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Alltägliches - Schmuck aus Edelsteinen, Mineralien und Gesteinen



Seit Jahrhunderten sind Steine und Mineralien als Material für Schmuck nicht mehr wegzudenken.



Steine und Mineralien, die für Schmuck geeignet sind

Bedingt durch die physikalischen und chemischen Eigenschaften von Mineralien und Gesteinen lassen sich nicht alle Steine und Kristalle zu Schmuck verarbeiten.

Viele Mineralien sind aufgrund zu geringer Härte, Splittrigkeit oder spröden Bruchs für die Verarbeitung nicht zwingend geeignet. Zudem kann sich die Farbe von Steinen und Mineralen unter dem Einfluss von Licht verändern.
Diese Eigenschaften zu erkennen und die individuelle, dem vorliegenden Exemplar angepasste, bestmögliche Verarbeitung zu erreichen, ist die Aufgabe von Goldschmieden, Steinschleifern und Edelsteinfassern.

Um die Qualität nicht für die Schmuckverarbeitung geeigneter Mineralien zu erhöhen, werden besonders empfindliche Mineralien künstlich gehärtet, durch Bestrahlung oder Brennen farblich aufgewertet, insofern sich bei höheren Temperaturen einst blasse Farbgebungen intensivieren können.


Bild 1: Schmuck aus verschiedenen Mineralien


Den Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) zufolge werden Edelsteine und Minerale wie speziell farbloser bzw. weißer Topas, Aquamarin, Saphir und Diamanten Elektronen- oder Gammastrahlung ausgesetzt, um die Farbe zu verändern oder intensivieren. Solche Schmucksteine können dennoch bedenkenlos getragen werden, da in diesem Fall der Bestrahlung keine zellverändernde Aktivität im menschlichen Körper ausgelöst wird.


Damit ein Mineral das Attribut Edelstein erhält, müssen zunächst bestimmte Eigenschaften erfüllt sein, um Edelsteine von Mineralen abzugrenzen.
Der Definition von Edelsteinen zufolge, zeichnen sich diese durch die Seltenheit der Vorkommen, Schönheit (Reinheit - klare Kristalle, Farbe - einheitlich und intensiv, Glanz sowie Transparenz) und einen gewissen Grad an Härte aus. Lediglich Minerale, die eine Mohshärte von 7 und mehr erreichen, erfüllen das Kriterium der Edelsteinhärte.

Unechte Schmucksteine

Wer zudem Wert auf die Echtheit und Ursprünglichkeit der Schmucksteine legt, sollte darauf achten, dass mitunter Imitationen und Fälschungen im Handel im Umlauf sein können.
Bergkristalle werden als Diamanten getrimmt. Blaue, rosa, grüne und violette Achate wurden künstlich eingefärbt, Zirkonia und Strass sind nicht das gleiche wie Zirkon und zu Brillanten geschliffene Diamanten.

Schmucksteine und aktuelle Trends

Mineralien wie Diamanten, Rubine, Saphire und Smaradge sind zeitlose Klassiker unter den Edelsteinen und werden vermutlich nie aus der Mode kommen.

Dennoch kann man beobachten, dass zeitweilig die Nachfrage nach bestimmten Mineralien höher ist als bei anderen. Der Grund dafür sind häufig die Trends auf den internationalen Laufstegen. Farben, die für eine Saison angesagt sind, lassen sich häufig auch anhand von Schmucksteinen wiederfinden. Beherrschten in den vergangenen Jahren Edelsteine in Lila- oder Beerentönen die Auslagen von Schmuckgeschäften und Online-Shops, so sind es 2012 vor allem blaue Mineralien und 2017 mit der Pantone-Farbe Greenery grüne Steine, die als farbliches Accessoire stark im Kommen sind. Besonders begehrt sind neben Tansanit und Saphir auch Kyanit, Türkis, Aquamarin, Larimar, Lapislazuli, Sodalith, Labradorit und dessen Varietät bläulich schimmernder Spektrolith sowie blau eingefärbter Achat. Im Jahr 2017 hingegen sorgt ein gelbstichiges Grün in Modewelt für Aufsehen, das der Farbe der Olivin-Varietät Peridot gleicht (Peridot und die Farbe des Jahres 2017).


Aufbewahrung von Edelsteinschmuck

Als besonders licht- und wärmeempfindlich gelten u.a. Heliotrop, Topas, Amethyste, Rosenquarz, Chrysopras, Opal, Türkis und Prehnit, die im Sonnenlicht an Farbe einbüßen können.
Sehr spröde in der Verarbeitung und zum Splittern neigend sind z.B. Zinkblende, Peridot, Hiddenit, Kunzit, Labradorit und Topas.
Hier gilt besondere Aufmerksamkeit im Umgang als Schmuckstein, da durch die Druckempfindlichkeit Schäden am Mineral möglich sind. Ebenso schwierig in der Verarbeitung ist Kyanit. Wie aus dem Synonym Disthen hervorgeht, weist das Mineral zeitgleich in verschiedene Richtungen unterschiedliche Mohshärten auf, die es zu erkennen gilt.


Richtige Pflege von Edelsteinschmuck

Durch den richtigen Umgang mit Minerailen als Schmucksteine können Schäden im Vornherein verhindert werden.
Der Farbverlust infolge von freiwerdendem Kristallwasser in Opalen und Chrysopras kann vermieden werden, wenn die genannten Schmucksteine in feuchter Watte aufbewahrt werden.
Türkis scheint das am wenigsten geeignete Mineral für Ketten, Ringe oder Armreifen zu sein. Längerer Kontakt mit Schweiß der Haut, Öl, Seifen und Laugen setzen dem blau-grünen Mineral zu, so dass die Farbe verblaßt bzw. grünlicher wird. Gleiches gilt für Malachit und Lapislazuli, denen hohe Temperaturen, Säuren und Tenside schaden. Markasit ist auch nicht zwingend für Schmuck geeignet, da das Mineral an der Luft zu Pulver zerfallen kann.

Allgemeingültige und auf alle Mineralien und Edelsteine übertragbare Pflegehinweise sind nicht möglich, denn bspw. die scheinbar harmlose Reinigung mit Wasser vertragen nicht alle Schmucksteine. Mögliche Folgen sind Kalkablagerungen, verfilzte Kristalle oder Farbveränderungen durch Wasseraufnahme. Um lange Freude am Stein und dessen Qualität zu haben, sollten Schmucksteine nicht oder zumindest nicht die ganze Zeit

- dem Sonnenlicht ausgesetzt sein, auch kein Solarium
- Kontakt mit Tensiden aus Waschmitteln, Seife, Duschgel, Spülmittel vermieden werden
- Temperaturschwankungen – Hitze und Kälte – unterbunden werden
- nicht mit Ölen, Fetten oder Schweiß in Berührung kommen
- von Parfüm, Haarspray, Cremes, Alkohol, Kosmetik und Säuren verschont bleiben.



Geschichte und Bedeutung von Edelsteinschmuck

Wie archäologische Funde aus Afrika und Europa zeigen, wurde schon vor über 100.000 Jahren Schmuck getragen. Neben Perlen, Grandeln, Muscheln, Schnecken und Knochen sind es vor allem Steine und Mineralien, die zur Zierde verwendet wurden.

Mit der Entdeckung und Verarbeitung von Metallen seit der Bronzezeit (vor ca. 2000 v.Chr.) erweiterte sich das Sortiment des tragbaren Schmucks. Die Schmiedekunst ermöglichte fortan das Tragen von Silber und Gold in Form von Armreifen oder Ketten sowie die Herstellung von Bronze, einer Legierung aus Kupfer und Zinn. Nach und nach entwickelten sich die Fertigkeiten und Möglichkeiten der Schmuckherstellung weiter, so dass sich etwa ab dem 6. Jahrhundert der Berufszweig der Goldschmiede etablierte.


Die Gründe, Schmuck zu tragen, sind vielfältig. Während Mantelschließen (Fibeln) und Gewandnadeln praktisch orientiert waren und dem Zusammenhalt von Kleidungsstücken verhalfen, standen in den Anfängen von Schmuck Glück bringende, heilende und magische Gedanken im Vordergrund. Als Talisman wurde Edelsteinschmuck eine besondere Wirkung zugesprochen, wie bspw. vor Gefahren schützen, Glück schenken, Kraft verleihen, Krankheiten abwehren oder kurieren. Entsprechend wurden den einzelnen Mineralien und teilweise auch Gesteinen Eigenschaften zugesprochen, zugeschnitten auf individuelle Umstände. Anhand der Etymologie des Namens von Mineralien und Gesteine lässt sich häufig die den Mineralien zugeschriebene Wirkung herleiten, wie am Bespiel des Amethyst deutlich wird. Das Wort Amethyst ist griechischen Ursprungs und soll wortwörtlich dem Träger vor Kopfweh und Koordinationslosigkeit im Zuge von Alkoholkonsum bewahren.


Neben dem Aberglauben der Kräfte von Edelsteinen stellen mit Mineralien verzierte Schmuckstücke auch eine Kapitalanlage dar oder verkörperten einen bestimmten Status. Aufgrund der Wertigkeiten der verarbeiteten Metalle und Edelsteine stand Edelsteinschmuck zu Beginn der Schmuckherstellung nur einem begrenzten Personenkreis zur Verfügung.
Heute noch zeugen opulente Siegelringe von Adelsgeschlechtern oder wertvolle, mitunter auch die größten jemals gefundenen und in Kronen eingefasste Edelsteine von Reichtum und Macht der Träger. Nicht zuletzt dienten und dienen Broschen, Ringe, Armreifen, Ketten und Ohrringen sowohl Männern als auch Frauen der Verschönerung.


Edelsteinschmuck verschiedener Länder und Kulturen

Abgesehen von Schmucksteinen, die über den Weg von Kreuzzügen, Handelsfahrten oder Raubzügen in andere Länder gebracht wurden, wurde sich bei der Verwendung von Schmucksteinen oft regionalen Schätzen bedient.
So ist bspw. antiker Schmuck aus Ägypten reich an Gold und Lapislazuli, die alten Griechen bevorzugten Amethyst und Smaragd in Verbindung mit Silber und Gold, während die Römer eine Vorliebe für Diamanten, versteinertes Holz und Bernsteine hatten.
Opal ist seit jeher in australischem Schmuck verarbeitet, süd- und mittelamerikanische Völker wie Inka, Maya oder Azteken favorisierten Türkis, Jade, Gold, Obsidian und Bergkristall.



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Siehe auch:
Gefälschte Edelsteine und Mineralien
Grandeln
Hydroquarz


Quellen:
G.F.Kunz: The Magic of Jewels and Charms
www.metmuseum.org/toah/hd/ajew/hd_ajew.htm
www.altertuemliches.at/schmuck/schmuck_geschichte_03.php
www.optikur.de
www.schmuckanhaenger.de
www.bfs.de

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Letzte Aktualisierung: 18. April 2019




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