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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 05.09.2023


Aventurin

Aventurin - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: aventurine | französisch: aventurine


Aventurin und Aventurinquarz

Aventurin: Der zufällig gefundene Stein. So wird der Name Aventurin aus dem Italienischen übersetzt. Der Name steht in engem Zusammenhang mit dem Zeitpunkt der Entdeckung des Minerals.

Im 17. Jahrhundert stellten Glasmacher in Venedig/Italien künstliche Edelsteine her, die aus aus metallisch schimmernden, farbigen Glas bestanden. Das Produkt wurde unter dem Namen Goldfluss oder Aventuringlas bekannt und wird auch heute noch in grün, gelb, orange, rot, violett oder blau produziert. Kurze Zeit später wurde per Zufall das Mineral Aventurin entdeckt, das aufgrund der Ähnlichkeit zu Goldlfluss bzw. Aventuringlas den Namen Aventurin oder Aventurinquarz erhielt.



aventurin Foto
Bild 1: Aventurin


Eigenschaften von Aventurinquarz

Der Name Aventurinquarz verdeutlicht bereits, zu welcher Gruppe von Mineralien Aventurin gezählt wird: Aventurin ist eine Varietät von Quarz. Wie andere Vertreter der Quarzgruppe (z.B. Bergkristall, Rosenquarz, Amethyst, Tigerauge) besteht Aventurinquarz aus SiO2 und wird in die in der Mineralogie gängige Mineralklasse der Oxide eingeordnet.

Die Farbe von Aventurin ist sehr abwechslungsreich. Das Mineral kommt in der Natur in braunen, rötlichen, bläulichen oder grünlichen Farbtönen vor; immer durchsetzt von einen metallischen Schimmern . oder mit den Worten von Johann Georg Krünitz (1728 bis 1796; Lexikograph und Arzt): "ein gelbbrauner oder röthlicher Edelstein, welcher aussieht, als ob er voller Goldflitter wäre", was wiederum auf das Vorhandensein von mikroskopisch kleinen Einschlüssen anderer Minerale im Aventurin zurückzuführen ist.
Das grüne Glimmermineral Fuchsit bewirkt, dass Aventurinquarz grün wird und im Mineral enthaltener Goethit oder Hämatit lässt Aventurinquarz bräunlich, rot, orange bis goldfarben schillern, während das blaugraue Mineral Krokydolith entsprechend blaue bis graue Farben erzeugt.
Der Mineraloge Max Bauer (1844 bis 1917) stellte bei Untersuchungen von Aventurin unter dem Mikroskop zudem fest, das der Schiller um so intensiver ist, desto gleichmäßiger die Einschlüsse sind.
Die Strichfarbe von Aventurin - die Farbe, die sich zeigt, wenn ein Mineral über ein unglasiertes Porzellantäfelchen gestrichen wird - ist dennoch weiß.

Aventurinquarz kristallisiert dem trigonalen Kristallsystem folgend. Das Mineral kommt vorwiegend in Form derber Massen vor, die eine schichtartige Schieferung – wie z.B. auch Kyanit – aufweisen können. Der Glanz des Silikatminerals ist glasartig bis metallisch – bedingt durch die mineralischen Einschlüsse. Die Transparenz von Aventurin ist undurchsichtig bis durchscheinend. Der Bruch ist muschelig bis uneben, die Spaltbarkeit ist nicht vorhanden.

Die Mohshärte von Aventurin schwankt mit den eingewachsenen Mineralen zwischen 5,5 und 7 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839) bei einer Dichte von 2,6 g/cm3.

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Entstehung und Verbreitung von Aventurin

Aventurin entsteht, wenn kieselsäurehaltige Lösungen auskristallisieren, in die gleichzeitig feinste Schüppchen der oben aufgeführten Mineralien eingeschlossen werden.

Die weltweiten Vorkommen von Aventurinquarz beschränken sich auf wenige Fundorte, darunter unter anderem in Deutschland, Österreich, Südafrika, Indien, China, Japan und in den USA, wobei als Fundort von Aventurin in Deutschland neben der Grube Clara in Oberwolfach/Baden-Württemberg auch Johanngeorgenstadt in Sachsen bekannt sind.
Max Bauer hob in seinen Beschreibungen über Aventurin im Besonderen die Vorkommen nahe des Berges Taganai im Ural sowie in der Umgebung von Jekaterinenburg hervor, wo Aventurin in großen Mengen abgebaut wurde. Die schönsten Aventurine stammen seiner Meinung nach allerding auch Indien.


Verwendung und Bedeutung von Aventurin

Aventurinquarz war bereits vor mehr als 200 Jahren ein begehrter Stein zur Herstellung von Schmuck. "Ohrgehänge", "Ring- und Nadelsteine, Broschen und Manschettenknöpfe" wurden laut Bauer (1896) aus Aventurin gefertigt. In weitaus größeren Dimension diente Aventurin auch zu Herstellung von "Vasen und Tischplatten" (Leonhard, 1851) und als "Schnupftobaksdosen" sowie "Gehäuse von Taschenuhren" (Krünitz, 1782).

Heute wird Aventurin nach wie vor zu Schmuck (Ohrringe, Armbänder, Anhänger/Donuts, Ringe, Ketten) verarbeitet.

Da der feine metallische Schimmer von Aventurinquarz am besten in glatt polierten Oberflächen zur Wirkung kommt, gibt es den Stein vorrangig zu Perlen, flachen Donuts oder Trommelsteinen oder als Cabochon zu kaufen.

Daneben wird Aventurin als Chakrastein und Heilstein angeboten, wobei die Heilwirkung von Aventurinquarz in klinischen Studien nicht bestätigt werden konnte.


Nachweis von Aventurinquarz

Aventurin ist in Flußsäure löslich.

Aventurin und Jade

Der Name Jade ist der Oberbegriff für die beiden Mineralien Jadeit und Nephrit, wobei Jadeit Aventurin optisch sehr ähnlich ist. Beide Mineralien können den begehrten grünen Farbton aufweisen, unterscheiden sich aber wesentlich hinsichtlich einiger Eigenschaften.

Ein Unterschied ist die Zusammensetzung. Die chemische Formel von Jadeit lautet: NaAlSi2O6. Jadeit ist demnach ein Silikatmineral, während Aventurin ein Oxidmineral ist.

Die Härte von Jadeit (6,5 bis 7) und Aventurin ist vergleichbar, auch wenn infolge von mineralischen Einschlüssen die Mohshärte von Aventurin schwankt.

Jadeit ist mit einer Dichte von 3,2 bis 3,4 g/cm3 geringfügig schwerer. Ein weiteres Merkmal zur Unterscheidung von Aventurin und Jadeit ist der Glanz. Der Glanz von naturbelassenem Aventurin ist metallisch bis glasartig. Jadeit zeichnet sich durch einen wachsartigen bis matten Glanz aus, der im polierten Zustand auf glasartig gesteigert werden kann.
Ebenfalls unterschiedlich ist die Entstehung. Aventurin ist ein Mineral magmatischen Ursprungs, Jadeit hingegen entsteht unter metamorphen Bedingungen.

Nicht zuletzt unterscheiden sich beide Mineralien hinsichtlich der Löslichkeit in Säuren. Aventurin ist wie alle Quarze in Flusssäure löslich; Jadeit löst sich in keiner Säure auf.

Aventurinquarz und Aventurin-Feldspat

Aventurin ist nicht mit dem Feldspat-Mineral Oligoklas zu verwechseln, das bisweilen unter dem Handelsnamen Aventurin-Feldspat oder Sonnenstein geführt wird.


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Auch interessant:


Tab. 1: Die Farben bekannter Quarzmineralien
MineralFarbe
Achat weiß, grau, schwarz, orange, braun, rot und grün
Amethyst hellrosa, rotviolett und violett
Ametrin gelb und violett in einem
Aventurin braun, rot, blau und grün
Bergkristall farblos
Blauquarz hell-, mittel und dunkelblau
Citrin gelb bis orange
Eisenkiesel gelb, rotbraun oder braun
Falkenauge bläulich,dunkelgrau oder -grün
Jaspis rot, braun, gelb, grün oder gräulich
Karneol orange-rot, rot bis rotbraun 
Milchquarz weiß
Onyx schwarz und schwarz-weiß gebändert
Opal regenbogenfarben-schillernd
Prasem lauchgrün
Prasiolith lauchgrün, mittel- bis graugrün
Rauchquarz hell- bis dunkelbraun, grau und schwarz
Rosenquarz zart- über intensivrosa bis pfirsichfarben
Tigerauge  goldgelb bis goldbraun

Quellen:
⇒ Krünitz, J. G: (1782): Avanturine. IN: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats-, Stadt-, Haus- u. Landwirthschaft in alphabetischer Ordnung
⇒ Leonhard, C. C. (1851): Aventurin. IN: Mineralogie und Geognosie, oder, Naturgeschichte des Steinreichs
⇒ Kluge, K. E. (1860): Avanturin. IN: Handbuch der Edelsteinkunde für Mineralogen, Steinschneider und Juweliere
⇒ Doelter y Cisterich, C. A. (1893): Avanturinquarz. IN: Edelsteinkunde. Bestimmung und Unterscheidung der Edelsteine und Schmucksteine. Die künstliche Darstellung der Edelsteine
&rArr, Bauer, M. (1896): Avanturin. IN: Edelsteinkunde. Eine allgemein verständliche Darstellung der Eigenschaften, des Vorkommens und der Verwendung der Edelsteine, nebst einer Anleitung zur Bestimmung derselben für Mineralogen, Steinschleifer, Juweliere, etc
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
www.mindat.org - Aventurine

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