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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 26.09.2022


Bodeachat

Bodeachat - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

bodeachat.png Foto
Bild 1: blauer Bodeachat


Blaue Schlacke aus der Bode

Bodeachate sind Schlacken mit einer achatähnlichen Bänderung , die im Fluss Bode in Sachsen-Anhalt gefunden wurden/werden und Zeugnis der Eisenverarbeitung im Harz aus längst vergangenen Tagen sind.

Der Name Bodeachat wiederum wird erstmals im Jahr 1988 von dem Historiker Manfred Oelsner (1932 bis 2002) in einer Beschreibung des Bodetals verwendet.

Mitunter werden die graublauen Steine auch als Sieberachat bezeichnet - angelehnt an die Vorkommen im Siebertal.


Eigenschaften von Bodeachat

Die für Bodeachat typisch blaugraue, blaue, grünblaue bis grüne Farbe wird ursächlich mit den Eisen- und Kupfergehalten der Schlacke begründet.

Das besondere Kennzeichen von Bodeachat sind Bänderungen und Muster, weshalb die Gefahr der Verwechslung mit echten Achaten besteht - nicht zuletzt auch aufgrund des irreführenden Namens - auch wenn mineralogisch bzw. auf chemischer Sicht keine "Verwandtschaft" mit dem Quarzmineral Achat besteht. (Anm.: im Handel gibt es blauen Achat zu kaufen, der allerdings das Resultat einer nachträglichen Farbbehandlung mit Kaliumferrocyanid und Eisenvitriol ist).

Bodeachate zeichnen sich durch ein kompakt-dichtes Gefüge aus, das teilweise auch porenartig ist.
Der Entstehung wegen ist Bodeachat von von rundlicher Gestalt sowie undurchsichtiger
Transparenz bei mattem bis glasartigem Glanz.

Als Mineral sind Bodeachate weltweit von der International Mineralogical Association (IMA) dennoch nicht anerkannt, da diese nicht natürlichen Ursprungs sind, sondern ein Nebenprodukt der Verhüttung von Erzen.


sieberachat.png - Mineral und Kristalle
Bild 2: Poren im Bodeachat


Entstehung und Verbreitung von Bodeachat

Bodeachate werden zu den Schlacken gezählt, die ihrerseits das Ergebnis der Metallverhüttung darstellen.

Im Zuge von Schmelzprozessen werden die Erze in erzhaltigen Gesteinen vom Muttergestein getrennt. Durch gleichzeitigen Kontakt mit salzhaltigem Kühlwasser entsteht aus der Schmelze eine Schlacke, die je nach Zusammensetzung des Ausgangsgesteins reich an Calcium, Magnesium, Silicium und Aluminium sind. Begleitend können geringe Mengen an Kupfer oder Eisen vorhanden sein.

Im Fall vom Bodeachat gelangten diese Schlacken in die Bode, wurden im Kontakt mit zirkulierendem Wasser und im Flussbett vorhandenen Kieselsteinen zu kantengerundeten Bodeachaten getrommelt.

Die Vorkommen von Bodeachaten konzentrieren sich auf den Bereich der Bode bei Treseburg im Bodetal (Harz), wo bereits seit dem 15. Jahrhundert Eisen gewonnen wurde, später auch Kupfer.


Bedeutung und Verwendung von Bodeachaten

Bodeachate sind insbesondere bei Mineraliensammlern begehrt.


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Quellen:
⇒ Muspratt, S. (1860): Theoretische, praktische und analytische Chemie in Anwendung auf Künste und Gewerbe. Encyklopädie der technischen Chemie
⇒ Geologisches Jahrbuch Mineralogie, Petrographie, Geochemie, Lagerstättenkunde · Ausgaben 31 – 32 (1979)
⇒ Oelsner, M. (1988): Bodetal. Thale, Treseburg, Altenbrak, Wendefurth, Rübeland, Königshütte, Tanne, Benneckenstein, Hasselfelde, Trautenstein
⇒ Zeitschrift für angewandte Geologie Band 35 (1989)
www.bodetal.de
www.hochharz.com

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