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Steinerne Zeugen - Triniusstein



Ein Felsen zu Ehren eines Literaten, der in Thüringen unterwegs war.

Triniusstein – Lage und Namenspate

Der Triniusstein ist ein Felsen im Thüringer Wald und Teil des Rennsteigs. Der nächstgelegene Ort in der Umgebung des Triniussteins ist Gießübel; bekannte größere Gemeinden im Umkreis sind Masserberg und Neustadt am Rennsteig.

Seinen Namen verdankt der Triniusstein dem populären Wanderer und Schriftsteller August Trinius (1851 bis 1919). Trinius setzte sich in seinen Werken intensiv mit Landschaftsbeschreibungen auseinander. Neben Brandenburg thematisierte er vor allem den Thüringer Wald, beschrieb dabei unter anderem seine Wanderungen an der Wartburg in Eisenach oder an den Flussläufen von Saale, Unstrut und Werra.

Um das Wirken von Trinius im Thüringer Wald und am Rennsteig zu ehren, erfolgte 1892 die Benennung eines Felsens bei Gießübel in Triniusstein. 13 Jahre später veröffentlichte Ernst Treher zudem ein Lied, das er Trinius widmete und den Titel „Porphyr Trinii“ trägt.

Das Gestein des Triniussteins

Wie Ernst Treher schon 1905 verdeutlichte, ist der Triniusfelsen auch unter dem Namen Porphyr Trinii bekannt. Im Titel verborgen ist das Gestein, aus dem der Triniusstein besteht: Porphyr.

Tatsächlich handelt es sich bei Porphyr vielmehr um ein Gesteinsgefüge, beschreibt demnach die Anordnung der Minerale, aus denen ein Gestein besteht. Ein wesentliches Merkmal porphyrischer Gefüge sind Einsprenglinge größerer Kristalle in einer feinkörnigen, gleichmäßigen Gesteinsmatrix, die man mühelos erkennen kann.

Es gibt eine Vielzahl von Gesteinen, die unter dem Begriff Porphyr zusammengefasst. Am häufigsten wird das Gestein Rhyolith mit Porphyr gleichgesetzt. Rhyolith ist ein magmatisches Gestein. Hauptbestandteil von Rhyolith sind Quarze, Alkalifeldspäte wie Sanidin sowie Plagioklasfeldspäte, bspw. Andesin und Orthoklas. In geringeren Anteilen und teilweise auch als größere Kristalleinschlüsse sind Biotit, Hornblende und Augit vorhanden.

Nadelöhr und Langertfelsen

Nicht weit entfernt vom Triniusstein befinden sich in der Gießübler Schweiz zwei weitere markante Steine bzw. Felsen. Namentlich handelt es sich um das Nadelöhr und den Langertfelsen.

Das Nadelöhr von Gießübel ist ein Felsen von torähnlicher Gestalt. Der aus Konglomeraten aufgebaute Felsen spannt sich wie ein Bogen, ähnlich wie ein Nadelöhr, über den Untergrund; als Illustration ziert das Nadelöhr außerdem das Wappen von Gießübel.
Noch größer als Triniusstein und Nadelöhr ist der Langertfelsen. Der Name Langert geht auf den Förster und Komponisten Johann August Adolf Langert (1836 bis 1920) zurück. Aufgrund der Größe hat sich der Langertfelsen mittlerweile zu einem beliebten Kletterfelsen etabliert, er kann aber auch über eine Treppe erklommen werden.

Siehe auch:
In, auf und aus Gestein gebaut - Wartburg Eisenach
Höhlen in Deutschland - Saalfelder Feengrotten
Rochlitzer Porphyr - Rochlitzer Marmor


Quellen:
zs.thulb.uni-jena.de - Ernst Treher: Porphyr Trinii
- www.rennsteigtip.de
- www.rennsteigportal.com
⇒ Okrusch, M. und S. Matthes (2009): Mineralogie: Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. Springer Verlag Berlin Heidelberg
⇒ Maresch, W., Medenbach, O.; Trochim, H.-D. (1987): Die farbigen Naturführer Gesteine. Mosaik Verlag GmbH München
⇒ Murawski, H. (1992): Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach

Letzte Aktualisierung: 5. Juli 2019




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