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Amethyst und Onyx – Monatssteine Februar



Amethyst und Onyx: violett und schwarz. Das kontraststarke Paar gilt seit 1912 als Steine für den Monat Februar. Hinter der einst von den Juwelieren von Amerika erstellten Liste steht der Gedanke, jeden Monat einen oder mehrere Mineralien besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Dabei fiel die Auswahl auf Steine, die schon seit Jahrhunderten eine wichtige Rolle in der Schmuckbranche spielen.



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Amethyst und Onyx

Amethyst und Onyx sind zwei Mineralien, die zur Quarzgruppe gehören. Neben der Farbe ist die Ausprägung der Kristalle der wesentliche Unterschied zwischen beiden Mineralien. Während Amethyste prachtvolle Einzelkristalle ausbilden, ist Onyx ein mikrokristallines Mineral; die Kristalle sind von äußerst geringer Größe und nur unter dem Mikroskop zu erkennen.

Die Farbe von Amethyst ist violett, das so hell sein kann, dass es beinahe farblos wirkt, oder aber von kräftig-intensivem Violett (sog. Deep Russian Amethyst). Etwas weniger bekannt ist rosafarbener Amethyst – Rose de France Amethyst, dessen Farbe der Quarzvarietät Rosenquarz nahe kommt.
Ist die Farbe von Amethysten ungleichmäßig, braunstichig oder zu pastellfarben, kann durch vorsichtiges Erhitzen eine Intensivierung und Korrektur der Farbe erreicht werden. Dazu werden Amethyste gebrannt, d.h. auf eine Temperatur von ca. 300 °C erhitzt, bei Temperaturen über 470 °C wird das violette Mineral gelb und es entsteht Citrin. Wird die Brenntemperatur auf 750 °C gesteigert, verfärbt sich Amethyst grün. Was im Handel bisweilen als Grüner Amethyst bezeichnet wird, hat einen eigenen Namen: Prasiolith.

Onyx ist von rein-schwarzer oder schwarz-weiß marmorierter Farbe.


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Historischer Onyx- und Amethystschmuck

Eine der ältesten Erwähnungen von Schmuck mit Amethyst findet sich in der Bibel wieder. Im Exodus 28:17 bis 21 (Altes Testament), wird die Kleidung des Hohepriesters Aaron beschrieben. Er trug einen mit zwölf Edelsteinen besetzten Brustschutz, der die Stämme repräsentierte; darunter auch ein Amethyst als Pate für den Stamm Dan. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass Amethyst zusammen mit Diamanten, Saphiren, Rubinen und Smaragden als Kardinalssteine bezeichnet werden und kirchlichen Schmuck zieren.

Aber auch Bürgerliche und Adlige schmückten sich mit dem Stein mit der unverwechselbaren violetten Farbe.

Josephine de Beauharnais (1763 bis 1814) – die erste Frau von Napoleon Bonaparte (1769 bis 1823) besaß ein Amethyst-Collier, in das 17 im Rundschliff gehaltene Amethyste eingefasst wurden, die wiederum im Stil des Halo-Designs ringförmig von weißen Diamanten – gleichsam einem Heiligenschein – umgeben sind. Über Nachfolger und Erben gelangte das Geschmeide im Laufe der Zeit von Frankreich aus nach Schweden, und ist bis heute Teil der schwedischen Kronjuwelen. In den späten 1970er Jahren wurde die hochkarätige Kette auf Wunsch von Königin Silvia von Schweden in eine Tiara umgestaltet.

Ein weiteres wertvolles Amethyst-Schmuckstück ist die kragenähnliche Amethyst-Kette mit dem Namen „The Duchess of Windsor Amethyst, Diamond & Turquoise Bracelet“, die insgesamt 27 Amethyste im Treppenschliff in Kombination mit Diamanten und Türkisen zählt. Die eigens für Wallis Simpson, Herzogin von Windsor (1896 bis 1986) 1947 vom Juwelier Cartier angefertigte Kette wurde 2013 für 45.000 US-Dollar versteigert.

Das vermutlich teuerste Schmuckstück, das einen Amethyst als Begleitstein enthält, ist der Zepter der englischen Königin (engl.: Sovereign´s scepter) aus dem Jahr 1661. Ein massiver, goldfarbener Regentenstab, der zahlreiche, viele Karat schwere Edelsteine aufweist. Das Zepter wurde ursprünglich für König Charles II. Von England (1630 bis 1685) angefertigt und trägt Rubine, Smaragde, Saphire, Spinell und einen Amethyst als Einfassung. Das Zepter wurde zweimal umgearbeitet, zuletzt 1910, als der Cullinan I-Diamant eingesetzt wurde. Der „Mutterdiamant“ Cullinan ist mit einem Gewicht von 3106,75 Karat (621,35 Gramm) der größte jemals gefundene Diamant der Welt und wurde 1908 in 105 kleinere Diamanten aufgespalten. Der tropfenförmig geschliffene Cullinan I-Diamant ist mit 530,2 Karat (106,04 Gramm) der größte.

Onyxe blicken auf eine weniger ruhmreiche Geschichte zurück, obwohl die schwarz-weißen Mineralien ebenfalls Bestandteil des biblischen Brustschurzes waren. Im Viktorianischen Zeitalter (1837 bis 1901) kamen die Steine zunehmend in Mode, wenn auch aus traurigen Gründen. Schwarz als Farbe der Trauer sollte sich auch im Schmuck widerspiegeln, sodass Onyx der Stein besonders vieler Trauerringe bzw. von Trauerschmuck allgemein der damaligen Zeit war.


Amethyst- und Onyxschmuck heute

Sowohl Onyx als auch Amethyst sind zeitlose Mineralien, deren Beliebtheit auch im 21. Jahrhundert anhält.
Die Designs vom Schmuck mit Amethyst und Onyx sind vielfältig. Schlicht, minimalistisch und zurückhaltend mit dem Stein als Solitär, oder üppig und in Verbindung mit anderen Farbedelsteinen, eingesetzt in florale und geometrische Kreationen in den unterschiedlichsten Schliffen. Teilweise sind Ohrringe, Kettenanhänger und Ringe antik angehaucht, indem angeschwärztes Silber oder Markasit als Begleitstein verwendet wird. Ein Trend, der sich schon länger abzeichnet, greift die geometrischen Stilelemente des Art Deco auf, die sich typischerweise vor allem im Tropfen-, Smaragd- oder Baguetteschliff wiederfinden.
Onyx wird ebenfalls als Gold, Weißgold und Silber getragen. Und entgegen der Handhabe, Steine mit undurchsichtiger Transparenz vorrangig mit Glattschliffen (Cabochonschliff) zu versehen, werden die Steine immer häufiger leicht facettiert.


Siehe auch:
Der Wert von Amethyst
Navette/Marquiseschliff
Cocktailringe mit Edelsteinen


www.gia.edu - February Birthstones
www.rct.uk - The Sovereign's Sceptre with Cross 1661 with later additions
www.anothermag.com - A Brief History of Onyx in Art and Design
⇒ Schumann, W. (2017): Edelsteine und Schmucksteine. Alle Arten und Varietäten. 1900 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Newman GG, Renée (2016): Gemstone Buying Guide. International Jewelry Publications,U.S.; Auflage: Revised

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Letzte Aktualisierung: 6. Februar 2020

Quellen:




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