Logo steine-und-minerale.de

Monatssteine Oktober - Opal und Turmalin



Hinter der Liste der Monatssteine steht eine über 100-jährige Geschichte. 1912 präsentierten die Juweliere von Amerika eine Vielzahl von Mineralien und Edelsteinen, die fortan jedem Monat einen oder mehrere Steine gegenüberstellten. In der Jahren zuvor gab es teilweise regional und international abweichende Zuordnungen. Und auch wenn die heute noch gültige Liste der Monatssteine einst in den USA veröffentlicht wurde, ist sie dennoch von länderübergreifender Bedeutung und Gültigkeit, wobei man sich für den Monat Oktober für Turmalin und Opal als Monatssteine entschied.



Werbung; In Zusammenarbeit mit www.Juwelo.de

opal Foto
Bild 1: Boulder-Opal

Steine des Monats Oktober

Weshalb sich die Jury 1912 einst die Mineralien Turmalin und Opal ausgewählt hat, ist nicht bekannt. Entscheidend waren bei der Wahl der Monatssteine aus den weltweit über 5300 registrierten Mineralien vor allem die Prominenz und dass die Steine über Jahrhunderte hinweg eine bedeutende Rolle in der Schmuckbranche spielten.

Der Edelstein Turmalin ist in Europa seit dem späten 17. Jahrhundert ein Begriff. Die ersten Turmaline wurden aus Ceylon, dem heutigen Sri Lanka, von den Niederländern mitgebracht.
Opale erlebten ihre Hochzeit zur Mitte des 19. Jahrhunderts, als in New South Wales, Queensland und South Australia vielversprechende Opal-Vorkommen entdeckt wurden. Trotz der Tatsache, dass Australien als das Land der Opale gilt, wurden Opale schon einige Jahrhunderte vorher in Europa entdeckt. Seit dem 16. Jahrhundert wurden in der Ungarn, auf dem Gebiet der heutigen Slowakei, Opale abgebaut, deren Ende mit der Besiedlung und Entdeckung der edlen Bodenschätze in Down Under eingeläutet wurde.

Dass Opale schon in der Vergangenheit Faszination versprühten, wird bei der Bedeutung des Namens deutlich. Das Wort Opal wird aus dem Sanskrit – eine Sprache, die in Indien gesprochen wird - mit kostbarer Juwel übersetzt. Der Name Turmalin ist ebenso exotisch und wird aus dem Singhalesischen mit farbenfroher Stein übersetzt.


Silberarmband mit Turmalin Silberanhänger mit Wassermelonen-Turmalin Silberarmreif mit Opal Edelstein mit Opal in Matrix Silberanhänger mit TurmalinSchmuck von Juwelo.de mit Turmalin und Opal: Amrband mit Turmalin in Regenbogenfarben, Anhänger mit Wassermelonenturmalin, Ring mit Opalen, Opal und Anhänger mit Turmalinen

Opal und Turmalin

Opal wird in der Mineralogie als eine Varietät der Quarzgruppe definiert, d.h., hinter dem Namen Quarz steht eine Gruppe von Mineralien, deren Gemeinsamkeit die chemische Zusammensetzung ist, sich aber aber hinsichtlich der Farbe und Ausprägung der Kristalle voneinander unterscheiden.
Das Besondere an Opal ist, dass das Mineral als einziger Quarz zusätzlich Kristallwasser enthält, das von entscheidendem Einfluss auf das Schillern der Opale – die Opaleszenz – ist. Der Anteil des Kristallwassers unterliegt Schwankungen, die sowohl auf das Alter der Steine zurückzuführen sind, aber auf infolge der Aufbewahrung variieren können. Gewöhnlicherweise beträgt der Kristallwasseranteil von Opalen neun bis 20 Prozent, wobei ältere Steine weniger Kristallwasser aufweisen und deshalb auch von weniger intensivem Farbenspiel sind.

Turmalin ist ebenso der Oberbegriff für eine Gruppe von Mineralien, von denen Schörl (alias Schwarzer Turmalin), Rubellit, Dravit, Elbait, Indigolith, Verdelith und Paraiba-Turmalin die populärsten Vertreter sind, die man in der Schmuckbranche wiederfindet.


Die Farbe von Opal und Turmalin

Das Ideal eines Opals gleicht einem Regenbogen – eingefangen in einem Stein. Rosa, blau, weiß, orange, gelb und grün. Die Grundfarbe von Opal kann variieren, sodass die Basisfarbe von Schwarzem Opal dunkel bis schwarz ist, während sich die Opaleszenz von Weißen Opalen auf einem vergleichsweise hellem Untergrund präsentiert.
Tatsächlich aber vereinen sich nicht in allen Opalen alle Farben gleichermaßen, weshalb zwischen Edelopal und Gemeinem Opal unterschieden wird. Edelopale sind die begehrtesten und teuersten Opale, die Opaleszenz ist deutlich vorhanden. Gemeinen Opale wie Milchopal, Hyalit oder Rosa Opal hingegen fehlt die Opaleszenz; sie sind milchig-trüb.

Namen wie Welo-Opal, Lightning Ridge Opal, Koroit-Opal, Yowah-Opal, Buriti-Opal oder Qeretaro-Opal sind keine weiteren Opal-Varietäten, sondern eine Herkunftsbezeichnung von Opalen, die in Äthiopien, Australien, Brasilien und Mexiko abgebaut werden.
Der Name Boulder-Opal bzw. Matrix-Opal lässt auf die Erscheinung schließen, d.h., die Steine präsentieren sich als hervorblitzende Stellen oder Adern im Muttergestein des Opals.

Das Geheimnis hinter dem Schillern der Opale liegt im Inneren der Opal-Kristalle verborgen. Unzählbar viele kleine Kügelchen aus dem Mineral Cristobalit, eingebettet in die Kieselgel-Matrix des Opal, sind aufgrund der Größe (Durchmesser von 1/10000tel mm ) nur unter dem Mikroskop zu sehen. Das Wissen um die Opaleszenz wurde sich bei der Erfindung der Opal-Imitation Opalit zu eigen gemacht, indem Glas die Basis des Steins darstellt und die Cristobalit-Kügelchen mit mikroskopisch kleinen Resin-Perlen nachgeahmt werden.

Die vielen Farben von Turmalin – weiß, gelb, braun, schwarz, rot, pink, grün und blau – basieren hingegen auf farbgebenden Elementen, allen voran Eisen, Titan, Kupfer und Mangan. Neben einfarbigen Turmalien ist es möglich, dass ein Kristall mehrere Farben aufweist, sog. Turmalin mit Farbzonierung oder Wassermelonenturmalin.


Farbveredlung von Opal und Turmalin

In der Gemmologie wird die Farbe von Steinen, die in Ketten, Ohrringe, Armschmuck oder Ringe eingefasst werden, mitunter optimiert, korrigiert oder gänzlich verändert.
Verschiedene Verfahren ermöglichen es, seltene Farben nachzustellen, blasse Kristalle in kräftigen Tönen leuchten zu lassen, fleckig wirkende Steine zu einer einheitlichen Farbe zu verhelfen oder neue Farbe zu kreieren.

Das Mineral Opal ist eine der wenigen Ausnahmen, was die Veränderung der Farbe betrifft. Die Farbe ist zu 100 Prozent echt bzw. naturbelassen. Opale sind sehr empfindliche Steine, die nicht mittels Hitze farbverändert werden können und die nicht auf eine Bestrahlung ansprechen. Einzig das Ummanteln/Versiegeln mit Harz oder Wachs wird vorgenommen, um die Brillanz der Opaleszenz zu erhalten; Im übrigen der Grund, weshalb geraten wird, vor dem Händewaschen oder anderweitigen Kontakt mit Tensiden Edelsteinschmuck zulegen. Die Schutzschicht wird förmlich abgespült.

Im Vergleich dazu lässt sich die Farbe von Turmalin problemlos mit dem Brennen verändern oder intensivieren. Abhängig vom gewünschten Farbton werden die Kristalle unter reduzierenden oder oxidieren Bedingungen bei Temperaturen zwischen 450 und 650 °C ausgesetzt. Das Ergebnis ist dauerhaft.


opale - Mineral und Kristalle
Bild 2: Edelopal

Opal, Turmalin und Schmuck

Schmuck mit Edelsteinen ist ein Klassiker, der sowohl Bestandteil der Juwelen von Königshäusern ist als auch in den privaten Schmuckkästchen aufbewahrt wird.
Bei der Verarbeitung von Turmalin und Opal zu Schmuck steht die Betonung der Farbe bzw. des Schillerns im Vordergrund.

Turmaline als Edelsteine mit durchsichtiger Transparenz werden bevorzugt mit Facettenschliffen versehen. An den vielen Schleifflächen wird das Licht optimal reflektiert und zeigt die verschiedenen Nuancen der Grundfarbe. Besonders häufig sieht man Turmalien deshalb im Rundschliff, Ovalschliff, Baguette- und Smaragdschliff, Marquise- oder Tropfenschliff. Glattschliffe oder simple Polituren findet man vor allem bei trüberen Steinen wieder oder bei solchen mit optischen Raffinessen, wie bspw. Wassermelonenturmalin.

Opale werden hauptsächlich in Glattschliffen gehalten. Die geglättete Oberfläche hebt das Schillern hervor. Neben dem klassischen Cabochonschliff mit ovalen Umriss, bieten eckig, rund, tropfenförmig oder dreieckig geschliffene Formen Abwechslung. Opale ohne Opaleszenz werden zudem leicht facettiert.

Neben dem Schliff ist ein anderer Unterschied zwischen beiden Steinen die Frage der Aufbewahrung und Reinigung von Turmalin und Opal.
Turmalin gilt als unempfindlicher Edelstein. Leichte Verschmutzung lassen sich mit einem weichen, angefeuchtetem Baumwolltuch entfernen. Stärkere Verunreinigungen können mit Dampf behandelt werden, sofern nichts anderes angegeben ist, und mögliche Begleitsteine diese Art der Behandlung erlauben.

Opale sind Diven. Um zu vermeiden, dass wertbringende Opaleszenz verloren geht, werden die Steine mit Harz, Kunststoff oder Wachs versiegelt. Die Schutzschicht verhindert, dass das Kristallwasser verdunstet, der Opal rissig und brüchig wird. Deshalb sollte Opalschmuck nicht mit Tensiden aus Kosmetik und Reinigungsprodukten in Kontakt kommen, welche die schützende Schicht mit der Zeit auflösen und die Qualität beeinträchtigen.

Zur Pflege und Reinigung von Opal verwendet man am besten ein leicht angefeuchtetes Tuch aus Baumwolle, nicht Microfaser, und bewahrt nicht getragenen Opal-Schmuck idealerweise vor Licht geschützt auf, denn auch Temperaturschwankungen sowie intensive Sonneneinstrahlung können dem kristallwasserhaltigen Mineral zusetzen.


Auch interessant:
Opale aus der Slowakei - Kosice, Dubnik und Presov
Der Brillantschliff – Der klassische Schliff für Diamanten
Zirkonia – Kunstkristall und Edelsteinimitation


Quellen:
⇒ De Boodt, Anselmus (1609): Gemmarum et Lapidum Historia
⇒ Grosses Universal-Lexicon aller Wissenschaften und Künste, welche bishero durch menschlichen Verstand und Wiß erfunden worden. Fünf und zwanzigster Band. 1740
⇒ Gregorii, J. G. (1744): Gemüths vergnügendes historisches Handbuch für Bürger und Bauern
⇒ Wallerius, J. G. (1750): Mineralogie oder Mineralreich
⇒ Schröter, J. S. (1782): Lithologisches Real- und Verballexikon, in welchem nicht nur die Synonymien der deutschen, lateinischen, französischen und holländischen Sprachen angeführt und erläutert, sondern auch alle Steine und Versteinerungen ausführlich beschrieben werden. Fünfter Band
⇒ Estner, A. (1795): Versuch einer Mineralogie. II. Band, 1. Abtheilung, Zirkon-, Diamantspath-, Strontianit-, und Kieselgeschlecht
⇒ Leonhard, G. (1860): Grundzüge der Mineralogie
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München


Letzte Aktualisierung: 21. Oktober 2020




Unsere Empfehlung

Edel- und Schmucksteine von W. Schumann

Buch Edelsteine und Schmucksteine

Mehr Details


angeboten bei Amazon

Mineralien Quiz

Kennen Sie sich aus in Mineralogie und Geologie? Dann testen Sie Ihr Wissen in unserem Mineralien-Quiz!

Zum Quiz

Mineralien-Steckbriefe