bis 6,5
Dichte 1,98 bis 2,5 g/cm³


Die Opaleszenz von Boulder-Opal

Unter dem Begriff Opaleszenz wird das irisierende Farbspiel von Opalen in Blau, Rosa, Rot, Gelb, Orange, Grün und Weiß verstanden.

Die Ursache sind mikroskopische kleine Siliciumdioxidkügelchen, die in der Kieselgelmatrix des Opals eingebettet sind. Abhängig von der Größe der Kügelchen opalisiert das Mineral verschieden. Während kleinere Kügelchen ein bläuliches Farbenspiel erzeugen, wirkt der Opal mit größeren Kügelchen rot, rosa, gelb, orange, grün und weiß.

Allerdings weisen nicht alle Opale eine ausgeprägte Opaleszenz auf. Lediglich Edelopale wie Boulder-Opale opalisieren; gemeine Opale wie Milchopal und Hyalit werden trotz fehlendem Irisieren aufgrund der chemischen Zusammensetzung trotzdem zu den Opalen gezählt.


Farbveränderung von Boulder-Opal

Boulder-Opale gehören zu den wenigen Mineralien, deren Farbe nicht nachträglich verändert oder anderweitig verändert wird.

Das gängiste Verfahren - das Brennen von Mineralien kann bei Boulder-Opalen aufgrund der Hitzezufuhr im Gegensatz zu anderen Quarzen nicht angewendet werden. Einhergehend mit den hohen Temperaturen würde das Kristallwasser entweichen und der Stein verblassen und zusätzlich spröde, rissig oder brüchig werden.

Stattdessen wird bei Boulder-Opalen darauf gesetzt, die Farbe durch eine dunklere Lage zu intensivieren, bspw. in Form von Folie oder Resin, die an die Unterseite des geschliffenen bzw. polierten Boulder-Opals angebracht wird. In der Gemmologie werden derartige Steine als Dubletten oder zusammengesetzte Steine bezeichnet. Eingesetzt in Schmuck erstrahlt der Boulder-Opal in kräftigen Farben und die Fassungen verdecken die zusammengeklebten Stellen.


Entstehung und Verbreitung von Boulder-Opal

Boulder-Opale werden entstehungsbedingt den Sekundärmineralien zugeordnet, die aus der Zersetzung anderer Mineralien oder kieselsäurehaltiger Substanzen hervorgehen.

Ein Großteil aller Opale entsteht, indem magmatische Gesteine (z.B. vulkanische Gläser, Tephrit, Dacit oder Rhyolith), aber auch Sedimentgesteine wie Sandstein durch heiße, mineralstoffreiche Lösungen, sog. Fluide, gänzlich oder teilweise zersetzt werden. Zunächst bildet sich ein wasserhaltiges Kieselsäuregel, das aufgrund der Konsistenz in feineste Gesteinsritzen oder Hohlräume eindringen kann. Nach und nach verdunstet der Wasseranteil des Gels, sodass ein festes Mineral entsteht. Ähnlich verläuft die Entstehung aus biogenen Materialien, die als Kieselsäurelieferant dienen, bspw. Holz, Radiolarien oder Diatomeen, sodass Versteinerungen bzw. Fossilien wie versteinertes Holz oder Donnerkeile opalisiert sein können.

Auch wenn Limonit als das Muttergestein von Boulder-Opalen gilt, kann das kristallwasserhaltige Mineral ebenso in Quarzit, Rhyolith, Andesit oder Basalt vorkommen, wie Funde von Boulder-Opale aus Honduras und Mexiko belegen.

Die meisten Boulder-Opale stammen aus Australien. Die Entdeckung geht auf den australischen Juwelier Herbert Bord zurück, der 1875 die ersten Boulder-Opale fand. Alsbald begann der Abbau des Minerals in großem Maßstab. Vor allem die Region um Opalton, Koroit, Longreach, Yowah und Quilpe in Queensland/Australien hat sich international einen Namen als Hauptstadt der Opale gemacht. Weitere Boulder-Opal-Vorkommen wurden in São Geraldo do Araguaia/Brasilien, Honduras, Mexiko sowie Vernon in Kanada ausfindig gemacht.


Verwendung und Bedeutung von Boulder-Opal

Boulder-Opal und Schmuck

Seit der Entdeckung der ersten Boulder-Opale in Australien hat sich das Mineral einen Namen in der Schmuckbranche. In den Jahren zuvor galten Opale aus der Slowakei als die begehrtesten Opale der Welt. Die Ressourcen und das Farbenspiel konnte jedoch nicht mit den reichhaltigen Vorkommen der australischen Boulder-Opale mithalten.

Bei der Bearbeitung von Boulder-Opal wird sich vor allem auf die Betonung der Opaleszenz konzentriert, die am besten mit Glattschliffen, bspw. als Cabochon, zur Geltung kommt.

Einige Boulder-Opale werden aber auch als Rohstein angeboten, der als Kettenanhänger einfach gebohrt wird.

Dass Opale und damit auch Boulder-Opale als Schmuckstein derart große Popularität genießen, ist nichtzuletzt den Juwelieren von Amerika zu verdanken. Im Jahr 1912 erstellten sie eine Liste von Steinen, die jedem Monat im Jahr zugeordnet werden und auch als Geburtssteine bekannt sind. Bei der Auswahl fokussierten sich die US-amerikanischen Juweliere auf Steine, die für die Herstellung von Schmuck von besonderem Interesse sind und die u.a. auch zu den exklusivsten Edelsteinen der Welt zählen. Für den Monat Oktober kürten sie den Opal zum Stein des Monats.


Heilstein Boulder-Opal

Außerdem werden Boulder-Opale als Heilsteine verkauft, ohne dass die Heilwirkung von Boulder-Opal auf die Gesundheit von Körper und Seele in wissenschaftlichen Untersuchungen bestätigt werden konnte.


Auch interessant:
Opalit, Kyocera-Opal und Inamori-Opale – Künstliche Opale
Schwarzer Opal
Perlmutt - Die Mutter der Perle


Quellen:
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
- Hsu, T.,Lucas, A. and Pardieu, V. (2017): Queensland Opal Fields: Home of the Unique Australian Boulder Opal
- Wise, R.W. (1993): Queensland Boulder Opal. In: GEMS & GEMOLOGY, Spring 1993
- www.mindat.org - Boulder Opal

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