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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 03.09.2020


Ägirin

Ägirin - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: aegirine | französisch: aegirine


aegirin Foto
Ägirin

Inhaltsverzeichnis Ägirin


Ägirin und Akmit

Das Mineral Ägirin (alternativ Aegirin) wurde erstmals im Jahr 1821 in der mineralogischen Literatur erwähnt – damals aber noch unter dem Namen Akmit. Der aus Schweden stammende Chemiker Jöns Jakob Berzelius (1779 bis 1848) befasste sich mit der Untersuchung bis dato unbekannter Kristalle, die in der norwegischen Kommune Nedre Eiker entdeckt wurden. Akmit wird wortwörtlich mit Pünktchenstein übersetzt, da die ersten Ägirin-Kristalle als pünktchenförmige Einschlüsse im Muttergestein Syenit vorhanden waren.
Der Name Ägirin wiederum ist dem norwegischen Priester und Mineralogen Morten Thrane Esmark (1801 bis 1882) zu verdanken, der das Mineral Ägirin 1834 auf einer der Stadt Brevik/Norwegen vorgelagerten Insel fand und «Ägirin nannte, nach dem Meeresgotte Ägir, weil es dicht am Ufer des Meeres vorkam» (Berzelius 1840, S. 232).
Seitdem verständigte man sich darauf, das Mineral Ägirin anstatt Akmit zu nennen.


Eigenschaften von Ägirin

Ägirin ist ein Vertreter der Mineralklasse der Silikate mit der Zusammensetzung NaFe3+Si2O6 und im Speziellen handelt es sich bei dem Silikatmineral Ägirin um ein Mineral der Pyroxengruppe, insbesondere der Klinopyroxene.

Ägirin kristallisiert dem monoklinen Kristallsystem folgend und bildet lange, prismatische Kristalle. Charakteristisch für die Kristalle sind Längsstreifen. Zwillingsbildungen sind möglich.

Der Glanz von Ägirin ist glas- bis harzartig, die Transparenz ist durchscheinend bis undurchsichtig. Ägirin weist einen unebenen Bruch auf, die Spaltbarkeit ist vollkommen.

Die Mohshärte von Ägirin beträgt 6 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem deutschen Mineralogen Carl Friedrich Christian Mohs, die Dichte wird mit 3,55 bis 3,66 g/cm³ angegeben.


aegirine - Mineral und Kristalle
Ägirinkristall

Die Farbe von Ägirin

Die Farbe von Ägirin ist zumeist schwarz, kann auch dunkelgrün, schwarzgrün, dunkelrot oder schwarzbraun sein.

Bevor Ägirin als eigenständiges Mineral identifiziert wurde, war bei dem neuen Mineral zunächst die Rede von Hornblende/Amphibole - bedingt durch die Farbe und Gestalt der Kristalle, was in späteren Untersuchungen widerlegt wurde.
Zudem liegt die Verwechslung mit der Turmalin-Varietät Schörl nahe.

Die Strichfarbe von Ägirin ist gelbgrau.


Entstehung und Verbreitung von Ägirin

Ägirin ist ein Mineral magmatischen Ursprungs und ist deshalb auch als mineralischer Bestandteil in einigen magmatischen Gesteinen wie Granit und Syenit vorhanden.

Die Vorkommen von Ägirin sind häufig mit weiteren Pyroxenen wie Hedenbergit, Augit, Pigeonit, Jadeit, Omphacit, Diopsid, Eudialyt und Spodumen vergesellschaftet.

Bedeutende Vorkommen von Ägirin wurden bislang in Skaadoe, Brevik/Norwegen; Grönland; Halbinsel Kola/Russland; Malawi, Mont Saint Hilaire, Quebec/Kanada; Arkansas, Montana/USA dokumentiert.


Verwendung und Bedeutung von Ägirin

Ägirin ist vor allem als Mineral für Sammlungen von Interesse, wird aber auch als Heilstein verkauft, ohne dass die Heilwirkung von Ägirin in wissenschaftlichen Untersuchungen bestätigt werden konnte.


Nachweis von Ägirin

In die Flamme gehalten schmiltz Ägirin zu einer schwarzen undurchsichtigen Kugel zusammen.




Auch interessant:
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Quellen:
⇒ Berzelius, J. (1840): Jahres-Bericht über die Fortschritte der physischen Wissenschaften. Tübingen 1841
⇒ Erdmann, O. L. und Marchand, R. F. (1841): Journal für praktische Chemie, Band 24, Leipzig 1841
⇒ Schumann, W. (2017): Edelsteine und Schmucksteine: alle alle Arten und Varietäten; 1900 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Hochleitner, R. (2017): Welcher Stein ist das? Kosmos-Naturführer. Über 350 Mineralien, Edelsteine und Gesteine. Franckh Kosmos Verlag
⇒ Okrusch, M. und S. Matthes (2009): Mineralogie: Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. Springer Verlag Berlin Heidelberg
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
- www.mindat.org - aegirine

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