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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 30.11.2021


Andamooka-Opal

Andamooka-Opal - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: andamooka opal


Opal aus South Australia

Der Name Andamooka-Opal ist eine Herkunftsbezeichnung für Opal, der in der Gegend um die Kleinstadt Andamooka im australischen Bundesstaat South Australia abgebaut wird.

Seit der Entdeckung der Opale von Andamooka hat sich das Abbaugebiet, das zum sognannten Lambina-Opalfeld zählt, neben den Opal-Fundstellen in Cooper Pedy und Lightning Ridge zu den ertragreichsten Opal-Minen etabliert.


Eigenschaften von Andamooka-Opal

Andamooka-Opal genau wie andere Opale eine Varietät von Quarz. Die sogenannte Quarzgruppe umfasst zahlreiche Mineralien, deren Gemeinsamkeit die chemische Zusammensetzung ist.
Unterschiede zwischen den einzelnen Quarzenvarietäten wie Bergkristall, Amethyst, Rosenquarz, Achat oder Chalcedon bestehen vor allem in den Farben, aber auch die Ausprägung der Kristalle sowie der mögliche Gehalt an Kristallwasser sind Kriterien zur Unterscheidung von Quarz.
Opale werden demnach als amorpher Quarz definiert - eine Kristallstruktur ist nicht gegeben, das Mineral liegt vielmehr als derbe Masse vor und weist als einziger Quarz Kristallwasser auf, wobei der Gehalt zwischen neun und 20 Prozent beträgt.

Tabelle: Die Eigenschaften von Andamooka-Opal
EigenschaftBeschreibung
Chemische Zusammensetzung SiO2·nH2O
Mineralklasse Oxidmineral
Farbe weiß, blau, rosa, grün, gelb, orange, rot in einem
Strichfarbe weiß
Kristallsystem
  • amorph
  • Adern oder als Rissfüllung
  • derbe, massige Aggregate
Glanz wachs- bis glasartig
Transparenz durchsichtig bis durchscheinend und undurchsichtig
Bruch splittrig, muschelig
Spaltbarkeit keine
Mohshärte 5,5 bis 6,5
Dichte 1,98 bis 2,5 g/cm³


Typisch für Andamooka-Opal die weiße bis gräulich-schwarze Grundfarbe, die vom einem vielfarbigen Flimmern durchsetzt ist.
Je nach Muster, das pünktchenförmig, zusammengesetzt wie ein Mosaik, gestreift oder als einheitliche Füllung ausgeprägt sein kann, sind Umschreibungen wie Pinfire, Harlekin, Straw oder Ribbon im Zusammenhang mit Andamooka-Opal gebräuchlich.


Farbveränderung von Andamooka-Opal

Der Großteil aller Mineralien, die auf dem Schmuckmarkt angeboten wird, sind nicht zu 100 Prozent das Werk von Mutter Natur.
Ungleichmäßige Verteilung der Farbe in einem Kristall, zu helle oder dunkle Nuancen entsprechen nicht immer den idealen Vorstellungen.
Mit verschiedenen, auf das jeweilige Mineral zugeschnittenen Methoden ist es möglich, die Farbe zu korrigieren, optimieren oder gänzlich umzufärben.

Im Fall von Opal geht es vorrangig darum, den Kontrast zwischen der Basisfarbe und der Opaleszenz zu verstärken - via Räuchern/Smoking oder Zucker-Säure-Behandlung.

Die Zucker-Säure-Behandlung erfolgt in zwei Schritten. Zunächst wird der Opal über Stunden in der konzentrierten Zuckerlösung gebadet. Abschließend erfolgt ein Tauchbad in Schwefelsäure. Infolge von Oxidationsprozessen der Schwefelsäure mit dem Zucker verstärkt sich die Grundfarbe des Opals, die zum Ende hin sehr dunkel ausfällt.

Beim Räuchern von Opal (Smoke Treatment/Smoking) werden mit Luft oder einem anderem Gas versetzte Rußpartikel in den Opal gepresst, sodass eine optimale, gleichmäßige Verteilung in allen Hohlräumen des Opals gegeben ist.

Edelopal versus Gemeiner Opal

Das markanteste Merkmal von Opal ist das Schillern in den Farben des Regenbogens - die Opaleszenz.
Allerdings opleszieren nicht alle Opale, lediglich Edelopale zeichnen sich durch das farbenfrohe Schillern aus. Gemeine Opale wie bspw. Milchopal opaleszieren nicht.

Der Grund für die Opaleszenz verbirgt sich im Inneren des Minerals: mikroskopisch kleine Kügelchen aus Cristobalit liegen eingebettet in der Kieselgelmatrix des Opals.
Abhängig von der Größe der Kügelchen variiert die Farbe der Opaleszenz. Kleinere Kügelchen erzeugen eine bläuliche Opaleszenz, größere Cristobalit-Kügelchen lassen den Opal rot, rosa, gelb, orange, grün und weiß schillern.


Entstehung und Verbreitung von Andamooka-Opal

Entstehung von Opal

Andamooka-Opal wird ausschließlich in der Umgebung von Andamooka/Australien gefunden.
Viele der hiesigen Opale sind im Muttergestein Kalkstein als Risse oder Füllungen eingewachsen, und werden deshalb als Andamooka-Matrix-Opal bezeichnet.


Bedeutung und Verwendung von Andamooka-Opal

Nachdem in den 1930er Jahren die ersten Andamooka-Opale entdeckt wurden, findet ein kontrollierter Abbau des Edelsteins statt. Da das Land zum Territorium der Aborigines gehört, ist es nicht gestattet, wahllos nach dem begehrten Mineral zu schürfen - was sich im Wert von Andamooka-Opal niederschlägt. Der Preis beträgt je nach Qualität, der Frage, ob eine Schönheitsbehandlung stattgefunden hat oder der Intensität des Opals zwischen 10 und 150 Euro pro Karat (1 Karat = 0,2 Gramm).

Andamooka-Opal ist vor allem für die Herstellung von Schmuck von Interesse. Einer der größten Andamooka-Opale befindet sich im Besitz von Königin Elizabeth II.: 203 Karat schwer und als ovaler Cabochon in eine Kette eingefasst.


Thema Opal:

Quellen:
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
- www.gia.edu - Hsu, T.,Lucas, A. and Pardieu, V. (2017): Queensland Opal Fields: Home of the Unique Australian Boulder Opal
- Wise, R.W. (1993): Queensland Boulder Opal. In: GEMS & GEMOLOGY, Spring 1993
- Yowah Nut

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