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Gustav Adolf Kenngott



Gustav Adolf Kenngott - beschrieb und analysierte zahlreiche Minerale, die bis dahin unbekannt waren.

Ein Breslauer Mineraloge

Gustav Adolf Kenngott wurde am 6.Januar 1818 in Breslau geboren.

Nachdem Kenngott 1838 das Gymnasium in Breslau mit dem Abitur erfolgreich beendet hatte, begann er im gleichen Jahr mit dem Studium der Naturwissenschaften, Mathematik und Mineralogie an der Universität in seiner Geburtsstadt.
Die Universität verließ Kenngott 1842 mit dem Doktortitel – Thema seiner Doktorarbeit: Systematis crystallorum rhombici adumbratio, 1844 gefolgt von der Habilitation.

Von 1844 an war er fortan als Dozent an der Breslauer Universität tätig, wechselte anschließend bis 1852 nach Bratislava, wo er ebenfalls Unterricht gab.

Die folgenden Jahre verbrachte Kenngott in Wien, Österreich: war dort von 1852 bis 1857 Kurator der mineralogischen Sammlung des Hof-Naturalienkabinettes, wirkte aber auch in der Geologischen Reichsanstalt mit.
1875 zog es Kenngott nach Zürich, wo er zum Professor an der ETH Zürich berufen wurde.

Neben seiner Arbeit als Dozent legte Kenngott sein Augenmerk auf chemische Untersuchungen von Mineralen, war in die Bestimmung vieler bis dato unbekannter Minerale involviert – beispielsweise gehen auf Kenngott die Erstbeschreibungen des Silberminerals Freibergit sowie des Pyroxen-Minerals Enstatit zurück. Kenngott selber steht als Namenspate für die Arsenolith-Varietät Kenngottit.

Daneben veröffentlichte Kenngott im Laufe seines 79-jährigen Lebens zahlreiche Publikationen, die sich sowohl mit der Beschreibung jüngst entdeckter Minerale als auch mit Untersuchungen und Bestimmung von Steinen und Mineralen befassen. Er schrieb aber auch Lehrbücher, die ebenso für den Fachgebrauch im Studium als auch für den Hobbymineralogen zu Hause gedacht waren.

Seine Lehrbücher zur Kristallographie, Mineralogie und Geologie waren ganzheitlich aufgebaut: Erklärungen über die Gestalt der Kristalle, chemische Einteilungen, physikalische und chemische Eigenschaften wurden ebenfalls erwähnt, illustriert mit zahlreichen Skizzen und farbigen Zeichnungen. Mitunter sind heute noch Exemplare aus dieser Zeit erhältlich; Kostenpunkt: bis zu 600 Euro (siehe amazon: Naturgeschichte. Geologie. Mineralogie. Paläontologie)

Gustav Adolf Kenngott verstarb am 4. März 1897 in Lugano in der Schweiz.

Bibliographie von Gustav Adolf Kenngott (Auswahl)

Jahr Titel
1846 Lehrbuch der reinen Krystallographie
1852 Übersicht der Resultate mineralogischer Forschungen in den Jahren 1844 bis 1849, Reihe wurde über die Jahre fortlaufend weitergeführt
1853 Das Mohs´sche Mineralsystem, dem gegenwärtigen Stand der Wissenschaft gemäß
1855 Synonymik der Krystallographie. Ein zum Verständnis krystallographischer Arbeiter und Schriften unentbehrliches Lehr- und Hilfsbuch für Mineralogen und Chemiker und Alle, welche sich mit der Naturgeschichte der Krystalle beschäftigen
1863 Über die Meteoriten oder die meteorischen Stein- und Eisenmassen
1866 Die Minerale der Schweiz nach ihren Eigenschaften und Fundorten
1869 Ein Dünnschliff einer Meteorprobe von Knyahinga
1870 Weitere Mitteilungen über den kaukasischen Obsidian
1871 Lehrbuch der Mineralogie zum Gebrauch beim Unterricht an Schulen und höheren Landesanstalten
1878 Das Mineralreich in Bildern: naturhistorisch-technische Beschreibung und Abbildung der wichtigsten Minerale
1879 Erster Unterricht in der Mineralogie
1882 Handwörterbuch der Mineralogie, Geologie und Palaeontologie
1888 Naturgeschichte des Mineralreichs für Schule und Haus
1890 Elementare Mineralogie, besonders zum Zwecke des Selbststudiums leicht faßlich dargestellt


Siehe auch:
Georgius Agricola
Carl Friedrich Christian Mohs
René Just Haüy



Quellen:
- www.minrec.org
- www.archive.org
- www.mineralogy.eu - Covergestaltung von "Naturgeschichte Mineralogie"
- www.mineralogy.eu - Covergestaltung von "Naturgeschichte Geologie.Mineralogie:Paläontologie
- www.books.google.de - Literatur von G. A. Kenngott
- www.mindat.org - kenngottite

Letzte Aktualisierung: 13. August 2017




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