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Granat – Monatsstein Januar



Es wird das Jahr 1912 geschrieben, als die Juweliere von Amerika (engl. Jewelers of America) den Granat offiziell zum Stein für den Monat Januar kürten. Hinter der internationalen Einteilung der Monatssteine steht der Gedanke, jedem Monat ein Mineral bzw. einen Edelstein zuzuordnen, auf den der Fokus gerichtet wird. In der Zeit vor 1912 orientierten sich viele Monatsstein-Systeme an Steinen, die in der Bibel erwähnt wurden, die von besonderem regionalen Bezug waren oder von hohem Stellenwert in bestimmen Kulturkreisen waren. Bei der Auswahl der Steine konzentrierten sich die amerikanischen Juweliere vor allem an der Bekanntheit und Eignung der jeweiligen Steine für Schmuck. Trotz der über 100-jährigen Tradition der Monatssteine ist die Liste offen für Neuerungen, sodass auch neu entdeckte, bedeutende Steine in das Repertoire aufgenommen werden.



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Granat
Almandin-Granat

Granat – Das rote Mineral?

Hinter dem Namen Granat steht kein eigenständiges Mineral wie bspw. Tansanit, Diamant, Aquamarin oder Smaragd. Vielmehr wird unter dem Begriff Granat in der Mineralogie eine Gruppe von Mineralien zusammengefasst, die eine vergleichbare chemische Zusammensetzung sowie den für Granate typischen Bau des Kristallgitters gemeinsam haben. Dass es sich um einen Granat-Vertreter handelt, wird in vielen Fällen erst durch den Namenszusatz Granat – z.B. Hessonit-Granat – ersichtlich.
Das Mineral Granat wird häufig mit der Farbe rot gleichgesetzt – möglicherweise weil die populären Granat-Vertreter Pyrop und Almandin von roter Farbe sind. Wie die folgenden bekannten Granat-Mineralien zeigen, ist die Farbe von Granat weitaus abwechslungsreicher:

Weniger geläufig sind aufgrund der Seltenheit hingegen Farbwechselgranat und blauer Granat. Das Merkmal des selten vorkommenden Farbwechselgranats ist die Änderung der Farbe im Tageslicht und unter Kunstlicht. Die 1988 entdeckte Granat-Varietät stellte sich bei Untersuchungen als ein Mischkristall heraus – bestehend aus Pyrop und Spessartin, dessen Farbwechsel auf den farbgebenden Vanadium(III)- und Chromoxid-Verbindungen beruht, die wie ein Filter die Wellenlängenbereiche von grünen sowie rotem Licht absorbieren. Die spektralen Absorption der Atome spricht im Kunstlicht anderen Wellenlängen an als unter Tageslicht, was in einem Farbwechsel resultiert. So erstrahlen petrolblaue und grünblaue Farbwechselgranate im Kunstlicht pink und olivgrüner bis graugrüner Farbwechselgranat erscheint im Kunstlicht orange, pink oder violett.

Ähnlich verhält es sich beim blauen Granat, der im Vergleich zum Farbwechsel- bzw. Chamäleongranat nicht nur blauer, graustichiger und dunkler ist, sondern mit 2,3 Vol-% auch mehr Vanadium(III)-Oxid aufweist (Farbwechselgranat: max. 1,5 Vol-%) - was Auswirkungen auf die Beständigkeit der Farbe hat, insofern bei blauem Granat kein Farbwechsel unter verschiedenen Lichtquellen beobachtet wird.


Silberhalskette mit Hessonit und Granat Silberring mit Granat Silberring mit Granat in Farbe Magenta Silberring mit Granat - Merelani Silberohrring mit Granat

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Granat und Granatapfel

Was war zuerst da? Das Mineral oder das Obst?
Archäologische Funde von Kunstgegenständen und Schmuck aus dem Mittleren Osten und dem afrikanischen Bereich des Mittelmeeres – der Heimat des Granatapfels – belegen, dass Granatäpfel schon 4000 v.Chr. kultiviert und verzehrt wurden.
Das Mineral Granat hingegen ist Millionen von Jahren alt und das Ergebnis intensiver Umwandlungsprozesse des Granat-Muttergesteins – v.a. Gneis, Schiefer und Glimmerschiefer, die bspw. im Zuge der Gebirgsbildung stattfinden.
Nebeneinander gelegt weisen Granatäpfel wie auch das Mineral Granat einige Gemeinsamkeiten auf. Die rote Farbe, der Glanz und die Lichtdurchlässigkeit. Bei Granaten im Ovalschliff, der der natürlichen Gestalt von Granatapfelkernen nahe kommt, und die mehreren arrangiert wurden, ist die Auffälligkeit besonders auffällig und erinnert tatsächlich an das Obst.
Und nicht zuletzt verbindet der Name: Granatus wird aus dem Lateinischen mit Körnchen übersetzt – angelehnt an die körnchenartige Form von Granatkristallen sowie die Gestalt der Kerne des Granatapfels.


Schmuck mit Granat

Granatschmuck ist zeitloser und erschwinglicher Schmuck. Im Gegensatz zum farblich ähnlichen Böhmischer Rubin wird vor allem eine scheinbare Wertsteigerung beabsichtigt, denn optisch ist eine Ähnlichkeit von Pyrop und Rubin nicht von der Hand zu weisen.
Das mittlere 19. Jahrhundert gilt als die Hochzeit des Granatschmucks. Die Steine wurden vorrangig in perlenartigen Glattschliffen gehalten oder leicht facettiert – immer orientiert an der natürlichen Form der Kristalle und den Kernen des Granatapfels, die in Schmuck eingefasst einem aufgeschnittenen Granatapfel gleichen.

Die Begeisterung für Granat ist beständig, auch heutzutage zählen Granate zu den beliebtesten Schmucksteinen, die in unendlichen Kreationen designt werden. Auffällig, abwechslungsreich und farbenfroh sind Kombinationen mit anderen farbigen Steinen wie Apatit, Amethyst, Citrin, gelbem Beryll, Spinell und Saphir. Aber auch als Solitär, bei dem der Granat im Mittelpunkt steht und auf Begleitsteine verzichtet wird, ist der rote Stein ein Eyecatcher. Weiße Mineralien wie Zirkon, Diamant und Topas als Zusatzsteine verleihen Granaten etwas Edles.
Mit floralen und geometrischen Elementen wird ebenso gespielt wie mit Phantasieformen und Darstellungen von Tieren. Besonders intensiv und kontrastreich ist die Verbindung mit schwarzen Steinen wie schwarzem Spinell oder Markasit bzw. geschwärztem Silber, was den Kreationen einen Antik- oder Vintage-Look verleiht.
Der Farbe und durchscheinenden bis durchsichtigen Transparenz wegen sind Granate für Facettenschliffe prädestiniert. An den Schleifflächen wird das Licht reflektiert und präsentiert die vielen verschiedenen Farbnuancen des Granats. Neben dem klassischen Rund- und Ovalschliff werden Granate auch im Tropfenschliff, Antiken Kissenschliff, Carréschliff, Marquiseschliff sowie Oktagonschliff gehalten.


Siehe auch:
Der Smaragdschliff - Emerald Cut
Granatoid, YAG und Granat, der keiner ist
Der Granatglimmerschiefer vom Ötztal


Quellen:
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Schumann, W. (2017): Edelsteine und Schmucksteine. Alle Arten und Varietäten. 1900 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Hochleitner, R. (2017): Welcher Stein ist das? Kosmos-Naturführer. Über 350 Mineralien, Edelsteine und Gesteine. Franckh Kosmos Verlag
- www.mindat.org/min-1651.html

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Letzte Aktualisierung: 14. Januar 2020




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