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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 18.09.2020


Boleit

Boleit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: boleite | französisch: boléite


Das Mineral Boleit wurde erstmals im Jahr 1891 in der mineralogischen Literatur beschrieben. In den Ausführungen über "Sur une nouvelle espèce minérale, la boléite" gehen der Kristallograph François Ernest Mallard (1833 bis 1894) und Mineraloge Edouard Cumenge (1828 bis 1902) auf die Eigenschaften und die chemische Zusammensetzung des in der Bergbaustadt Boléo auf der Halbinsel Baja California im Westen von Mexiko entdeckten Minerals ein, das sie in Anlehnung an die Typolokalität Boleit nannten.


Eigenschaften von Boleit

Boleit, bestehend aus Pb26Ag10Cu24Cl62(OH)48 · 3H2O, wird der Zusammensetzung wegen der Systematik der Minerale nach den Haliden zugeordnet.

Boleit ist von intensiv leuchtend blauer Farbe, ähnlich wie Azurit oder Lapislazuli, kann aber auch dunkelblau oder blau mit einem Stich ins Grüne gehend sein.
Die Strichfarbe von Boleit ist blau.

Boleit kristallisiert im kubischen Kristallsystem, bildet oktaedrische und würfelartige Kristalle.

Die Transparenz von Boleit ist durchsichtig bis durchscheinend, der Glanz ist glasartig, auf frischen Spaltflächen auch perlartig. Der Bruch ist uneben, die Spaltbarkeit ist vollkommen.

Die Mohshärte von Boleit beträgt 3 bis 3,5 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839) bei einer Dichte von 5,04 bis 5,1 g/cm³.


Entstehung und Verbreitung von Boleit

Boleit ist ein Sekundärmineral, das als infolge von Oxidationsvorgängen in kupfer- und bleihaltigen Erzlagerstätten hervorgeht.

Dabei ist Boleit unter anderem mit Azurit, Malachit, Atacamit, Pseudomalachit, Cuprit, Cumengeit, Anglesit, Gips, Cerussit und Phosgenit vergesellschaftet.

Neben den Vorkommen in Mexiko sind weitere Boleit-Fundorte selten, bspw. zu finden in England; Frankreich; Goslar/Deutschland; Italien; Griechenland; Iran; Australien; Chile und in den USA.


Bedeutung und Verwendung von Boleit

Aufgrund der Seltenheit ist Boleit – trotz der Silber-, Kupfer- und Bleigehalte - allenfalls für Sammlungen interessant.


Nachweis von Boleit

Boleit ist in Salpetersäure löslich und schmilzt in der offenen Flamme, begleitet von knisternden Geräuschen und Abgabe von Kristallwasser.


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Quellen:
⇒ Mallard, F. und Cumenge, E. (1891): Sur une nouvelle espèce minérale, la boléite. IN Comptes rendus hebdomadaires des séances de l’Académie des sciences de Paris
⇒ Schumann, W. (2017): Edelsteine und Schmucksteine. Alle Arten und Varietäten. 1900 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
- www.mindat.org - boleite

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