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Der Wert von Rubin



Unter allen Edelsteine gibt eine Handvoll, die zu astronomischen Preisen gehandelt werden und deshalb auch als Wertanlage gelten: Diamant, Tansanit, Saphir, Smaragd und Rubin. Doch nicht jeder Edelstein ist gleich teuer; vielmehr richtet sich der Preis nach bestimmten Einflussgrößen.



Rubin
Rubine in Glimmerschiefer

Rubin kaufen – Die wichtigsten Faktoren

Im Jahr 1953 wurde vom Gemological Institute of America ein Bewertungssystem eingeführt, das die Qualität und damit auch den Preis von Diamanten nach objektiven Maßstäben anhand von vier Kriterien bestimmt, und das in der Welt der Diamanten unter als die 4C bekannt ist. Die 4C stehen für

Alle Kriterien sind detailliert und ausführlich aufgeschlüsselt und erlauben so einen internationalen Vergleich.

Für farbige Edelsteine existiert bislang kein weltweit vergleichbares System.
In Anlehnung an die 4C von Diamanten erfolgt die Begutachtung aller anderen Edelsteine und Mineralien weitestgehend nach dem gleichen Grundprinzip. Als besonders praktikabel hat sich in den vergangenen Jahren das A-AA-AAA-System etabliert – auch wenn dieses nicht normiert ist. So kann beispielsweise ein Gutachter einen Stein mit einer anderen Güteklasse bewerten als ein zweiter.


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Die Qualität von Rubin

In Hinblick auf den Preis von Rubin werden die Kriterien der 4C aufgegriffen, teilweise ergänzt um die Frage der Herkunft. So werden beispielsweise Rubine aus Montepuez/Mosambik, Sri Lanka und Mogok/Myanmar aufgrund der herausragenden Farbe zu einem weitaus höheren Preis gehandelt als Rubine aus Thailand oder Afghanistan.


Die Farbe von Rubin

Rubine zählen unter allen roten Edelsteinen vermutlich zu den bekanntesten.
Dass der Name Rubin mit der Farbe Rot derart häufig in Verbindung gebracht wird, ist nicht zuletzt dem Namensursprung zu verdanken – Rubin wird aus dem Lateinischen mit roter Stein übersetzt.

Das Rot von Rubinen ist sehr nuancenreich: ein reines Rot ist ebenso möglich wie braun-, orange-, violett- und blaustichige Rottöne. Am begehrtesten und als besonders kostbar gelten Rubine mit der Farbbezeichnung Pigeon Blood Ruby – Taubenblutrubine: Ein Rot, das sich mit einem Hauch von Blau präsentiert. Der Großteil aller Taubenblutrubine stammt aus Myanmar und wird auf dem Edelsteinmarkt zu Höchstpreisen verkauft.

Um aber auch Rubine, der Farbqualität nicht dem Ideal entspricht, verkaufen zu können, wird die rote Korund-Varietät mitunter einer Schönheitsbehandlung unterzogen, um das Rot in dem gewünschten Farbton erstrahlen zu lassen. Nur die wenigsten Rubine sind unbehandelt.
Schätzungsweise 80 Prozent aller Rubine, die zu Schmuck verarbeitet werden, sind farbbehandelt.

Ein Verfahren, das seit Jahrzehnten erfolgreich praktiziert wird, ist das Brennen, mit dem nicht nur die Farbe von zahlreichen Mineralien korrigiert, sondern auch gänzlich geändert werden kann. Die Brenntemperatur ist individuell; im Fall von Rubin werden die roten Edelsteine auf eine Temperatur von 1.800 °C erhitzt. Infolge der Hitzezufuhr oxidiert das farbgebende Chrom und intensiviert den Rotton.

Zeitgleich wird die Reinheit der Steine optimiert. Die Brenntemperatur kommt dem Schmelzpunkt des Minerals sehr nahe, sodass kleinere Hohlräume und Kanäle, die sich als Trübungen bemerkbar machen, durch die Hitze förmlich zusammengeschmolzen werden.


Die Reinheit von Rubin

Lupenreine Rubine, bei denen unter 20-facher Vergrößerung mit der Lupe Einschlüsse und anderweitige Makel nur schwer zu erkennen sind, sind eine Seltenheit.
Aufgrund der Entstehung sind in den Kristallen häufig andere Mineralien eingeschlossen, wie bspw. Rutil, aber auch mit Gasen und Flüssigkeiten gefüllte Hohlräume beeinträchtigen die Transparenz. Die Steine wirken trüb oder milchig.
Im Zuge des Brennens lösen sich nicht nur Hohlräume auf; auch Fremdmineralien werden durch diese Methode eliminiert.


Das Gewicht von Rubin

Die Fragen „Wie teuer ist ein Rubin? Oder „Was kostet ein Rubin?“ ist zudem von der Größe bzw. dem Gewichts des Steins abhängig. Große Rubine mit einem Gewicht von mehr als zwei Karat (1 Karat = 0,2 Gramm) sind vergleichsweise selten. Kleinere Rubine sind die Regel.

Hinzu kommt, dass beim Schleifen der wertvollen Steine ein nicht unerheblicher Teil des Gewichts verloren geht. Ein Verlust von bis zu 60 Prozent gegenüber dem Gewicht des Rohsteins sind üblich – auch wenn vor dem Schleifen der geringstmögliche Gewichtsverlust berechnet wurde.


Der Schliff von Rubin

Beachtliche Unterschiede gibt es zudem beim Schliff – sowohl was die Formenvielfalt als auch die Bewertung der Schleifqualität betrifft, die sich wiederum im Preis wiederfinden.

So ist der glatt gearbeitete, simple Cabochonschliff ein recht günstiger Schliff. Der Schliff verzichtet auf Facetten und wird vorzugsweise bei undurchsichtigen, trüben Rubinen angewendet. Dem gegenüber stehen Facettenschliffe (z.B. Ovalschliff, Rundschliff, Tropfenschliff, Marquiseschliff/Navette oder Herzschliff), deren Zeit- und Arbeitsaufwand bedeutend höher ist und für die vor allem kristallklare Rubine zum Einsatz kommen.


Der Preis von Rubin

Wie hoch die Kosten eines Rubins sind, ist immer eine Einzelfallbetrachtung. So einzigartig wie die Größe, Farbe, Reinheit und das Gewicht des Rubins sind, so individuell gestaltet sich auch der Preis. Ein taubenblutroter Rubin mit einem Gewicht von einem Karat, dessen Farbe zu 100 Prozent naturbelassen ist und der sich durch einen exzellenten Schliff auszeichnet, kann ein Vielfaches mehr kosten als ein 2-Karäter mit braunem Unterton und nicht perfekt gearbeiteten Facetten.


EigenschaftBeschreibung
Farbe
  • naturbelassen oder behandelt/gebrannt
  • gleichmäßige Farbverteilung oder fleckig
  • Intensität der Farbe
Reinheit
  • Einschlüsse vorhanden
  • Art und Anzahl der Einschlüsse
  • Reinheitskorrektur erfolgt
Gewicht
  • Angabe in Karat
Schliff
  • Korrekte Anzahl der für jeweiligen Schliff vorgegebenen Facetten
  • fehlende oder zusätzliche Facetten
  • Harmonie der Proportionen
  • abgeschnittene Facetten
  • unsaubere Arbeit


Umso weniger verwunderlich ist der große Spielraum des Wertes von Rubine im Geflecht der preisbildenden Faktoren. Bei Rubin als einem Vertreter der bekanntesten Farbedelsteine liegt das Hauptaugenmerk dennoch auf der Farbe, sodass ein taubenblutroter Rubin mit geringen bis deutlich sichtbaren Inklusionen zwischen 480 und 25.000 Euro pro Karat kosten Kann. Opake Rubin-Cabochons dahingegen werden schon für wenig Geld angeboten.


Auch interessant:
- Rubine, die keine sind
- Zirkonia - Kunstkristall und Edelsteinimitation
- Fancy Saphir - Farbige Saphire


Quellen:
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
- www.mindat.org - ruby

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Letzte Aktualisierung: 14. August 2020




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