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Tansanit, Türkis und Blauer Zirkon – Monatssteine Dezember



Tansanit, Türkis und blauer Zirkon – drei Mineralien mit mehreren Gemeinsamkeiten: die blaue Farbe, Monatsstein des Monats Dezember sowie der Status als beliebter Stein für Schmuck.

Die Monatssteine

Die Monatssteine sind eine Reihe von Mineralien und Edelsteinen, die mit einem bestimmten Monat im Jahr zugeordnet werden. Häufig werden die Steine auch als Geburtssteine bezeichnet, da diese auch als Glücksbringer für die im jeweiligen Monat Geborenen gelten.
Die Liste der Monatssteine ist lang und umfasst bis zu drei Mineralien pro Monat, die im Jahr 1912 von den Jewelers of America ausgewählt wurden. In der Zeit vor 1912 waren vor allem Edelsteine beliebt, die in der Bibel erwähnt wurden, Im speziellen die Edelsteine, die den Brustschurz des Hohepriesters Aaron zierten – 12 an der Zahl von derzeit über 5300 registrierten Mineralien, sodass ein Großteil vernachlässigt wurde.
Nach welchen Kriterien die Juweliere von Amerika bei der Auswahl der Monatssteine vorgingen, ist nicht überliefert. Die Steine decken sich nicht mit den Sternzeichensteinen, lassen aber erkennen, dass es sich um populäre, wertvolle Steine handelt, die in der Schmuckbranche von hoher Bedeutung sind. Im Laufe von über 100 Jahren seit der Einführung der Monatssteine wurden immer wieder Ergänzungen vorgenommen. So wurde bspw. Die Zoisit-Varietät Tansanit mit in die Liste aufgenommen. Der blaue Edelstein wurde erst 1967 entdeckt, gilt aber heute als besonders begehrt als Stein für Schmuck und steht neben Türkis von blauem Zirkon als Stein für den Monat Dezember.


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Das blaue Dezember-Trio

Dass für den Monat Dezember gleich drei blau-farbige Mineralien Pate stehen, ist Zufall, denn nicht jeder Monat wird mit einer Farbe in Verbindung gebracht. Und tatsächlich sind die drei blauen Dezember-Steine nicht nur blau. Feinste Nuancen lassen die Steine immer wieder anders und einmalig wirken.

Bevor das Mineral Tansanit seinen Namen erhielt, wurde der blaue Edelstein kurze Zeit als blauer Zoisit gehandelt. Um die Herkunft und die Einmaligkeit der Vorkommen in den Merelani Hills im Nordosten von Tansanias zu würdigen, erhielt die Neuentdeckung den Namen Tansanit und hat sich seitdem zu einem teuersten Edelsteine der Welt etabliert – nicht zuletzt aufgrund der Seltenheit. Weltweit ist lediglich ein Tansanit-Vorkommen bekannt, dessen Ressourcen zunehmend zur Neige gehen.
Das Blau von Tansanit ist sehr abwechslungsreich: hellblau, violett-blau, royalblau, ultramarinblau, indigoblau und saphirblau.

Die Farbe von Türkis hingegen ist deutlich grünstichiger. Türkis, grünblau oder himmelblau. Das auffälligste Merkmal des Kupferminerals Türkis sind feine Äderchen oder Netz von graubrauner bis schwarzer Farbe, die aus den Mineralien Psilomelan und Limonit bestehen.

Blauer Zirkon ist eine der möglichen Farben der Palette von Zirkon, dessen Blau als ein mittleres Himmelblau beschrieben wird. Reiner Zirkon, d.h. ohne dass farbgebende Atome im Kristallgitter vorhanden sind, ist weiß bzw. farblos. Im Fall von blauem Zirkon konnten Blau und Spuren von Uran als Farbgeber identifiziert werden. Allerdings sind natürlich gefärbte blaue Zirkone eine Seltenheit, zu nennen sind hierbei vor allem Ratanakiri-Zirkone.


Naturbelassen versus farbveredelt

In der Schmuckbranche ist es seit Jahrzehnten beinahe Standard, die Farbe von Mineralien zu intensivieren, auszugleichen oder umzufärben. Die Gründe der Farbveränderung sind ebenso vielseitig wie das Farbreichtum der Mineralien. In erster Linie wird die Farbe von Mineralien behandelt, weil Mineralien als Produkt der Natur ungleichmäßig gefärbt sein können, zu hell oder zu dunkel sind oder einen Stich in eine andere Farbe aufweisen, der das Leuchten der Basisfarbe beeinträchtigt. Ein weiterer gewichtiger Grund: der Farbton vieler Mineralien ist selten. So selten, dass die Nachfrage die natürlichen Vorkommen einer bestimmten Farbe bzw. eines Minerals übersteigt.
Tansanit und blauer Zirkon sind zwei hervorragende Beispiele für

  1. die perfekte, seltene Farbgebung
  2. Mineralien, die sehr häufig mittels Brennen farbveredelt werden.

Der ideale Tansanit ist von dunkelblauer Farbe, die violett changiert und die als am kostbarsten eingestuft wird. Wichtig bei der Bewertung der Farbe ist, dass der Blauton gegenüber dem Violett dominiert. Während in den Anfangsjahren nach der Entdeckung in den Merelani Hills noch viele Tansanitkristalle dem entsprachen, nimmt die Farbqualität seitdem stetig ab. Viele Tansanite sind von graublauer oder hellblauer Farbe. Um diese Steine dennoch zu Schmuck verarbeiten zu können, werden diese gebrannt. Dazu werden die Steine in einem Muffelofen über längere Zeit auf 370 °C erhitzt. Die Farbe, die beim sog. Brennen entsteht, ist dauerhaft. Ein weiterer Vorteil dieser Methode der Farbveränderung: auch gelber und brauner Zoisit können durch das Brennen in blaue Tansanite umgewandelt werden. Eine solche Farbkorrektur und -änderung ist nicht deklarationspflichtig. Einige Anbieter verpflichten wie Juwelo* sich aber freiwillig, durch einen Hinweis wie gebrannter Tansanit, Auskunft darüber zu geben, dass die Farbe behandelt wurde – selbiges gilt für blauen Zirkon.

Der Großteil aller Zirkone ist farblos oder von gelber und brauner Farbe. Zirkone werden ebenfalls dem Brennen unterzogen, wobei die Brenntemperatur mit 900 bis 1000 °C deutlich höher ist als bei Tansaniten.

Die Farbe von Türkis hingegen darf nicht mittels Brennen aufgewertet werden, Türkise sind empfindliche Steine. Zum einen, weil Kristallwasser wesentlicher Bestandteil des Minerals ist und zum anderen, weil Türkise aufgrund der Kristallstruktur porös sind. Beim Erhitzen und auch im Sonnenlicht verdunstet das Kristallwasser und damit einhergehend verblasst der Stein und wird spröde. Die Schönheitsbehandlung von Türkisen zielt primär auf die Stabilisierung des Minerals ab. Aus diesem Grund werden Türkise mit einer schützenden, teilweise türkis-farbenen Schicht aus Wachs, Kunstharz, Wasserglas oder Polystyrol überzogen, eingeölt oder in Paraffin getränkt. Im Gegensatz zum Brennen sind sowohl Stabilisieren als auch Paraffinieren nicht nachhaltig. Der Überzug kann mit der Zeit brüchig und rissig werden, weshalb empfohlen wird, Türkisschmuck beim Waschen oder Putzen abzulegen, da die Tenside in Reinigungsmitteln, Shampoo, Seife und Duschgel die Schutzschicht auflösen können.


Der Schliff von Tansanit, blauem Zirkon und Türkis

In welchem Schliff ein Mineral gehalten wird, richtet sich individuell nach dem Stein. Ausschlaggebend sind die Farbe, Reinheit bzw. Transparenz und eventuelle charakteristische Muster und Eigenheiten (z.B. Asterismus von Sternsaphir, Bänderung von Achat, Schneeflockenobsidian).
Undurchsichtige bis durchscheinende Mineralien werden vorzugsweise mit Glattschlifen versehen, um die Farbe sowie Strukturen hervorzuheben.
Facettenschliffe hingegen arbeiten mit vielen Schleifflächen (Facetten), die das Licht einfangen und reflektieren. Der Glanz eines Minerals wird durch Facettenschliffe maßgeblich intensiviert, genau wie die Reinheit betont wird.

Türkise zeichnen sich durch einen opaken Charakter und einzigartige Zeichnungen aus. Deshalb werden Türkise größtenteils zu Cabochons geschliffen. Der Cabochonschliff weist eine gewölbte mugelige Oberseite auf, während die Unterseite glatt und eben ist. Der klassische Cabochon ist in der Aufsicht oval, wird aber auch in runden, herzförmigen, dreieckigen, quadratischen und rechteckigen Formen angeboten.

Tansanit und blauer Zirkon als lichtdurchlässige, durchsichtige Mineralien werden mit Facettenschliffen versehen. Im Spiel mit dem Licht erscheinen an den Facetten immer wieder neue Nuancen der Grundfarbe des Steins. Besonders häufig werden bei Tansanit und blauen Zirkon als Rundschliff, Ovalschliff, Trillantschliff, Baguetteschliff, Smaragdschliff, Navetteschliff und Tropfenschliff angewendet.


Türkis, Tansanit, blauer Zirkon und Schmuck

In den 1990er Jahren erlebte Türkis einen Aufstieg als Stein für Indianerschmuck, der als Rohstein und gebohrt am Lederband getragen wird, oder bei dem – wie auch heute noch – geschliffen und poliert lediglich mit Fassungen und verzierenden Ornamenten gespielt wird, wobei Silber und angeschwärztes Silber den Stil beherrschen.
Tansanit und blauer Zirkon werden ebenfalls als Solitär getragen, aber auch im Kontrast mit weißen Steinen wie weißen Diamanten, weißem Zirkon oder Weißtopas verziert, Andere Designs setzen auf die Kombination von farbigen Edelsteinen im Multicolor-Look, der verschiedenfarbige Mineralien wie Amethyst, Smaragd, Rubin, Morganit, Saphir und Rhodolith mit Tansanit und blauem Zirkon vereint. Die Designs sind abwechslungsreich; minimalistisch mit Tansanit und blauem Zirkon als Solitär oder opulent wie im Stil von Cocktailringen und angesagtem Statement-Schmuck.


Siehe auch:
Barockperlen - Außergewöhnliche Perlen
Zirkonia - Ein beliebter Schmuckstein aus dem Labor
Fancy Diamanten Farbige Diamanten


Quellen:
⇒ Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Okrusch, M. und S. Matthes (2009): Mineralogie: Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. Springer Verlag Berlin Heidelberg
www.mindat.org

* = Werbung/Kooperation

Letzte Aktualisierung: 16. Dezember 2019




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