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Alexandrit, Mondstein und Perle – Monatssteine Juni



Zwei Mineralien und eine Substanz organischen Ursprungs: Alexandrit, Mondstein und Perlen sind die Steine des Monats Juni. Im Jahr 1912 kürte eine Jury der Juweliere von Amerika das Trio zu den Monatssteinen für den Juni und die seit vielen Jahren eine bedeutende Rolle in der Schmuckbranche spielen und denen deshalb einen Monat lang besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird.



Perlen, Alexandrit und Mondstein

Ob Zufall oder mit Bedacht ausgewählt; die drei Juni-Steine sind Steine mit optischen Finessen.

Perlen sind organische Substanzen, an deren Zusammensetzung dennoch ein Mineral beteiligt ist: Aragonit. Unter dem Mikroskop kann man den Aufbau einer Perle sehr gut erkennen. Schicht für Schicht bestehen Perlen aus Aragonit, das über das muscheleigene Protein Conchiolin (kurz: Conchin) miteinander verbunden sind.

Damit eine Perle entsteht, müssen verschiedene Bedingungen erfüllt sein. Nicht alle Muscheln sind in der Lage, Perlen zu produzieren. Lediglich die Gattungen Pinctada, Hyriopsis sowie Margartifera bilden Perlen. Hinzu kommen die Lebensbedingungen, sodass zwischen Meerwasser-, Süßwasser- und Flussperlen unterschieden wird.

Die entscheidende Voraussetzung für Perlen ist eine Verletzung im Mantelinneren der Muschel, bspw. Infolge von Parasiten oder anderweitigen Schäden am Mantelgewebe. Als Reaktion auf die Verletzung scheidet die Muschel Conchin aus, um die Wunde zu verschließen bzw. den Fremdkörper zu ummanteln. Dieser Vorgang dauert mitunter Jahre. Das Wissen um die Entstehung von Perlen hat sich Anfang des 20. Jahrhunderts zunutze gemacht – seitdem werden Perlen gezüchtet.
Die Nachfrage auf dem Markt nach bestimmten Farben sowie die Menge war größer als das natürlich vorkommende Angebot. Um Perlen zu züchten, werden die Muscheln vorsichtig angeritzt oder spezielle Implantate eingebracht, die Perlen in allen erdenklichen Farben und auch Formen hervorbringen. Neben dem Ideal der kugelrunden Perle sind unregelmäßig geformte Barockperlen zunehmend gefragt.

Das Außergewöhnliche neben der Zusammensetzung ist der Glanz von Perlen. Ein Schimmern, das seines gleichen sucht und deshalb in der Mineralogie als Vergleich für eine eigene Kategorie herhielt, um den Glanz von Mineralien zu beschreiben: Perlglanz.
Der Glanz von Perlen bzw. Lüster wiederum wird mit dem schichtartigen Aufbau von Perlen begründet. Das Licht wird an den strukturellen Unregelmäßigkeiten der Oberfläche gebrochen und führt so zum perligen Schimmer.


Ebenfalls strukturbedingt ist das mondscheinartige Schimmern von Mondsteinen.
Mondsteine werden in der Mineralogie der Feldspatgruppe zugeordnet und zeichnen sich durch eine besondere Lamellenstruktur innerhalb des Kristallgitters aus. Das in diese Lamellen einfallende Licht wird gebrochen und gestreut und äußert sich in Form eines bläulich-weißen Schimmerns auf der Mineraloberfläche, das an die Reflexionen des Mondes erinnert.

Weniger mit der Struktur zu tun hat der Farbwechseleffekt von Alexandrit. Als die ersten Alexandrit-Kristalle in einer Smaragd-Mine in Malyshevo im Ural entdeckt wurden, hielt man die Edelsteine für Smaragde – weil sie sich im Sonnenlicht in der typischen smaragdgrünen Farbe präsentierten. Die Verblüffung war groß, als die Steine dann unter Kunstlicht betrachtet wurden und rot wie ein Rubin oder Rubellit waren.
Hinter dem Rätsel des Alexandrit-Effekts steckt ein physikalisches Phänomen. Im Tageslicht werden andere Wellenlängenbereiche des Lichts der Atome von Alexandrit angesprochen als unter Kerzenschein oder Glühbirnen, d.h., die Atome wirken wie ein roter und grüner Filter der verschiedenen Wellenlängenbereiche.

Alexandrit, Perlen, Mondstein und Schmuck

Perlen sind seit Jahrhunderten ein Klassiker im Schmuckhandel. Was einst als traditioneller Schmuck der Südsee galt, eroberte schon bald die westliche Welt. Lange Zeit galten Perlen als besonders kostbar und selten, auch wenn in Deutschland bisweilen Flussperlen gefunden wurden. Die letzten Flussperlen wurden allerdings vor mehr als 200 Jahren in Bayern gefunden und gelten heute als ausgestorben. Perlmuscheln reagieren sehr empfindlich auf Änderungen der Umgebungsbedingungen.
Der Großteil aller Perlen, die heute in Ringen, Ohrsteckern oder Ketten verarbeitet wird, sind Zuchtperlen – was sich auch in der Bandbreite an Farben, Größen und Formen widerspiegelt. Dabei wird der Optik von Perlen teilweise nachgeholfen, indem diese gebleicht werden, um eine einheitlich weiße Farbe zu gewinnen, oder diese gänzlich umgefärbt werden. Um die Farbe und den unvergleichlichen Glanz von Perlen zu bewahren, sollten Perlen von Zeit zu Zeit mit einem angefeuchtetem Tuch gereinigt werden – insofern der Verlust von Glanz und Farbe mit der Austrocknung des muscheleigenen Conchins einhergeht.

Anders verhält es sich bei Alexandrit. Die Kristalle sind naturbelassen.Verfahren zur Intensivierung der Farbe oder Reinheit werden bei dem Mineral nicht angewendet. Im Zusammenspiel mit der Seltenheit erklärt das den vergleichsweise hohen Preis von Alexandrit.

Ebenfalls unbehandelt sind Mondsteine. Mit Ausnahme von Mystik-Mondstein, der mit einer Schicht von Rhodium ummantelt wird und so intensiv blaue Reflexionen erzeugt. Dass Mondstein nicht umgefärbt wird, hängt mit der Empfindlichkeit des Minerals zusammen, die sich auch beim Schleifen äußert. Mondsteine neigen zum Splittern, weshalb vorrangig Glattschliffe (z.B. Cabochonschliff) verwendet werden, um den Stein auf Hochglanz zu bringen.


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Letzte Aktualisierung: 22. Juni 2020




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