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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 31.10.2020


Apatit

Apatit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: apatite | französisch: apatite


Inhaltsverzeichnis Apatit


Apatit - Ein Mineral mit vielen Farben

Der Name Apatit ist griechischen Ursprungs und wird mit trügerischer Stein übersetzt. Namensgeber ist der deutsche Mineraloge Abraham Gottlob Werner (1749 bis 1817), der die Wahl des Namens bzw. die Bedeutung „Trügling“ wie folgt begründet: „weil es bisher alle Mineralogen in seiner Bestimmung irre geführt hatte“ (Werner, 1788). Tatsächlich weist Apatit eine enorme auf, sodass Apatit insbesondere mit Quarz, Turmalin und Beryll verwechselt werden kann.



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Eigenschaften von Apatit

Apatit ist der Name einer Gruppe von Mineralien mit vergleichbarer chemischer Zusammensetzung, die sich in Hinblick auf das Fehler bzw. Vorhandensein von Chlor oder Fluor voneinander unterscheiden. Die standardisierte chemische Zusammensetzung wird mit Ca5(PO4)3(F,Cl,OH)angegeben, weshalb Apatit der Mineralklasse der Phosphate, Arsenate und Vanadate zugeordnet wird. Im Speziellen werden folgende Mineralien zur Apatit-Gruppe gezählt:

  • Fluorstraphit
  • Karbonathydroxylapatit
  • Karbonatapatit
  • Fluorapatit
  • Chlorapatit
  • Hydroxylapatit.

Apatit kristallisiert dem hexagonalen Kristallsystem folgend. Die Kristalle sind tafelig, prismatisch, sowohl kurz- wie auch langsäulig. Ein besonders Merkmal der Kristalle sind abgerundeten Kanten und die in Längsrichtung verlaufenden Streifen auf den Kristallen. Die Aggregate können körnig, nierig, traubig, kugelig, erdig oder massig sein.

Apatit zeichnet sich durch einen glasartigen Glanz, auf frischen Spaltflächen auch fettigen Glanz, bei durchsichtiger, durchscheinender bis undurchsichtiger Transparenz aus. Vor allem Einlagerungen von Chlorit, Glimmer/Mica, Talk, Quarz, Wolframit und Markasit beeinträchtigen die Reinheit von Apatit – können aber auch optisch interessante Effekte hervorrufen, wie bspw. Beim Apatit-Katzenauge. Der Lichteffekt von Apatit-Katzenaugen erinnert an die schlitzartigen Pupillen von Katzen in der Dunkelheit und wird insbesondere bei blaugrünen bis grünen Apatiten beobachtet.
Der Bruch von Apatit ist muschelig bis uneben, die Spaltbarkeit ist unvollkommen.

Die Mohshärte von Apatit beträgt 5 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem deutschen Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839).
Als Mohs 1822 seine Mohsskala präsentiert, führte er Apatit als Referenzmineral für die Mohshärte 5 auf. Auch heute noch wird in Härteskalen nach Mohs zur Bestimmung der Härte von Mineralien Apatit als Vergleichsmineral verwendet.
Aufgrund der Härte wird Apatit als Schmuckstein, in der Vergangenheit Halbedelstein, definiert. Lediglich Mineralien, deren Mohshärte höher als 7 ist, werden als Edelstein bezeichnet. Um das wertmindernde Image des Begriffs Halbedelstein zu umgehen, wurde die Bezeichnung Schmuckstein eingeführt.
Die Dichte von Apatit wird mit 3,12 bis 3,22 g/cm³ angegeben.


Die Farbe von Apatit

Die Farbe von Apatit ist sehr abwechslungsreich. „Die Krystalle sind farblos, oder lauchgrün, berggrün, violblau, schwach rosenroth gefärbt; nicht selten mehrfarbig, z.B. violblau in der Mitte und berggrün an den Rändern, oder die eine Hälfte grau, die andere roth (...)“ erkannte 1874 der Mineraloge August Frenzel (1842 bis 1902).

Die Abstufungen der einzelnen Grundfarben von Apatit – farblos, weiß, gelb, grün, rosa, blau, violett und braun sind derart vielgesichtig, dass die Verwechslung mit zahlreichen anderen Mineralien nahe liegt und Werners Aussage bestätigt, dass man Apatit nicht allein anhand der Farbe von anderen Mineralien unterscheiden kann.


Grüner Apatit

Grüner Apatit kann ins Gelbliche gehen oder intensiv dunkelgrün sein, sodass das Mineral an Peridot, Dioptas, Diopsid oder Smaragd erinnert.


Blauer Apatit

Blauer Apatit in verschiedenen Tonhöhen von hell- bis dunkelblau ähnelt dem Blau von Tansanit, Saphir, Indigolith oder dem Hellblau von Aquamarin, Blautopas oder Paraiba-Turmalin.


Violetter Apatit

Das Violett von Apatit könnte auch als Amethyst, Fluorit oder Kunzit durchgehen.

Und zwei- oder mehrfarbiger Apatit findet sich in der Farbgebung von Turmalin und Fluorit wieder.


Moroxit, Paraiba-Apatit und Spargelstein

Im Handel werden vor allem die blau-grünen Apatite mit den in Paraiba/Brasilien abgebauten Paraiba-Turmalinen vergleichen und in Anlehnung an die Farbe mit dem Namen Paraiba-Apatit oder Neon-Apatit versehen.

Der Name Paraiba-Apatit ist relativ neu; in der Vergangenheit wurde blau-grüner Apatit als Moroxit genannt. Nikolai Koksharov (1818 bis 1893, russischer Mineraloge) beschrieb im Jahr 1853 25 cm lange und 10 bis 15 cm im Durchmesser messende Kristalle am Ufer des Slüdianka nahe Kultuk in Sibirien: „Ihre Farbe ist dunkellauchgrün, doch trifft man auch zuweilen bläulichgrün gefärbte Krystalle“, die damals unter dem Namen Moroxit erwähnt wurden.

Dahingegen wird goldgelber bis gelbgrüner Apatit als Spargelstein oder Sparagin bezeichnet.


Die Farbe von Apatit nach dem Fundort

In der historischen mineralogischen Literatur aus dem 19. Jahrhundert beschrieb Friedrich Mohs, dass bestimmte Farbe für einige Fundorte typisch sind, wie bspw. Indigoblauer Apatit aus Johanngeorgenstadt/Erzgebirge, berggrüner und grüngrauer Apatit aus Ehrenfriedersdorf oder perlgrauer Apatit aus Schlaggenwald (Anm. Schlackenwald alias Horni Slavkov/Tschechien).


Farbkorrektur von Apatit

Zwecks Intensivierung der Farbe und Verbesserung der Reinheit wird Apatit bisweilen einer Schönheitsbehandlung unterzogen; im Konkreten findet bei Apatit das Verfahren des Brennens Anwendung. Dazu wird das Mineral einer Temperatur von ca. 400 °C ausgesetzt, mit der Folge, dass die Farbe gleichmäßiger, kräftiger wird oder in eine andere Farbe umschlägt.

Eine Alternative ist die oberflächliche Behandlung mit farblosem oder eingefärbtem Wachs, Harz oder Öl, die den Glanz des Minerals verstärken und zudem robuster machen.

Trotz der Farbvielfalt ist die Strichfarbe von Apatit – die Farbe, die sich zeigt, wenn ein Mineral über ein unglasiertes Porzellantäfelchen gestrichen wird – immer weiß.


Entstehung und Verbreitung von Apatit

Apatit entsteht unter magmatischen wie auch metamorphen Bedingungen. Dabei ist das Phosphatmineral mit Gold, Zirkon, Bergkristall, Magnetit, Phenakit, Ilmenit, Kassiterit und Nephelin vergesellschaftet.

Apatit zählt zu den weltweit sehr häufig vorkommenden Mineralen und ist auf allen Kontinenten zu finden.


Verwendung und Bedeutung von Apatit

Apatit hat sich in den vergangenen Jahren zu einem beliebten Schmuckstein herauskristallisiert. Aus wirtschaftlicher Sicht ist Apatit doch aus einem anderen Grund von größerem Interesse. Apatit wird zur Gewinnung bzw. Extrahierung von Phosphor verwendet, das wiederum zum Beispiel als Dünger genutzt wird. Außerdem setzt die Medizin auf Apatit, speziell Hydroxylapatit, der als Ersatz für künstliche Knochen zur Abwendung kommt.

Daneben wird Apatit als Chakrastein, Wasserstein und Heilstein verkauft, wobei die Heilwirkung von Apatit in wissenschaftlichen Untersuchungen nicht bestätigt werden konnte.


Apatit und Schmuck

Apatit, der zu Schmuck verarbeitet wird, wird mit Facettenschliffen wie Ovalschliff, Tropfenschliff, Rundschliff, Navette/Marquiseschliff, Kissenschliff oder Trillantschliff versehen, um die Farbe und Reinheit zu betonen.

Dabei gibt es große Unterschiede, was den Preis von Apatit betrifft. Blauer und blaugrüner Apatit gilt mit einem Preis von 150 bis 180 Euro pro Karat für hochqualitative Farben als die teuerste Apatit-Farbe.


Nachweis von Apatit

Apatit ist in Salzsäure löslich. Zudem weist Apatit eine ausgeprägte Fluoreszens auf, die mit den einzelnen Farben variiert. So leuchtet gelber Apatit unter UV-Licht pink-violett auf, blauer Apatit fluoresziert hellblau bis violett, violetter Apatit präsentiert sich unter UV-Licht grüngelb.


Siehe auch:
Farbedelsteine
Rote Diamanten - Farbige Diamanten
Barockperlen - Außergewöhnlich geformte Perlen


Quellen:
⇒ Mohs, F. (1788): Apatit. In: Bergmännisches Journal, Erster Band. Herausgegeben von Alexander Wilhelm Köhler, Freiberg
⇒ Frenzel, A. (1874): Mineralogisches Lexicon für das Köenigreich Sachsen
⇒ Koksscharov, N. (1853): Materialien zur Mineralogie Russlands. Erster Band, St. Petersburg
⇒ Mohs, F. (1804): Des Herrn Jac. Fried. von der Null Mineralien-Kabinet: nach einem, durchaus auf äußere Kennzeichnen gegründeten Systeme geordnet, beschrieben und durch Hinzuthuung vieler dem gegenwärtigen Zustande der Mineralogie angemessener, erläuternder Anmerkungen und nöthiger Berichtigungen, als Handbuch der Oryctognosie brauchbar gemacht. Zweite Abtheilung, Wien
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag Münche
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Okrusch, M. und S. Matthes (2009): Mineralogie: Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. Springer Verlag Berlin Heidelberg
⇒ Murawski, H. (1992): Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart
- www.mindat.org - apatite

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