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12 Fakten über Saphir – Wissenswertes über den blauen Edelstein



Die Antwort auf die Frage „Was ist der bekannteste blaue Edelstein?“ würde mit Sicherheit Saphir lauten. Dass sich Saphir neben anderen blauen Mineralien über Jahrhunderte hinweg als der Inbegriff eines blauen Steins behaupten konnte, liegt nicht zuletzt an den Eigenschaften und der Besonderheit des Edelsteins.



1. Rubin und Saphir sind Geschwister

Der rote Rubin und der blaue Saphir haben eine Gemeinsamkeit: dieselbe chemische Zusammensetzung und werden in der Mineralogie als Varietäten der Korundgruppe definiert. Unterschiede gibt es lediglich, was die farbgebenden Elemente betrifft, die in Spuren in das Kristallgitter eingebaut sind; im Fall von Saphir sind es Titan und Eisen, während es bei Rubinen Chrom ist.


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2. 3.härtestes Mineral der Welt

Saphire sind sehr harte Mineralien. 1817 führte der Mineraloge Friedrich Mohs eine 10-stufige Skala ein, nach welcher er die Härte von Mineralien einordnete: von ganz weich mit einer Mohshärte 1 bis hin zu sehr harten Mineralien mit einer Mohshärte 10.
Die Mohshärte von Saphir beträgt 9, womit das Mineral nach Diamant (10) und Moissanit (9,5) das dritthärteste Mineral der Welt ist.
Übrigens: Den Titel Edelstein tragen nur Mineralien, die mit einer Mohshärte höher als 7 das Kriterium der sogenannten Edelsteinhärte tragen.


3. Im Namen steckt die Farbe

Der Name Saphir wird aus dem Griechischen mit blau übersetzt. Deshalb wurde noch bis ins Mittelalter hinein jeder blaue Stein schlicht und einfach als Saphir bezeichnet – auch wenn es womöglich Iolith, Lapislazuli oder Kyanit war.
Kein Wunder, denn die vielen Blautöne von Saphir – angefangen von weiß-blau, hellblau, milchig-blau, kornblumenblau, königsblau bis schwarzblau können die Bestimmung von Saphir mitunter erschweren.


4. Saphir ist nicht immer blau

Und auch wenn Saphir als blauer Edelstein bekannt geworden ist, ist das Farbspektrum der Korundvarietät weitaus größer. Saphire in gelb, orange, pink, rosa, violett, pfirsichfarben, violett, grün und schwarz erobern zunehmend den Edelsteinmarkt und die Schmuckbranche. Damit es nicht zu Verwechslungen mit anderen ähnlich aussehenden Mineralien kommt, werden alle nicht-blauen Saphire unter dem Begriff Fancy Saphir, z.B. Fancy Pink Saphir, zusammengefasst.


5. Padparadscha-Saphir – Der wertvollste Saphir

Die seltenste Farbe unter allen Saphirfarben ist Padparadscha. Der Name stammt von der singhalesischen Vokabel padmaraga, die mit lotusfarben übersetzt wird. In diesem Fall steht die Farbe von orangerosa und rosaorangefarbenen Lotusblüten, in Speziellen die Sorte Nelumbio Nucifera ´Speciosa´ Pate für den Namen von Padparadscha-Saphiren. Zur Seltenheit der Farbe kommen die wenigen Fundorte hinzu. Bislang wurden nur Vorkommen in Sri Lanka, Vietnam, Madagaskar und Tansania beschrieben.


6. Die Farbe entspricht der Herkunft

Gemmologinnen und Gemmologen können beim Blick auf einen Saphir Rückschlüsse über dessen Herkunft ziehen. Die Farbe vieler Saphir-Vorkommen ist einzigartig.
So sind Kaschmir-Saphire von einem samtigen Mittelblau. Das Ceylon-Blau von Saphiren aus Ceylon bzw. Sri Lanka ist das idealtypische Kornblumenblau. Pailin-Saphir aus Thailand ist königsblau bis schwarzblau und Kanchanaburi-Saphir zeichnet sich durch einen trüben Charakter und das sogenannte Twighlight-Blue aus, das ins Grüne spielt.


7. Nicht jede Saphirfarbe ist echt

Heutzutage ist ein Großteil aller Mineralien und Edelsteine, die zu Schmuck verarbeitet werden, nicht zu 100 % natürlich. Verschiedene Methoden bieten die Möglichkeit, Steine, die nicht wie aus dem Lehrbuch aussehen, zu verschönern. Etwa 80 % aller Saphire, die in Ringe, Ketten, Ohrringe oder Broschen eingefasst sind, wurden einer Schönheitsbehandlung unterzogen – sei es, weil die Farbe zu hell, zu dunkel oder zu fleckig ist, oder aber Unreinheiten infolge von Einschlüssen von Fremdmineralien, Gasen oder Flüssigkeiten die kristallklare Reinheit trüben.
Um sowohl die Farbe als auch die Reinheit von Saphir zu korrigieren bzw. zu optimieren, wird das Brennen angewendet. Die Steine werden dazu auf 1.700 bis 1.800 °C erhitzt, die Oxidationsstufe der farbgebenden Elemente ändert sich und der Stein erstrahlt im typischen Saphirblau. Gleichzeitig werden kleinerer Unreinheiten aufgeschmolzen, da die Brenntemperatur nahe an den Schmelzpunkt von Saphir kommt.


8. Saphir als Stein für Verlobungsringe

Noch bis zum 19. Jahrhundert galt Saphir als der Stein überhaupt, mit dem um die Hand der Liebsten angehalten wurde. Hinter der Farbe Blau steht die Symbolik für ewige Treue.
Den vermutlich berühmtesten Verlobungsring mit einem Saphir trägt Herzogin Catherine, die Ehefrau von Prinz William. Das Saphir ist im Ovalschliff gehalten und wird umringt von Diamanten im Brillantschliff. Auch Napoleon Bonaparte setzte auf einen blauen Saphir kombiniert mit einem Diamanten, als er sich mit Josephine de Beauharnais verlobte. Der Ring mit den beiden tropfenförmigen Edelsteinen wurde im Jahr 2013 für 950.000 US-Dollar versteigert.


9. Saphir als Stein zum Hochzeitstag

Ein hierzulande etwas unbekannter Brauch ist es, Schmuck mit Steinen zum Hochzeitstag zu verschenken. 1922 veröffentlichte die Autorin Emily Post in ihrem Buch „Etiquette in Society, in Business, in Politics and at Home“ eine Liste mit Steinen, die für das jeweilige Jubiläum stehen. Die Liste der Hochzeitstagssteine wurde mit den Jahren erweitert und ergänzt, sodass heute der 5., 45. sowie 75. Hochzeitstag mit einem Saphir gefeiert werden.


10. Monatsstein September

Die Geburtssteine bzw. Monatssteine sind ein weiterer Brauch, einen bestimmten Stein einer Person zuzuordnen. 1912 wählten die Juweliere von Amerika den Saphir zum Stein des Monats September, der im September Geborenen als Talisman Glück verheißt, aber auch für einen Monat lang im Fokus der Aufmerksamkeit der Schmuckbranche steht.


11. Saphirglas

Die Härte von Saphir wurde sich zum Vorbild genommen, um ein besonders hartes, robustes, kratzfestes und unempfindliches Glas herzustellen, das für Uhren und Smartphones Verwendung findet. Die Zusammensetzung von gewöhnlichem Glas baut auf Quarz, das jedoch mit einer Mohshärte von 6,5 etwas weniger hart ist als Saphir. Allerdings kommen bei der Herstellung von Saphirglas keine natürlichen Saphire zum Einsatz, sondern Kunstkristalle aus dem Labor.


12. Saphir – Ein teurer Edelstein

Saphir reiht sich mit Diamant, Musgravit, Smaragd, Poudretteit, Roter Beryll, Alexandrit, Tansanit, Painit, Serendibit, Jeremejewit und Benitoit in die Riege der teuersten Edelsteine der Welt ein.
Abhängig von der Qualität des Saphirs, die über die Farbe, den Schliff, die Reinheit und das Gewicht/Karat detailliert und objektiv begutachtet wird, schwankt der Preis für Saphir zwischen einem Euro pro Karat für undurchsichtige Saphire geringer Farbqualität bis zu 500.000 Euro/Karat für exzellente Qualitäten, wobei reine, kornblumenblaue Saphir, die nicht gebrannt wurden, deutlich höherwertig eingestuft werden.


Auch interessant:

Quellen:
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Schumann, W. (2017): Edelsteine und Schmucksteine. Alle Arten und Varietäten. 1900 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Hochleitner, R. (2017): Welcher Stein ist das? Kosmos-Naturführer. Über 350 Mineralien, Edelsteine und Gesteine. Franckh Kosmos Verlag

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